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Märchenbuch I

Es war einmal ...

Es war einmal eine Schule, in der wurde plötzlich kein normaler Unterricht mehr gemacht. Die Lehrerin stand nicht mehr vorne und musste dauernd Schüler ermahnen. Normalerweise ging das nämlich so zu:

„Seid endlich einmal leise!“. „Lass nicht dauernd dein Geodreieck auf den Boden fallen, das nervt!“ „Hör sofort mit dieser Papierschnipselaktion auf!“ „Bitte keine Papierkügelchen durch die Gegend werfen!“ „Salamibrote werden in der Pause, nicht während des Unterrichts gegessen!“, „Und Vesperbrote werden schon dreimal nicht in meinem Unterricht getauscht!“, "Die Mädchen bekommen gleich Ärger mit mir, wenn sie die Jungs nicht in Frieden lassen!“ „Wo sind deine Arbeitsmaterialien?“ „Rumschreien und Rülpsen im Unterricht ist schlichtweg verboten!“ „Warum funktioniert der Tafeldienst hier eigentlich nicht?“ „Hör auf Herzchen auf den Tisch zu malen!“ und so weiter und so weiter.

Was war passiert? Warum war es so ruhig? Warum arbeiteten die Schüler so eifrig? Hatte die Lehrerin vielleicht einen Herzschlag bekommen, weil die Schüler sie so ärgerten? War sie einfach in Erholungsferien gefahren und hatte die Schüler sich selbst überlassen?

Nein, sie war da und setzte sich meistens zu irgendwelchen Schülern an den Tisch und besprach flüsternd irgendwelche „Geheimrezepte“. Die Schüler wollten nämlich zusammen ein ganz grimmiges und ganz andersenartiges - Verzeihung! - andersartiges Märchenbuch mit tollen, noch nie gehörten Geschichten schreiben, das dann verkaufen, Geld für die Klassenkasse bekommen und natürlich ganz berühmt werden. Einige Mädchen traumten schon von einer Verfilmung in Hollywood.

Der Plan ging so:

Jeder und jede in der Klasse schrieb eine Geschichte oder einen interessanten Text.

Dieser Text wurde dann in einer „Redaktionskonferenz“ besprochen und verbessert oder mit der Textlupe untersucht.

Schüler, die noch Ideen suchten, durften in den mitgebrachten Märchenbüchern lesen, wobei eines davon sich als gemeingefährlich und alptraumerzeugend herausstellte, somit nur für Schüler mit starken Nerven zu empfehlen war.

Wieder andere durften Märchen CDs anhören.

Und wieder andere durften eine passende CD der Kinderuni hören.

Alle wanderten von Station zu Station und es wurden mehr und mehr Geschichten. Manche konnten schon gar nicht mehr aufhören zu schreiben, sie schrieben und schrieben und man sprach schon im ganzen Land von diesen Schreibwütigen.

Da alle Kinder wussten, dass man solche Schreibabenteuer nur besteht, wenn man mucksmäuschenstill (oder muxmeuschenstill???, was sagt der Duden???) ist, hielten sich auch alle an diese Regel und wollten nicht rasten und nicht ruhn, bis das Wunderbuch fertig war.

Tja, und wenn sie nicht gestorben sind, dann... kann man hoffentlich bald ein phänomenal tolles Märchenbuch der Klasse 5a kaufen.

 

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