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Didaktische Hinweise & Vernetzung

Didaktische Hinweise

Literaturunterricht gelingt, wenn er Schülerinnen und Schülern die Welt der Bücher so eröffnet, dass ästhetische und persönliche Bildung gleichermaßen möglich werden. Dazu braucht es passende Werke. „Marsmädchen“ ist eines davon. Bach ist es gelungen, eine eigene (sprachliche und strukturelle) Ästhetik zu entwickeln, die für die (inhaltlichen) Themen von Jugendlichen passend und nachvollziehbar ist.

Inhaltlich greift „Marsmädchen“ große Themen der heranwachsenden Mädchen auf. Es geht um die Frage der Identitätsfindung, der Freundschaft und der Bedeutung der Familie bei der Findung der eigenen Identität. Zentral ist die Frage der aufkommenden Sexualität, womit auch die aktuelle Debatte der Vielfalt miteinfließt, da es um gleichgeschlechtliche Liebe geht. Indes vermeidet der Roman jegliche Wertung. Ein Thema, das indirekt einen immer wiederkehrenden (auch durchaus kritisch zu sehenden) Raum einnimmt, sind Drogen. Es wird geraucht, getrunken. Hier ist eventuell in Klasse 8 beim Thema Drogenprävention ein Anknüpfungspunkt zu finden.

Die Auseinandersetzung mit der Protagonistin ist eng verbunden mit der erzähltechnischen und sprachlichen Umsetzung:

Sprachlich ist der Roman geprägt von einer starken, authentischen Bildhaftigkeit. Die Dialoge bzw. das Reden der Figuren sind voller Anspielungen, Ellipsen, vieles bleibt ungesagt und bietet damit fiktionale Leerstellen an, die auf unterschiedliche Weise (analytisch, produktionsorientiert, gestaltend usw.) gefüllt werden können. Über die sprachliche Gestaltung werden Figuren charakterisiert und ihre Beziehungen deutlich.

Miriam selbst erzählt als homodiegetische Erzählerin mit interner Fokalisierung das Geschehen. Damit einher gehen Brechungen von Innen- und Außensicht, wenn Dialoge dargestellt und dann von Miriam in Gedanken kommentiert werden. Eine Problematisierung des Erzählers kann hier auf theoretischer Ebene fruchtbare und nachhaltige Ergebnisse bringen. Ebenso möglich ist es hier, neue Ansätze der Schreibdidaktik miteinzubeziehen. So könnte das analytisch-imitative Schreiben miteinbezogen werden, um sowohl die erzählerische Gestaltung fassbarer und das eigene Schreiben bewusster zu machen.

Dazu kann auch die Musik herangezogen werden. Das Werk ist durchdrungen mit Verweisen auf Musikstücke, die hörbar machen, was die Figuren nicht ausdrücken können oder wollen. Sie dienen auch zur Verrätselung der Inhalte, lassen unterschiedliche Deutungsmöglichkeiten zu. Hier wäre somit auch ein fächerübergreifender Unterricht denkbar. Doch auch als erster Zugriff auf den Roman und seine Themen ist die Musik denkbar.

Musik kann auf unterschiedliche Weise genutzt werden: Das Erstellen einer eigenen Playlist kann ein Weg sein, die eigene Lebenswirklichkeit mit in die Lektüre einzubringen. Musik kann als Schreibmotivation, als Auslöser eines Schreibprozesses genutzt werden, um die Schülerinnen und Schüler zur eigenen Textproduktion im Sinne der neuen Schreibdidaktik anzuregen.

Darüber hinaus kann Tamara Bach als Autorin in den Blick genommen werden. Sie bietet nicht nur ein großes literarisches Gesamtwerk mit diversen Romanen und auch Kurzprosa, sondern arbeitet ebenso im Bereich des Journalismus.

Vernetzung

Wolfgang Herrndorf: Tschick, Hamburg 2012.

Andreas Steinhöfel: Die Mitte der Welt. Hamburg 1998 / 2004 (Taschenbuchausgabe).

Textausgabe:

Taschenbuchausgabe: Tamara Bach: Marsmädchen, Hamburg 2023.

Bach: „Marsmädchen“: Herunterladen [docx][133 KB]