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Gottfried Keller: Kleider machen Leute (1847)

Kurzinformation

Empfehlung für Klassenstufe 8-9

Catwalk auf dem Models bunte Kleider tragen

Abb. 1: catwalk_colorful_colourful_dress_fashion_show_models_women-934477[Creative Commons CC0 1.0] via PxHere

Gottfried Kellers Novelle „Kleider machen Leute“ zählt zu den ‚Evergreens‘ des Deutschunterrichts. Die Geschichte des freiwillig-unfreiwilligen ‚Hochstaplers‘ Wenzel Strapinski erscheint als ein geeigneter Text, um die Lernenden (vorzugsweise in der 8. Klasse) an ‚klassische‘ Texte der sogenannten ‚Hochliteratur‘ heranzuführen. Durch die relative Kürze der Novellenform, die nachvollziehbare Handlung und klare Motivik ist der Text für die Lernenden zugänglich. Zugleich bietet er auf der Ebene der sprachlichen Form durchaus Herausforderungen, wenn es etwa historischen Wortschatz – auch vor dem Hintergrund des Bedeutungswandels – zu verstehen und für das eigene Textverständnis zu nutzen oder die durchaus komplexe Bildhaftigkeit (Metaphern, Symbole) zu entschlüsseln gilt. Wird der Text in Klasse 9 behandelt, scheint es geboten, die literarästhe-tischen Spezifika der Novellengattung zu behandeln und in die Textdeutung zu integrieren (vgl. die Angaben im Bildungsplan), wobei die Beschäftigung mit Gattungsfragen nicht zum Selbstzweck mutieren sollte.

Im Folgenden soll der Fokus stark auf Aspekte gerichtet werden, die für die Lernenden von besonderem Interesse sind. Lebensweltliche Bezüge bilden daher das Zentrum der unterrichtlichen Beschäftigung mit der Novelle, ohne dabei Alteritätserfahrungen eines Textes aus dem späten 19. Jahrhundert zu ignorieren. Einen Kernpunkt der folgenden Ausführungen bilden die Aspekte ‚Mode‘ und ‚Kleidung‘, verstanden nicht allein als literarische Motive, sondern als kulturgeschichtliche und kulturwissenschaftliche Kategorien mit Bezug zur Gegenwart. So kann für die Schülerinnen und Schüler zum einen erfahrbar gemacht werden, wie der Text den Übergang von einer ständisch verfassten Gesellschaftsordnung hin zu einer Moderne inszeniert, in der das Individuum – nicht zuletzt durch die von ihm gewählte Kleidung – selbst entscheidet, welche Rolle es spielen bzw. welche Identität(en) es ausleben will. Zum anderen bietet es sich an, Bezüge zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler und ihrem Umgang mit Kleidung und Mode herzustellen, wobei unter anderem Parallelen zwischen der ‚Performance‘ Wenzel Strapinskis und gegenwärtigen Formen der Selbstinszenierung in (sozialen) Medien gezogen werden.

Textausgabe:

Gottfried Keller: Kleider machen Leute. Textausgabe mit Kommentar und Materialien. Hg. v. Wolfgang Pütz. Reclam XL – Text und Kontext. Stuttgart 2021

Gottfried Keller: Kleider machen Leute. Mit einem Kommentar von Peter Villwock. Frank-furt am Main 92023

Inhalt

Literaturwissenschaftl. Einordnung & Deutungsperspektiven

Didaktische Hinweise & Vernetzung

Vorschläge für die Umsetzung

Literatur, Textausgaben & mediale Umsetzungen

Keller: „Kleider machen Leute“: Herunterladen [docx][336 KB]

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