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M 8 Lern­sta­tio­nen / Vor­schlä­ge zum Vor­ge­hen

In­fo­box

Diese Seite ist Teil einer Ma­te­ria­li­en­samm­lung zum Bil­dungs­plan 2004: Grund­la­gen der Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung. Bitte be­ach­ten Sie, dass der Bil­dungs­plan fort­ge­schrie­ben wurde.


Der Un­ter­richts­vor­schlag bie­tet 14 Lern­sta­tio­nen, die An­läs­se dafür geben, über ein­zel­ne As­pek­te des The­mas „Höf­lich­keit“ nach­zu­den­ken und mit den Klas­sen­ka­me­ra­din­nen und –ka­me­ra­den ins Ge­spräch zu kom­men. Dies – und das Ziel der Ar­beit mit den Lern­sta­tio­nen ( Im An­schluss daran wol­len wir uns dar­auf ei­ni­gen, was höf­lich sein heißt ) – gibt die Lehr­per­son den Schü­le­rin­nen und Schü­ler zuvor be­kannt.

Die Lern­sta­tio­nen be­ste­hen aus Ko­pi­en in DIN A 3 –Größe und wer­den an un­ter­schied­li­chen Plät­zen  im Raum auf­ge­stellt, -ge­hängt oder hin­ge­legt.

1. Lern­sta­tio­nen Site­see­ing

Es hat sich als pro­duk­tiv er­wie­sen, die Schü­le­rin­nen und Schü­ler ein­fach durch „Aus­stel­lung“ der Blät­ter der Lern­sta­tio­nen schlen­dern zu las­sen – etwa wie beim Bum­mel vor­bei an Schau­fens­tern oder durch eine frem­de Stadt – und sie auf­zu­for­dern, ste­hen zu blei­ben und ge­nau­er zu schau­en, wenn etwas in­ter­es­sant er­scheint, bzw. wei­ter zu gehen, wenn keine In­ter­es­se be­steht. Nach einer Weile und auf ein Zei­chen hin stel­len sich die Schü­le­rin­nen und Schü­ler zu der Lern­sta­ti­on, die sie am meis­ten an­ge­spro­chen hat und be­schäf­ti­gen sich (al­lei­ne oder in einer Grup­pe) mit ihr. Die­ses Vor­ge­hen kann mehr­mals wie­der­holt wer­den.

2. Be­ar­bei­tung der Lern­sta­tio­nen auf tra­di­tio­nel­le Weise

Es liegt in der Natur der Sache, dass die Be­ar­bei­tungs­dau­er der Lern­sta­tio­nen un­ter­schied­lich ist. Es macht des­halb wenig Sinn, die Lern­sta­tio­nen an ein­zel­ne Schü­le­rin­nen oder Schü­ler  zu ver­tei­len. Im Sinne einer Dif­fe­ren­zie­rung bie­tet es sich je­doch an, den Schü­le­rin­nen oder Schü­lern  freie Hand bei der Be­ar­bei­tung der Lern­sta­tio­nen zu las­sen und le­dig­lich die Be­ar­bei­tungs­zeit fest­zu­le­gen.

Eine wei­te­re Mög­lich­keit be­steht darin, Lern­sta­tio­nen so zu kom­bi­nie­ren, dass eine ähn­li­che Be­ar­bei­tungs­zeit zu er­war­ten ist. Na­tür­lich kann man auch Schü­le­rin­nen oder Schü­ler so kom­bi­nie­ren, dass in der Summe gleich­lan­ge Ar­beits­zei­ten her­aus­kom­men.

3. „No­tiz­zet­tel-Puz­zle“  als (Selbst-)Kon­trol­le

Um für die Schü­le­rin­nen oder Schü­ler eine Kon­trol­le zu haben, wel­che Lern­sta­tio­nen be­reits be­ar­bei­tet wur­den, kann bei jeder Lern­sta­ti­on ein Puz­zle­teil als „No­tiz­zet­tel-Puz­zle“ (s. M6 ) aus­ge­legt wer­den, auf dem Ge­dan­ken, Bei­spie­le oder Lö­sun­gen zu den ein­zel­nen Sta­tio­nen no­tiert wer­den kön­nen. Wur­den alle Sta­tio­nen be­sucht, er­gibt das Puz­zle ein voll­stän­di­ges Recht­eck. Diese Me­tho­de eig­net sich gut auch, wenn meh­re­re Schü­le­rin­nen oder Schü­ler in einer Grup­pe zu­sam­men­ar­bei­ten.

4. Mei­nungs­aus­tausch über ver­schie­de­ne Fra­gen zu den Lern­sta­tio­nen

Das sich an die Ar­beit mit den Lern­sta­tio­nen an­schlie­ßen­de Ge­spräch, in dem um­ris­sen wer­den soll­te, was die Schü­le­rin­nen oder Schü­ler ge­lernt haben, kann durch den Ein­satz von zwei  gro­ßen Wür­feln, auf deren Sei­ten die Fra­gen (s.u.) ge­klebt sind, struk­tu­riert wer­den. Man kann auch mit zwei nor­ma­len Wür­feln wür­feln und für jede Zahl eine Frage be­reit hal­ten. Dabei macht es gar nicht aus, wenn eine Frage mehr­mals zur Be­ant­wor­tung ge­wür­felt wird, denn jeder der Schü­le­rin­nen oder Schü­ler  ge­wich­tet durch seine in­di­vi­du­el­le For­mu­lie­rung in der Ant­wort etwas an­ders.

