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Leitgedanken Geographie

Die wachsende Komplexität unserer heutigen Welt bedarf einer über die Fachsystematiken hinausgehenden ganzheitlichen Betrachtungsweise. Daher ist es Aufgabe der Schule, Schülerinnen und Schülern ein zunehmend vernetztes Denken zu vermitteln. Das Arbeiten in Fächerverbünden wird dieser Forderung gerecht. Es bietet die Möglichkeit geeignete Themen- und Fragestellungen mehrperspektivisch zu erschließen und in einen übergreifenden Sinnzusammenhang zu stellen.

Vernetztes Denken, die Herstellung von fächerübergreifenden Bezügen und die Fähigkeit zu ganzheitlicher Betrachtungsweise benötigen gleichzeitig eine gesicherte fachliche Basis. Nur wer grundlegende fachspezifische, systematisch erworbene Kenntnisse und Kompetenzen in bestimmten Teilbereichen erworben hat, kann diese in einen größeren sachlogischen Zusammenhang stellen.

Fächerübergreifende Themenstellungen sind Gegenstand integrativer Module. Hier werden den Schülerinnen und Schülern zusätzlich zur Fachsystematik anhand geeigneter Themenfelder wichtige fächerübergreifende Kenntnisse und Einsichten vermittelt. Der Fächerverbund GWG am Gymnasium hat daher das Ziel, fachorientiert-systematisches und fächerübergreifend-integratives Lernen in einer angemessenen Gewichtung zu kombinieren.

Grundlegende gemeinsame Ziele des Fächerverbunds sind die Vermittlung von

  • Kenntnissen und Fertigkeiten, die zum Verständnis gesellschaftlicher Strukturen und Prozesse in der Einen Welt notwendig sind
  • Fähigkeiten, um selbstständige und begründete Beurteilungen individueller und gesellschaftlicher Entscheidungssituationen und Problemlagen vornehmen zu können
  • Fähigkeiten, um in bestimmten Lebenssituationen individuelle Entscheidungen in sozialer Verantwortung und unter Aspekten der Nachhaltigkeit treffen und umsetzen zu können
  • Fähigkeiten, gesellschaftliche, politische, geographische und wirtschaftliche Sachverhalte in ihren wechselseitigen Abhängigkeiten verstehen und beurteilen zu können

Dabei vermittelt die Geographie raumbezogene Handlungskompetenzen im Sinne eines ganzheitlichen Verständnisses von Lebensräumen, die Gemeinschaftskunde politische und soziale Handlungskompetenz mit dem Ziel des politisch mündigen Bürgers in der Demokratie. Geographie und Gemeinschaftskunde vermitteln gemeinsam ökonomische Handlungskompetenz mit dem Ziel des mündigen Wirtschaftbürgers, der in der Lage ist, ökonomische Situationen und Problemstellungen zu bewältigen.

Die beiden Fächer des Verbundes ermöglichen jeweils den Erwerb fachbezogener Kompetenzen. Darüber hinaus tragen Gemeinschaftskunde und Geographie gemeinsam zur Aneignung übergreifender methodischer, sozialer und personaler Kompetenzen bei. Im Hinblick auf eine spätere Studierfähigkeit sollten die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt sein, stufenadäquat Lernprozesse eigenverantwortlich, erkenntnisorientiert, selbstständig und gezielt – auch in Lerngruppen – zu planen und durchzuführen. In einem altersgemäß angelegten Unterricht erwerben sie dazu u. a. im Bereich der methodischen Kompetenzen die Fähigkeit, sich Informationen aus unterschiedlichen Quellen zu beschaffen, diese zu verwerten und zu bewerten und dabei auch Bildmaterial (z. B. Karikaturen) zu interpretieren; zudem verfügen sie über die Fähigkeit, mit Medien zielorientiert und quellenkritisch umzugehen. Sie sind dazu in der Lage, Tabellen, Grafiken und Diagramme auszuwerten, zu analysieren und zu bewerten und diese auch selbstständig zu erstellen. Die Fähigkeiten zur schriftlichen und mündlichen Ausdrucksfähigkeit sowie die Beherrschung von Visualisierungstechniken bilden wichtige Voraussetzungen zur Teilnahme am gesellschaftlichen, politischen und fachwissenschaftlichen Diskurs. Sowohl für naturwissenschaftliche als auch für gesellschaftswissenschaftliche Fragestellungen sind die Fähigkeiten, Modelle zu interpretieren, zu beurteilen und zu erstellen wie auch entsprechende Sachverhalte mithilfe von Simulationen zu analysieren und zu beurteilen, von Bedeutung.

Eine abschließende kritische Sichtweise durch die Schülerinnen und Schüler trägt zum Erwerb einer umfassenden Methodenkompetenz bei.

Die integrativen Module wie auch der Fachunterricht bieten die Möglichkeit, übergreifende soziale und personale Kompetenzen zu entwickeln bzw. zu festigen. Dazu zählen die Bereitschaft zu einem demokratischen, toleranten und ethisch verantwortlichen Handeln, die Fähigkeit zu interkulturellem Lernen wie auch zur Kooperation und Konfliktlösung. Die individuelle Bereitschaft und Fähigkeit, Selbst-Bewusstheit zu entwickeln, ist eine wesentliche Grundlage für das Gelingen eines gesellschaftlichen Lebens. Der Fächerverbund fördert deshalb die Fähigkeit, die eigene Berufswahl und die eigenen Lebensentwürfe zu reflektieren.

In einem durchgängig abgestimmten, stufenadäquaten Fachunterricht in den Fächern Gemeinschaftskunde und Geographie erfolgt die Vermittlung von geographischen, politischen, rechtlichen, soziologischen und wirtschaftlichen Grundkenntnissen und -kompetenzen, die schrittweise ihre fachspezifische Vertiefung erfahren. Die einzelnen Fächer und Fachbereiche werden je nach schulischer Entscheidung organisatorisch abgestimmt von den jeweiligen Fachlehrkräften in Gemeinschaftskunde bzw. Geographie unterrichtet. Die Bildungsstandards Wirtschaft werden in die Fächer Geographie und Gemeinschaftskunde integriert. Dabei ist Geographie in den Klassen 5 bis 7 und Gemeinschaftskunde in den Klassen 8 bis 10 Leitfach für Wirtschaft.

Der abgestimmte Fachunterricht liefert somit die Voraussetzung für die Behandlung fächerübergreifender Themenstellungen im Kontext ihrer gesellschaftlichen, politischen, geographischen und wirtschaftlichen Verflechtungen. Die Konzeption der integrativen Module ist stufenadäquat angelegt und geht davon aus, dass mit zunehmendem Basiswissen der Schülerinnen und Schüler ein höherer Grad an Vernetzungskompetenz erzielt wird.

Die Kooperation mit nah verwandten Fächern, insbesondere mit dem Fach Geschichte, ist erwünscht.