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Pro­duk­ti­on 2

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Diese Seite ist Teil einer Ma­te­ria­li­en­samm­lung zum Bil­dungs­plan 2004: Grund­la­gen der Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung. Bitte be­ach­ten Sie, dass der Bil­dungs­plan fort­ge­schrie­ben wurde.


S-Pro­duk­tio­nen zu Jesus Chris­tus III (Kurs­stu­fe)

Auf­ga­be 1a.

  • A: Wenn das Reden und Han­deln des his­to­ri­schen Jesus außer Acht ge­las­sen wird, wird eine Lücke in den Evan­ge­li­en deut­lich und der Glau­be wird zu einem Glau­ben für Hil­fe­su­chen­de (H. Halb­fas, vgl. Z. 1-3; 5-7 Ant­wort setzt sich dar­aus zu­sam­men)
  • B: Das A und O des christ­li­chen Glau­bens ist der ei­ge­ne, über­zeug­te Glau­be an die Auf­er­ste­hung und das ewige Leben (W. Si­mo­nis, vgl. Z. 8-10)
  • C: Das Chris­ten­tum möch­te in die Welt von heute hin­ein­wir­ken, des­halb ist nicht nur der Glau­be an das ewige Leben, son­dern auch das ei­ge­ne Ver­hal­ten im Sinne der Nächs­ten­lie­be es­sen­ti­ell für den Glau­ben (an die Auf­er­ste­hung) (H. Halb­fas, vgl. Z.8-12)
  • D: Beim Glau­ben an die Auf­er­ste­hung geht es nicht nur um das chris­to­lo­gi­sche Er­eig­nis des Auf­er­stan­den­seins Christ, son­dern um jeden ein­zel­nen Gläu­bi­gen und des­sen „ewi­ges Leben“. (W. Si­mo­nis, vgl. Z. 4-5)


Auf­ga­be 1b.

  • Der Streit­punkt be­steht darin, dass Hu­ber­tus Halb­fas nicht der Mei­nung ist, dass es beim nach­ös­ter­li­chen Glau­ben um die Fak­ti­zi­tät der Auf­er­ste­hung Chris­ti geht, in dem Sinn, „dass man nicht mehr von ihm spre­chen muss, wenn er nicht tat­säch­lich auf­er­stan­den ist.“ Er sieht den nach­ös­ter­li­chen Glau­ben als sol­chen über den blo­ßen Glau­ben an die Auf­er­ste­hung, an das ewige Leben, her­aus­ra­gend mit der Pflicht selbst im Sinne der Nächs­ten­lie­be zu agie­ren.


Auf­ga­be 2.

  • Die Le­bens­pro­gram­ma­tik Jesu setzt sich aus ver­schie­de­nen As­pek­ten, aber vor allem kon­kre­ten Taten zu­sam­men, die sich von dog­ma­tisch glau­ben­den aber auch hel­le­nis­tisch ge­präg­ten Juden ab­set­zen und un­ter­schei­den.

    Ent­ge­gen der jü­di­schen Rein­heits­ge­bo­te der Tora zeig­te Jesus keine Ab­nei­gung gegen Rand­grup­pen oder „un­rein“ ge­ach­te­te Men­schen, wie Dir­nen, Ärzte oder Hir­ten. Ein­sehr bild­haf­tes Bei­spiel hier­für ist, dass zu Jesus‘ Ge­burt im Stall von Bet­le­hem so­wohl Hir­ten als auch Kö­ni­ge ge­lei­tet wur­den. Dies zeigt, dass der ge­bo­re­ne Jesus kein ma­te­ri­el­ler, son­dern viel­mehr ein Kö­ni­on Jesus ist die Aus­le­bung der „Wur­zel des Ge­set­zes“ im spi­ri­tu­el­len Sinn ist.

    Ein wich­ti­ger Punkt in der Pro­gram­ma­tik von Jesus ist die Aus­le­bung der „Wur­zel des Ge­set­zes“, näm­lich der Liebe Got­tes zu den Men­schen, statt des dog­ma­ti­schen Glau­bens, wie ihn die Pha­ri­sä­er be­für­wor­te­ten.

    Des­halb wen­det sich Jesus Rand­grup­pen und Sün­dern zu – denn für ihn sind alle Men­schen gleich wert. Das ver­deut­licht die Bi­bel­stel­le aus dem Jo­han­nes­evan­ge­li­ums Joh 8, 1-11. Hier ver­gibt Jesus einer Frau den be­gan­ge­nen Ehe­bruch und sagt den an­we­sen­den Pha­ri­sä­ern, die ihre Stei­ni­gung (nach dem Ge­setz), der­je­ni­ge, der sün­den­frei sei, werfe den ers­ten Stein. Dar­auf­hin zie­hen sich diese zu­rück. Jesus ver­gibt der Frau und trägt ihr auf, von nun an sün­den­frei zu leben.

    Damit zeigt Jesus auf, dass es manch­mal bes­ser ist, auf die wort­wört­li­che Be­fol­gung der Ge­set­ze der Tora zu ver­zich­ten um ethisch rich­tig zu han­deln.

    Diese Ein­stel­lung wird auch in den 6 An­ti­the­sen der Berg­pre­digt wi­der­ge­spie­gelt (Mt 5, 21ff.). Hier wi­der­spricht Jesus den vor­lie­gen­den Re­geln durch den Wort­laut „ich aber sage euch, …“.


Auf­ga­be 3a.

