Zur Hauptnavigation springen [Alt]+[0] Zum Seiteninhalt springen [Alt]+[1]

Mirjam Pressler: Dunkles Gold (2019)

Kurzinformation

Empfehlung für Klassenstufe 8-9

Bild von der Schriftstellerin Mirjam Pressler

Abb. 1: Mirjam Pressler bei einer Lesung im Berliner Anne-Frank-Zentrum 2012. Von Scott-Hendryk Dillan (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia

„Dunkles Gold“ thematisiert jüdisches Leben in Deutschland, dies aber auf eine Weise, wie es bisher nicht verfügbar war, besonders nicht im Jugendbuch. Im Zentrum steht einmal nicht das Dritte Reich, sondern zum einen die Judenverfolgung während der Pestpogrome im 14. Jahrhundert und zum anderen jüdisches Leben im Deutschland der Gegenwart. Laura, die Protagonistin des Romans, lebt im Erfurt der jüngsten Vergangenheit (etwa 2017). Sie ist Schülerin, 15 Jahre alt, und mit Schule und Adoleszenz beschäftigt. Besonders ist ihr Interesse an einem jüdischen Schatz, der – das entspricht der Realität – bei Bauarbeiten in Erfurt entdeckt worden ist und jetzt, unter anderem von Lauras Mutter, erforscht wird. Besonders ist auch ihre Leidenschaft für das Zeichnen und ihre Begeisterung für das Verfassen von Graphic Novels. Die Geschichte von Lauras Annäherung an den Schatz und an den jüdischen Mitschüler Alexej ist inhaltlicher Kern des Romans.

Lauras Geschichte in der Gegenwart wird flankiert durch die von ihr imaginierte Geschichte einer gleichaltrigen Jüdin, Rachel, die mit ihrer Familie im Jahr 1349 aus Erfurt flieht, um Pogromen und der nahenden Pest zu entkommen. So hat „Dunkles Gold“ gewissermaßen zwei Protagonistinnen, die in abwechselnden Kapiteln einen wichtigen Abschnitt ihrer Adoleszenz erleben und erzählen. Die Geschichten sind auch dadurch eng miteinander verbunden, dass die eine Protagonistin (Laura) die andere (Rachel) aus ihren historischen Kenntnissen, aber auch in Anlehnung an ihre eigenen Gefühle und Wünsche erschafft.

Es gelingt Mirjam Pressler (1940-2019), die Menschen um Rachel nicht zu einer modernen Gesellschaft in mittelalterlichen Kostümen werden zu lassen, sondern, freilich mit Einschränkungen, zu Trägern mittelalterlichen Denkens, was angesichts der Nähe der Protagonistinnen zueinander besonders bemerkenswert ist. Hervorzuheben ist auch, dass auf beiden Zeitebenen vor allem Frauen handlungstreibend sind.

Der besondere Wert des Romans liegt in der geschickten Verbindung von Gegenwart und Geschichte, nicht zu einem Kontinuum, wohl aber zu einem Gegenüber im Sinne von Barbara Tuchmans „fernem Spiegel“. Mirjam Pressler versteht den Blick auf das Mittelalter als Möglichkeit, die Gegenwart besser zu verstehen.

Textausgabe:

Mirjam Pressler: Dunkles Gold. Weinheim 2019.

Inhalt

Literaturwissenschaftl. Einordnung & Deutungsperspektiven

Didaktische Hinweise & Vernetzung

Vorschläge für die Umsetzung

Literatur, Textausgaben & mediale Umsetzungen

Pressler: „Dunkles Gold“: Herunterladen [docx][84 KB]

Weiter zu Inhalt