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M1-M4

Dossier

Nachhaltigkeit in der Papierbeschaffung und Zeitungsproduktion am Beispiel der Axel Springer AG

M 1 Die Axel Springer AG erhält den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für „Deutschlands nachhaltigsten Einkauf 2008“

Die Jury begründet ihre Entscheidung:

Deutschlands größter Zeitungs- und drittgrößter Zeitschriftenverlag hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Nachhaltigkeitsinitiativen in seiner Wertschöpfungskette initiiert, die vor allem im Einkauf zu deutlichen Verbesserungen der Nachhaltigkeitsleistung geführt haben.

Bestandteile der Nachhaltigkeitsstrategie im Einkauf sind eine hohe Zertifizierungsquote für Rohstoffquellen durch PEFC, FSC-, ISO 14001 und EMAS sowie hohe Anforderungen an das Stakeholder-Management aller Zulieferer. Weiterhin führt die Axel Springer AG lokale Auditierungen 19 bei ihren Zulieferern vor Ort durch. Ziel ist die kontinuierliche Optimierung sozialer und ökologischer Standards bei der Gewinnung von Rohstoffen. Dazu wird Druckpapier bis an den Ursprung der Holz- und Papierkette analysiert. Ein innovativer Schwerpunkt liegt bei der Einbeziehung relevanter Akteure – vom Papierhersteller über den Waldbesitzer bis zu den Umweltorganisationen und Vertretern der Ureinwohner, von Russland über Finnland bis Kanada.

Die hohen Nachhaltigkeitsanforderungen des Einkaufs haben branchenweite Vorbildfunktion, was sich auch in zahlreichen, Preisen und Spitzenpositionen in CSR 20 -Ratings widerspiegelt. Unterstützt werden die Initiativen des Einkaufs von einer unternehmensweiten Nachhaltigkeits-Strategie, die vom Vorstand verantwortet wird und branchenübergreifende Standards setzt. Beispielhaft können hier die ausführliche CO 2 -Buchhaltung seit den 1990er Jahren, eine Recyclingrate von aktuell 66 Prozent sowie die kontinuierliche Senkung von Energie- und Wasserverbrauch genannt werden.

Die Mitwirkung in zahlreichen Organisationen wie der AGRAPA 21 , den Branchenverbänden BDZV 22 und VDZ 23 fördert konsequent den Dialog und die Fokussierung weiterer Nachhaltigkeitsinitiativen. Die Nachhaltigkeitsleistungen des Einkaufs wurden von der Jury analysiert und verglichen, wobei insbesondere die lange Tradition der Transparenz durch Veröffentlichung aller Papierlieferanten, die vollständige Berücksichtigung des GRI 24 -Leitfadens im Nachhaltigkeitsreporting und die Konsequenz und Innovation in der Auswahl und nachhaltigkeitsorientierten Kooperation mit Zulieferern positiv hervortraten. Trotz intensiven Wettbewerbsdrucks in der Druck- und Medienbranche ist es der Axel Springer AG gelungen, hohe Nachhaltigkeitsstandards im Einkauf zu entwickeln und an Zulieferer sowie interessierte Unternehmen weiterzugeben.

Die Jury hat daher entschieden, der Axel Springer AG den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Einkauf“ zuzuerkennen.

Quelle: http://www.deutscher-nachhaltigkeitspreis.de/

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis wird seid 2009 an Unternehmen und Einzelpersonen verliehen, die nachhaltiges Wirtschaften in vorbildlicher Weise verwirklicht haben. Schirmherrin ist Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Auf der Internetseite sind weitere Informationen zu finden über die Mitglieder der Jury, die Wettbewerbskriterien und Beteiligten an diesem Projekt.

M 2 Nachhaltigkeit – Fragen und Antworten

Warum engagiert sich Axel Springer für die ökologische Qualität seiner Produkte?

Axel Springer bekennt sich zu seiner Verantwortung für die Umwelt. Denn es schreibt sich besser und glaubwürdiger über Umweltfragen, wenn sich auch das Unternehmen aktiv für den Schutz der Umwelt einsetzt.

Wofür steht der Begriff „Nachhaltigkeit“?

Bei dem heute international verwendeten Begriff „Nachhaltigkeit“ („Sustainability“) geht es um die Ausgewogenheit von Schutz der Umwelt, wirtschaftlichem Wohlstand und Erhaltung sozialer Grundrechte in Gegenwart und Zukunft.