Bei einer Lern­grup­pe, die sich schwer damit tut, ei­gen­stän­dig zu ar­bei­ten kön­nen die Fra­gen auch vor Be­ginn der Ar­beit an den Lern­sta­tio­nen an die Schü­le­rin­nen oder Schü­ler aus­ge­teilt wer­den. Part­ner­ar­beit als wei­te­re Mög­lich­keit der Un­ter­stüt­zung macht dann eben­falls Sinn.

Fra­gen für die Wür­fel­sei­ten

mög­li­che Ant­wor­ten

Wird man für un­höf­li­ches Ver­hal­ten be­straft?

Bei Re­geln der Höf­lich­keit han­delt es sich um Kon­ven­tio­nen. Sank­tio­nen wer­den des­halb meist in Form von so­zia­ler Miss­bil­li­gung wirk­sam. Auf der an­de­ren Seite kann die Kennt­nis, bzw. Un­kennt­nis der Höf­lich­keits­re­geln auch zur so­zia­len Aus­gren­zung be­nutzt wer­den.

Wie lernt man höf­li­ches Ver­hal­ten?

Höf­lich zu sein lernt man durch Nach­ah­mung und Er­zie­hung: Indem man höf­lich ist, wird man höf­lich. Höf­lich zu sein ist der erste Schritt in der Er­zie­hung zu mo­ra­li­schem Ver­hal­ten.

Muss man immer höf­lich sein?

Höf­lich­keit hat die ei­ge­ne Wert­schät­zung als Vor­aus­set­zung und Gren­ze.

Wel­che Auf­ga­ben be­sitzt Höf­lich­keit im Um­gang der Men­schen mit­ein­an­der?

  1. Höf­lich­keit dient zur Ver­mei­dung in­ter­per­so­na­ler Kon­flik­te.
  2. Höf­lich­keit zeigt die Wert­schät­zung für den an­de­ren.
  3. Höf­lich­keit hat zum Ziel den Schutz des An­de­ren, nicht nur vor kör­per­li­cher Ver­let­zung.
  4. Höf­lich­keits­re­geln ma­chen mensch­li­ches Ver­hal­ten, zwi­schen­mensch­li­che In­ter­ak­tio­nen und Re­ak­tio­nen vor­aus­sag­ba­rer und die­nen so der Sta­bi­li­tät, gleich­zei­tig schaf­fen sie auch Dis­tanz.

Wel­che Vor­tei­le bringt es, wenn man weiß, wie man sich in einer be­stimm­ten Si­tua­ti­on an­ge­mes­sen ver­hält?

Höf­lich­keits­re­geln geben Ori­en­tie­rung und ent­las­ten von der per­ma­nen­ten Re­fle­xi­on über "rich­tig" und "falsch".

Lügt man, wenn man höf­lich ist?

Höf­lich­keit ist ein ge­mein­sa­mes Spiel mit all­ge­mein ak­zep­tier­ten Re­geln ohne Täu­schungs­ab­sicht und ohne da­durch al­lein den ei­ge­nen Vor­teil er­rei­chen zu wol­len.

Wie wer­den höf­li­che Men­schen von an­de­ren ge­se­hen?

Höf­li­ches Ver­hal­ten för­dert die Ach­tung und stei­gert in höchs­tem Maße die Wert­schät­zung für den Höf­li­chen - und ist für den an­de­ren un­mit­tel­bar an­ge­nehm.

Wel­che Grün­de für höf­li­ches Ver­hal­ten sind kri­tisch zu sehen?

  1. Höf­lich ist man nicht (zu­vör­derst) aus dem Grund, um ei­ge­ne Vor­tei­le zu er­rei­chen.
  2. Höf­lich­keit darf nicht zur Ent­schul­di­gung ei­ge­ner Feig­heit her­an­ge­zo­gen wer­den.
  3. Sie darf auch nicht kon­struk­ti­ve Kri­tik er­set­zen, die den an­de­ren wei­ter­bringt.

Was ver­steht man unter fal­scher Höf­lich­keit?

Höf­li­che Ver­hal­tens­wei­sen, die aus Ei­gen­nutz ohne Re­spekt für den an­de­ren durch­ge­führt wer­den.

Was meint der Aus­druck „höf­lich mit Herz“?

Da mit dem Be­griff „höf­lich“ bei­des ge­meint sein kann – so­wohl die rein for­ma­le Ver­hal­tens­wei­se als auch der Aus­druck einer wert­schät­zen­den in­ne­ren Hal­tung des Han­deln­den – wird mit der Er­gän­zung „mit Herz“ auf die zwei­te Be­deu­tung des Be­griffs „höf­lich“ hin­ge­wie­sen. 

Stimmt die Aus­sa­ge: Nur dem Höf­li­chen ge­bührt Höf­lich­keit?

Höf­lich­keit als Aus­druck einer grund­sätz­li­chen Hal­tung ge­gen­über Men­schen vs Höf­lich­keit als kon­ven­tio­nel­le Ver­hal­tens­wei­se in einem be­stimm­ten ge­sell­schaft­li­chen Kon­text.