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Durchführung

I. Instruktionsphase

Die Lehrperson informiert die Klasse über die bevorstehende Unterrichtseinheit und weist sie auf die neuen Zielsetzungen der Integrativen Module hin. Diese sollen an dem Thema “Umgestaltung des Pausenhofs der Schule zum Aktiv-Spielplatz“ in einem Planspiel erprobt werden. Als Motivationshilfe dient der Hinweis, dass so eine Initiative von der SMV ausgehen könnte. Unter Leitung der SMV soll ein Antrag an den Gemeinderat zwecks Umgestaltung des Pausenhofs gestellt werden, der nur gut begründet Aussicht auf Erfolg hat. Es ist nun mehr Aufgabe der Klasse, einen solchen Vorschlag mit Einzelheiten hinsichtlich der Geräteanforderungen etc. und der Kosten zu erstellen.

II. Gemeinsame Problemformulierung und Begründung der Umgestaltung des Pausenhofs

Vorgeschlagen wird ein zweiphasiges Vorgehen:

Mithilfe der Moderationsmethode sammeln die SchülerInnen zunächst Begriffe / Argumente, die eine Umgestaltung wünschenswert, ja notwendig erscheinen lassen. Die genannten Stichworte sollten später von der SMV-Gruppe als Grundlage für die prinzipielle Begründung des Antrags an den Gemeinderat verwendet werden, z.B.:

  • mehr Abwechselung und Bewegung während der Pausen
  • Motivation für sportliche Aktivitäten schaffen
  • Sport als Möglichkeit Freundschaften zu schließen
  • Alternative zu (muffigen) Sporthallen.

Anschließend wird mit derselben Methode ermittelt, welche Interessen-Gruppen denkbar wären, z.B. Tischtennis, Trampolin, Klettergruppe, Basketball, Volleyball. Sodann (ggfs. nach Punktabfrage) werden die entsprechenden Gruppen nach Neigung und Interesse gebildet, die die Aufgabe haben, sowohl Begründungen für ihre Ansprüche auszuarbeiten als auch konkret den Flächenbedarf für ihre Aktivität und die Kosten zu ermitteln. (Sollte eine Gruppe zustande kommen, deren mögliche Anforderungen in der Materialliste nicht berücksichtigt sind, kann die Lehrperson zur nächsten Unterrichtsstunde für Abhilfe sorgen.)

Eine Gruppe muss die SMV-Rolle übernehmen. Diese erhält für die folgende Gruppenarbeitsphase einen gesonderten Auftrag.

III. Informations- und Arbeitsphase in Gruppen

Auf dem Informationsmaterial (Karte, Preisliste) sollten den SchülerInnen die Rahmenbedingungen genannt werden, d.h. vorhandene Gesamtfläche und ungefähre Kostenhöhe. Die Interessen-Gruppen erhalten folgende gleich lautende Arbeitsaufträge:

  1. Begründet möglichst vielfältig, warum ihr für viele SchülerInnen sprecht und deshalb eure Anforderungen besonders berechtigt sind.
  2. Ermittelt mithilfe der Karte vom Pausenhof , wie groß die für eure Aktivität benötigte Fläche in m2 sein sollte. Fertigt für die Präsentation von dieser Fläche eine maßstabgetreue (farbige) Schablone an.
  3. Sucht einen (vorläufigen) Ort, an dem ihr am liebsten angesiedelt werden würdet. Überlegt dabei, wie das mit den anderen Gruppen zusammenpassen könnte.
  4. Überlegt, ob für eure Aktivität ein besonderer Bodenbelag erforderlich ist und ob es eventuell eine umweltgerechtere Lösung gibt. Formuliert eine Begründung für den gewünschten Bodenbelag.
  5. Erstellt unter Verwendung der Preisliste eine Kosten-Rechnung, mit der ihr alle Ausgaben (Bodenbelag, Geräte etc.) erfasst, die für die Verwirklichung eurer Aktivität notwendig sein würden.
  6. Bereitet euch darauf vor, gemeinsam als Gruppe in bestmöglicher Form den anderen eure Forderungen präsentieren zu können. Eure Präsentation könnte entscheidend sein für die Berücksichtigung im Antrag an den Gemeinderat!

Die SMV-Gruppe erarbeitet a) die Begründung des Antrags auf Umgestaltung unter Verwertung der Ergebnisse aus der ersten Moderations-Runde und b) mögliche Kriterien zur Beurteilung der einzelnen Gruppen-Ansprüche. Denkbare Kriterien wären z.B.: Flächenanspruch, erwartete Nutzerzahl, Lärmpegel, Gefahrenpotential für Verletzungen, Kosten, u.a.

Da die Gruppe vielleicht eher fertig ist als die anderen, könnte ihr das Privileg eingeräumt werden, sich bei den Interessen-Gruppen schon einmal vorab zu informieren, um ein wenig darauf vorbereitet zu sein, später erforderliche Kompromissvorschläge machen zu können.

IV. Entscheidungsphase

Unter Leitung der SMV-Gruppe (assistiert von der Lehrperson) tragen die Gruppen ihre Vorschläge und Anforderungen vor. Die verschiedenfarbigen Flächen-Schablonen der Gruppen werden auf einer von der SMV-Gruppe vorbereiteten Karte befestigt und machen sofort die Flächenkonkurrenzen und -überschneidungen deutlich. Die SMV-Gruppe bewertet die Vorträge unter dem Aspekt der Vereinbarkeit und dem der Kosten sowie der weiteren Kriterien. Ziel der anschließenden Diskussion sollte es sein, einen einvernehmlichen Vorschlag und das heißt einen Kompromiss zu finden. Dabei wird die Sozialkompetenz aller SchülerInnen in besonderer Weise gefordert sein.

Es erscheint sinnvoll, dass die SMV-Gruppe abschließend einen Antrag formuliert, der folgende Punkte enthält:

  1. aus der prinzipiellen Begründung der Umgestaltung (von der SMV-Gruppe)
  2. den spezifischen Begründungen der Interessen-Gruppen
  3. der Gesamt-Kosten-Rechnung

Damit wird den SchülerInnen zumindest ansatzweise ein Eindruck von offiziellen Verfahrensstrukturen und damit ein weiterer Baustein in politischer Kompetenz vermittelt.

V. Reflexionsphase

Nach Beendigung der Plenums-Sitzung sollte eine Reflexion des Verlaufs erfolgen. Dabei sind die verschiedenen Bereiche zu berücksichtigen, z.B.:

  • Wurde euer Beitrag in der Gruppe angemessen berücksichtigt?
  • Herrschte eine faire Zusammenarbeit?
  • An welchen Stellen fehlten euch Informationen?
  • Hattet ihr ausreichend Anregungen für eure Begründungen?
  • Entspricht das Ergebnis in der Gruppe/im Plenum euren Erwartungen?
  • Haltet ihr den gefundenen Kompromiss für akzeptabel?
  • Welche Argumente haben euch am meisten überzeugt/beeindruckt?
  • Woran könnte es gelegen haben, dass ihr die Aufgaben nicht erfüllt habt?
  • Was hat euch an der Unterrichtsgestaltung gefallen / nicht gefallen?

Das Planspiel Schulhof steht in zwei Teilen zum Download bereit:
Teil 1 Herunterladen [PDF] [95 KB]
Teil 2 "Planungsskizze" Herunterladen [PDF] [29 KB]