  • Die In­stal­la­ti­on „Ta­bu­la salt­an­di“ (= Sprung­brett) ist eine un­ge­wöhn­li­che Dar­stel­lung der chris­to­lo­gi­schen Auf­er­ste­hung. Zu sehen ist ein ter­ra­cot­ta-oran­ge­nes Ge­bil­de. Das Kreuz an sich ist geo­me­trisch prä­zi­se aus­ge­ar­bei­tet. Der dar­auf „ab­sprin­gen­de“ Kör­per des Chris­tus scheint am Kreuz hän­gend aber zur Spit­ze des Kreu­zes ver­scho­ben. Die Hal­tung des Kör­pers ist, trotz der Los­lö­sung vom Kreuz, immer noch in der „fest­ge­na­gel­ten“ Po­si­ti­on: Die Arme des Ge­kreu­zig­ten sind mit den Hand­flä­chen nach vorne und nach oben aus­ge­streckt, die Beine bei den Füßen über­kreuzt. Nun be­rührt der Kör­per das Kreuz mit den Füßen und scheint im Be­griff em­por­zu­stei­gen. Auf dem Quer­bal­ken ist des­halb die Auf­schrift „Sprung­brett“ zu lesen.

    Wenn man das Ge­bil­de sym­bo­lisch be­trach­tet, kann man die Po­si­tio­nie­rung des Kör­pers am obe­ren Ende des Kreu­zes als be­vor­ste­hen­de Über­win­dung des dies­sei­ti­gen Le­bens ver­ste­hen. Der Be­trach­ter fühlt sich un­mit­tel­bar beim „Pro­zess“ der Auf­er­ste­hung an­we­send. Dem­nach lässt der Auf­er­weck­te beim Ver­lust des Kon­tak­tes mit dem Kreuz die ir­di­sche Welt hin­ter sich, er wird gleich­sam von Gott zu sich in den Him­mel (engl. nicht „sky“, son­dern „hea­ven“) em­por­ge­zo­gen. Nur Gott kann Jesus Chris­tus zu sich holen, er ist das han­deln­de Sub­jekt. Das alte Leben fällt dann bei der Auf­er­we­ckung ab, der Kör­per ei der In­stal­la­ti­on glänzt des­halb ma­kel­los in der Sonne. Diese Ma­kel­los-Dar­stel­lung ver­kör­pert ei­ner­seits, dass der Kör­per nicht ma­te­ri­ell auf­er­steht, doch die per­so­na­le Iden­ti­tät des Auf­er­stan­de­nen er­hal­ten bleibt. Wir spre­chen dabei von einer „leib­li­chen“ Auf­er­ste­hung.

    Der Ge­kreu­zig­te be­fin­det sich in einer Zwi­schen­pha­se zwi­schen Auf­er­stan­den­sein und Him­mel, scheint also für ir­di­sche Augen un­sicht­bar zu wer­den). Der Be­trach­ter frägt sich also, ob Chris­tus ohne den Kon­takt mit dem Kreuz un­sicht­bar würde.

    Gott be­siegt in die­sem Zeug­nis der Auf­er­ste­hung den Tod. Die Kreu­zi­gung und die hier ge­zeig­te Auf­er­ste­hung sind ein Ap­pell für die Froh­bot­schaft von Jesus – oder an­ders ge­sagt: Die Men­schen wer­den da­durch auf­ge­for­dert die Vor­bo­ten des Todes (= Krieg, Hun­ger …) zu be­kämp­fen und nicht schlicht­weg zu dul­den. Der Glau­be der Chris­ten in die Mensch­lich­keit kann somit ein Sprung­brett zu Gott, dem Vater sein.


Auf­ga­be 3b.

  • Aus der Sicht von Wer­ner Hof­meis­ter

    Es geht we­ni­ger um die Fak­ti­zi­tät des Le­bens und der tat­säch­li­chen Auf­er­ste­hung des Jesus, son­dern um den Glau­ben, der durch das chris­to­lo­gi­sche Er­eig­nis der Auf­er­ste­hung ent­stan­den ist. Die Auf­er­ste­hung spen­det den Men­schen neue Hoff­nung und ver­än­dert ihr bis­he­ri­ges Welt­bild nach­hal­tig. Der Glau­be (sym­bo­li­siert durch das Kreuz) soll uns ein Leben nach dem Tod mit Gott er­mög­li­chen. Er soll uns als „Sprung­brett“ die­nen. Aber Glau­be al­lein ist nicht alles – man muss den Glau­ben auch sinn­ge­mäß leben. Nur zur Kir­che gehen ist kein Zeug­nis von Glau­be. Ein Zeug­nis von Glau­be ist, Nächs­ten­lie­be zu leben, zu hel­fen, an­de­ren zu­zu­hö­ren und die „Ge­set­ze“ der Kir­che, die Ge­bo­te, in­di­vi­du­ell an die Si­tua­ti­on an­ge­passt im Sinne Got­tes zu leben.

    Meine In­stal­la­ti­on „Ta­bu­la salt­an­di“ (= Sprung­brett) zeigt eine abs­trak­te Form der Auf­er­ste­hung, denn sie ver­deut­licht die Ab­hän­gig­keit des in­ne­ren Glau­bens davon.

    Dies, Herr Si­mo­nis, ist nicht ab­hän­gig von der his­to­ri­schen Ve­ri­fi­zie­rung des his­to­ri­schen Jesus, son­dern vom Glau­ben an Jesus den Chris­tus.

 

S-Pro­duk­ti­on 3


Jesus Chris­tus III: Her­un­ter­la­den [pdf] [431 KB]