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Trainingsmodul 9: Richtiges Zitieren - Regeln und Beispiele

Schülerarbeitsblatt:

Man unterscheidet folgende Zitatformen:

  • direktes Zitat (1. - 5.)
  • indirektes Zitat, auch Paraphrase (6. und 7.)
  • Sekundärzitat (8.)
  • Zitat im Zitat (9.)
  1. In einem direkten Zitat werden Ausführungen von Dritten direkt in den eigenen Text übernommen. Diese Übernahmen sind buchstaben- und zeichengetreu unverändert zu übernehmen . Orthografische Fehler oder Zeichensetzungsfehler sind nicht zu korrigieren; sie sollten aber im Text gekennzeichnet werden, entweder mit einem „[sic!]“ oder einem „[!]“. Dies gilt ausdrücklich nicht bei Texten mit alter Rechtschreibung. Hier bleiben Zitate unkorrigiert und ungekennzeichnet. Fremdsprachliche Zitate sind im Original zu zitieren.
  2. Ein direktes Zitat wird zwischen Anführungsstriche gesetzt, dahinter folgt die Fundstelle ohne Zusatz von „vgl.“ oder „siehe“ o. Ä. (siehe 7.) - Das Zitat soll in den Satz eingebunden werden; Zitate in Klammern sind in der Schule nur in Ausnahmefällen zulässig.
  3. Auslassungen in einem Zitat, also die Nicht-Wiedergabe aller Wörter oder Sätze aus einer Textpassage, sind durch drei Punkte anzudeuten. Diese Punkte werden in der Regel in eckige Klammern gesetzt (auch runde Klammern sind möglich). Bei Auslassungen zu Beginn oder am Ende eines direkten Zitats stehen ebenfalls Auslassungszeichen.
  4. Auslassungen eines oder mehrerer Buchstaben eines zitierten Wortes werden durch eckige Leerklammern gekennzeichnet . Veränderte Einzelbuchstaben erscheinen ebenfalls in eckiger Klammer.
  5. Notwendige Zusätze innerhalb eines Zitats, z.B. zur Vervollständigung eines Halbsatzes oder zur Ergänzung, stehen in eckigen Klammern und sind eigene Formulierungen. Alle Hervorhebungen , auch die eigenen, müssen bei direkten Zitaten immer deutlich kenntlich gemacht werden. Entweder man gibt bei am PC angefertigten Arbeiten die Zitate in der gleichen Weise - also fettgedruckt oder kursiv oder unterstrichen - wie in der Originalquelle wieder, oder man unterstreicht generell die im Original besonders hervorgehobenen Stellen. Dahinter (oder in der entsprechenden Fußnote) ist dann auf die eventuell abweichende Hervorhebung aufmerksam zu machen. Will man selber eine Stelle im Zitat herausheben, so ist dies entsprechen anzugeben.
  6. Bei einem indirekten bzw. sinngemäßen Zitat handelt es sich um jede Form der inhaltlichen Anlehnung an Textvorlagen oder der sinngemäßen Wiedergabe fremder Gedanken oder Ausführungen in der eigenen Arbeit. Es ist darauf zu achten, dass nichts wörtlich aus der Vorlage übernommen wird. Die Paraphrase ist in der Regel in der Form der indirekten Rede abzufassen, da es sich in fiktionalen Texten um Äußerungen von Dramenfiguren, des Erzählers oder eines Lyrischen Ichs oder bei Sachtexten um eine vorgetragene Meinung handelt.
  7. Die Quellen werden beim indirekten Zitat im Text (oder in der Fußnote) mit einem „vgl.“ (=vergleiche) oder einem „s.“ (=siehe) angegeben.
  8. Bei einem Sekundärzitat handelt es sich um die Übernahme eines direkten Zitats aus einer Sekundärquelle, also einer Quelle, die das Original- oder Primärzitat verwendet. (Das wissenschaftlich abgesicherte Zitat hat allerdings in der Regel nur eine Fundstelle, nämlich die Originalquelle. Jedes Zitat muss anhand der Originalquelle überprüft werden. Nur wenn der Originaltext nicht beschafft werden kann, ist ausnahmsweise ein Sekundärzitat zulässig. Es ist aber als solches zu kennzeichnen.
  9. Im direkten Zitat können auch weitere wörtliche Zitate enthalten sein, diese sind in einfache Anführungszeichen zu setzen ( Zitat im Zitat ). Sie sind allerdings möglichst zu vermeiden.

    Nach Anregungen aus Fred Becker, Zitat und Manuskript. Erfolgreich recherchieren - Richtig zitieren - Formal korrekt gestalten, Schaeffer-Poeschel-Verlag. Stuttgart 2007, S. 48ff. und unter Verwendung einer Bearbeitung von StD Eckehard Ermert (Schorndorf) neu geordnet, verändert und zusammengestellt: Rüdiger Utikal

     

Erläutern Sie anhand des Regelwerks folgende Beispiele:

Zitat

Erläuterung

Königin Elisabeth antwortet ziemlich unversöhnlich, Maria habe durch ihren Kniefall die ihr gebührende Haltung eingenommen, was offensichtlich auch Gottes Wille sei (vgl. V. 2257ff.).

 

Mortimer und seine Freunde haben schon „das letzte Sakrament empf[a]ngen“ (V. 2508) und sehen sich so für den Tod gerüstet.

 

Dies wird deutlich, wenn Mortimer zu Maria sagt: „(...) Versammelt hab ich / in heimlicher Kapelle die Gefährten, / (...) Ablass ist uns erteilt für alle Schulden / (...)“ (V. 2502ff.)

 

Mortimer habe vor keiner Folter Angst, auch wenn man eine „glühende[ ] Eisenzange“ (V. 2538) einsetze.

 

Königin Elisabeth antwortet ihr in unversöhnlichem Ton: „Ihr seid an Eurem Platz, Lady Maria!“ (V.2257; Hervorhebung des Verfassers)

 

Maria ermahnt Elisabeth, an den „Wechsel alles Menschlichen“ (V. 2261) zu denken.

 

Entwerfen Sie ein Trainingsblatt zum Zitieren für Ihren Kurs, das einen aktuell behandelten Sachtext zugrunde legt.

     

 

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