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Unterrichtsvorschlag


Als Einstieg in das Thema erhalten die Schülerinnen und Schüler Fälle möglicher Verletzung von Menschenwürde ( Fälle ) und müssen sich entscheiden, ob jeweils eine Würdeverletzung vorliegt oder nicht. Nach dem Prinzip der wachsenden Gruppe diskutieren sie ihre Entscheidungen.

Da die Fälle als Fallvignetten konzipiert sind, bieten sie Anlass für inhaltliche Präzisierungsfragen der Schülerinnen und Schüler, die dann durch Rückfragen des Lehrers produktiv genutzt werden können (z.B.: Warum, glauben Sie, hilft Ihnen diese Information bei der ethischen Urteilsfindung weiter? Auf dem Hintergrund welcher moralischen Annahme ist diese Information relevant?
( Arbeit mit Fallvignetten )

Ziel der Diskussion soll sein, dass sich daraus Analysefragen für die Menschenwürdeproblematik ergeben: Was müssen wir wissen, welche Informationen brauchen wir etc.?

Beispiele für Fragen:

  • Wird die Würde eines Menschen (nur) dann verletzt, wenn er selbst es als Würdeverletzung empfindet? (Fall Casting-Show, Fall Pflege)
  • Löscht „Freiwilligkeit“ eine Würdeverletzung aus? (Fall Casting-Show)
  • Sind äußere Bedingungen (Öffentlichkeit, Nicht-Öffentlichkeit, Folgen für die Zukunft, Beziehung bzw. Machtverhältnis zwischen den Beteiligten etc.) entscheidend für die Frage, ob bei einer Handlung eine Verletzung der Menschenwürde vorliegt? (Fall Casting-Show)
  • Ist jede Menschenwürde-Verletzung eine Demütigung und umgekehrt? (Fall Schülerstrafe)
  • Haben Tote Menschenwürde? (Fall Ausstellung)
  • Liegt eine Menschenwürde-Verletzung vor, wenn ein Mensch als Mittel für fremde Absichten benutzt wird? (Fall Ausstellung)
  • Haben Verbrecher Menschenwürde? (Fall Stalking, Fall Pranger)
  • Wird die Menschenwürde verletzt, wenn ein Menschenrecht verletzt wird? (Fall Ganzkörper-Scanner, Fall Burkaverbot)
  • Können Kollektive in ihrer Würde verletzt werden? (Fall Karikaturen)
  • Kann ich mir die Würde selbst absprechen? (Fall Pflege)
  • Sind Gefühle wie Scham Anzeichen für Würdeverletzungen? (Fall Pranger, Fall Schülerstrafe)

Alternative oder zusätzliche Möglichkeiten:

  • Die Schülerinnen und Schüler erhalten die Fälle oder Teile davon und sollen diese in eine Hierarchie bringen nach der Schwere der Würdeverletzung.
  • Die Schülerinnen und Schüler werden aufgefordert aus den Medien Meldungen als Beispiele für Würdeverletzungen zu sammeln sammeln und ihre Wahl zu begründen.
  • Die Schülerinnen und Schüler werden aufgefordert, Fotos oder Bilder zu sammeln, in denen für sie Würdeverletzungen dargestellt werden. (Die Lehrkraft könnte auch selbst eine Bilderkartei mitbringen)
  • Die Schülerinnen und Schüler konzipieren eine kleine Umfrage zum Thema. (Z.B.:  Wann wird für Sie die Würde eines Menschen verletzt? Kann man seine Würde verlieren?  Ist Respekt das gleiche wie Würde?)
  • Zitate zum Thema „Menschenwürde“ (→ Datei Zitate) im Klassenzimmer aufhängen und die Schülerinnen und Schüler sich positionieren lassen.
  • Die Schülerinnen und Schüler erhalten den Auftrag, ein Tagebuch zu führen, in dem sie Beobachtungen zum Begriff der Würde notieren. Diese Notizen können sie mit Bildern und Texten illustrieren.

Aber auch:

  • Den Schülerinnen und Schüler erhalten die Fälle bzw. Teile davon und sollen bestimmen, was das Gemeinsame dieser Fälle ausmacht.

 

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