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Material 1

Die erworbene Immunantwort

Luna ist krank. Sie niest und hustet und liegt mit Fieber und Kopfschmerzen im Bett. Sie hat sich mit Grippeviren infiziert. Grippe-Viren befallen im Nasen-Rachen-Raum die Schleimhautzellen. In diesen Wirtszellen werden sie massenhaft vermehrt. Wenn eine infizierte Zelle platzt, werden die neu gebildeten Viren frei und gelangen über die Blutbahn zu anderen Wirtzellen. In Lunas Köper hat der Kampf gegen die Viren bereits begonnen. Zur Abwehr dieser Fremdkörper kommen spezielle weiße Blutzellen zum Einsatz, die Lymphozyten: Helferzellen, Plasmazellen und Killerzellen.

Die Viren werden von den Fresszellen an ihren besonderen Oberflächenstrukturen, den Antigenen, als fremd erkannt. Antigene lösen die erworbene Immunantwort aus. Die Fresszellen umfließen die Fremdkörper und bauen sie ab. Sie präsentieren Bruchstücke der Viren als Antigene auf ihrer Zelloberfläche.

Mit Antigenen beladene Fresszellen aktivieren die Helferzellen. Diese koordinieren anschließend die Abwehr im Körper. Sie aktivieren die Plasmazellen, die nun genau passende (spezifische) Abwehrstoffe gegen die eingedrungenen Viren produzieren. Diese Y-förmigen Abwehrstoffe bezeichnet man als Antikörper. Die beiden Greifarme passen genau zum jeweiligen Antigen – wie ein Schlüssel zum Schloss. Sie verbinden sich mit den Viren und verklumpen sie. Anschließend werden diese Klumpen von Fresszellen aufgenommen und verdaut.

Antikörper können allerdings nicht in Zellen eindringen. Die Viren vermehren sich in ihren Wirtszellen ungehindert weiter. Deshalb aktivieren die Helferzellen auch die Killerzellen. Sie erkennen infizierte Wirtszellen und zerstören sie. Damit wird eine weitere Vermehrung der Viren verhindert. Fresszellen umfließen die zerstörten Zellen und verdauen sie.

Einige Plasmazellen und Killerzellen werden zu Gedächtniszellen. Diese haben die Fähigkeit, sich die Oberflächenstrukturen (Antigene) des Grippe-Virus zu merken. Bei einer erneuten Infektion erkennen sie die Viren und lösen sofort die Immunantwort aus. Daher kommt es zu keinem erneuten Ausbruch der Krankheit. Der Körper ist nun gegen diesen Erreger immun. Als Immunität bezeichnet man die Fähigkeit, Krankheitserreger mit bekannten Antigenen erfolgreich abzuwehren. Immunität wird im Laufe des Lebens erworben, ist also nicht angeboren. 1


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Text verändert nach: Sabine Marsch: Die weißen Blutzellen schießen Antikörper auf den Virus, in: Unterricht Biologie Nr. 372: Immunbiologie © 2012 Friedrich Verlag GmbH