Warum berichten Unternehmen über ihr Nachhaltigkeitsengagement?

Das wirtschaftliche, soziale und ökologische Verhalten von Unternehmen – also ihre Leistung für eine „Nachhaltige Entwicklung“ – wird von einer global vernetzten Öffentlichkeit aufmerksam beobachtet. Daher liegt immer mehr Unternehmen daran, ihre Tätigkeit transparent und nachprüfbar darzustellen.

Welche internationalen Standards gibt es für das Nachhaltigkeitsreporting?

Es gibt die Empfehlungen der „Global Reporting Initiative“ (GRI). Berichte, die sich an der GRI orientieren, sind vergleichbar (www.globalreporting.org). Eine deutsche Übersetzung der GRI kann unter www.globalreporting.org heruntergeladen werden.

Wie entstand die GRI?

Die GRI entstand 1997 aus einer gemeinsamen Initiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und der „Koalition für umweltverantwortliches Wirtschaften“ (CERES). Mittlerweile beraten sich in ihr Fachleute aus vielen Bereichen und Erdteilen. Sitz der GRI ist Amsterdam.

Was sind die sogenannten GRI-Nachhaltigkeitsindikatoren?

Die GRI-Indikatoren beziehen sich auf die drei Bereiche Soziales, Ökologie und Ökonomie. Die Leistungen des Unternehmens in diesen Bereichen sollen beschrieben und ggf. durch Kennzahlen ergänzt werden.

Müssen alle von der GRI geforderten Nachhaltigkeitsindikatoren abgehandelt werden?

Zumindest die sogenannten „Kernindikatoren“ sollten berücksichtigt werden. Aber nicht jedes Unternehmen verfügt über alle verlangten Informationen bzw. möchte diese veröffentlichen. Wichtig ist, dass die Gründe für die Nichtveröffentlichung genannt werden. Allgemein gilt: Je mehr Indikatoren dokumentiert werden, desto besser.

Quelle: http://www.axelspringer.de/artikel/Service_249406.html

M 3 Die Axel Springer AG – ein Kurzportrait

Insgesamt ist Axel Springer mit über 170 Zeitungen und Zeitschriften, mehr als 60 Online-Angeboten für die unterschiedlichsten Interessengruppen sowie Beteiligungen an TV- und Radiosendern in 35 Ländern aktiv. Die 10.666 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2008 einen Gesamtumsatz von 2.728,5 Mio. Euro, ein EBITDA von 486,2 Mio. Euro sowie einen Jahresüberschuss von 571,1 Mio. Euro und damit das höchste Ergebnis der Unternehmensgeschichte.

Quelle: Axel Springer Verlag: Kompakt 2009, S.5
http://www.axelspringer.de/dl/101713/KOMPAKT_2009_Einzelseiten.pdf

M 4 Die grundlegenden Aufgaben eines Unternehmens – das Beispiel der Produktion von Zeitungen und Zeitschriften in der Axel Springer AG

Beschaffung

Produktion

Absatz

Papier (davon 66% Altpapier)

Druckfarbe

Offsetdruckereien u.a. in Hamburg-Ahrensburg
Essen-Kettwig
Berlin-Spandau

Produkte u.a.
BILD, Die Welt, Berliner Zeitung, Hamburger Morgenpost, Hörzu, Auto Bild, Sport Bild, Computer Bild, Frau von Heute, Musik Express, Rolling Stone

Kernmärkte: Ballungsräume Hamburg
Nordrhein-Westfalen
Berlin

120.000 Verkaufsstellen, darunter über 9.400 Discounter (Lidl, Penny, ALDI Nord)

Zustellung per Post und Versand (Abo-Geschäft)

Auftragsdruckgeschäft für andere Verlage (27% in 2007)

Quellen:

Axel Springer, Nachhaltigkeitsbericht 2007, S. 49 (zum Papierrecycling)
http://www.axelspringer.de/dl/85273/nachhaltigkeitsbericht_2007j.pdf

http://www.axelspringer.de/artikel/Druckereien_40290.html

http://www.axelspringer.de/artikel/Vertrieb_40330.html


19 Audit: zur Klärung dieses Begriffs vgl. M 10.

20 CSR: Corporate Social Responsibility: Unternehmerische Verantwortung für Nachhaltigkeit

21 AGRAPA: Gesellschaft für Papierrecycling

22 BDZV: Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger

23 VDZ: Verband Deutscher Zeitschriftenverleger

24 GRI: Global Reporting Initiative; vgl. M2