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Pro­duk­ti­on 2

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Diese Seite ist Teil einer Ma­te­ria­li­en­samm­lung zum Bil­dungs­plan 2004: Grund­la­gen der Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung. Bitte be­ach­ten Sie, dass der Bil­dungs­plan fort­ge­schrie­ben wurde.


S-Pro­duk­tio­nen zu Jesus Chris­tus IV (Kurs­stu­fe)

Auf­ga­be 1a.

  • A: Der his­to­ri­sche Jesus hat die im Neuen Tes­ta­ment über­lie­fer­ten Wür­de­ti­tel nicht be­nutzt, aber trotz­dem besaß er eine Sou­ver­a­ni­tät und einen Voll­machts­an­spruch, wel­che die Wür­de­ti­tel un­ter­streicht hät­ten. (Z. 2-3)
  • B: Es gibt z.B. eine Kon­ti­nui­tät zwi­schen der Ver­kün­di­gung und dem Auf­tre­ten des his­to­ri­schen Jesus und dem nach­ös­ter­li­chen Be­kennt­nis der Ge­mein­de. (Z. 4-6)
  • C: Ohne die Ver­kün­di­gung und das Auf­tre­ten des his­to­ri­schen Jesus wird christ­li­cher Glau­be un­glaub­wür­dig und zu einem My­thos und zur Spe­ku­la­ti­on, da es kei­nen Bezug zur Wirk­lich­keit mehr gibt. (Z. 26-29)
  • D: Ohne den Glau­ben an Jesus den Chris­tus ist Jesus nur ein ganz nor­ma­ler Mensch wel­cher ir­gend­wann mal ge­lebt hat, eine sym­pa­thi­sche Ge­stalt der Welt­ge­schich­te (Z. 30-32)

Auf­ga­be 1b.

Die Haupt­the­se des Theo­lo­gen Peter Klie­mann be­steht darin, dass der his­to­ri­sche und der ver­kün­de­te Jesus immer zu­ein­an­der ge­hö­ren und man nicht nur den ver­kün­de­ten Jesus be­ach­ten soll, da sonst der Bezug zur Wirk­lich­keit fehlt. An­de­rer­seits ist der his­to­ri­sche Jesus ohne den ver­kün­de­ten Jesus Chris­tus nur eine „sym­pa­thi­sche Ge­stalt der Welt­ge­schich­te“. (Z. 32)


Auf­ga­be 2.

  • Ein As­pekt von der Bot­schaft des his­to­ri­schen Jesus han­delt von den Ge­set­zen und ihrer Ein­hal­tung. Laut Jesus soll man zu­rück zu den Wur­zeln der Ge­set­ze gehen. Man soll vor der strik­ten Ein­hal­tung der Ge­set­ze zu­erst die Ge­rech­tig­keit und auch die Barm­her­zig­keit be­ach­ten. Den­noch ist Jesus ein ge­set­zes­treu­er Jude und er­war­tet das auch von sei­nen An­hän­gern. Dies steht ge­schrie­ben in Mt 5, 17-20. Au­ßer­dem spricht Jesus in Mt 5, 21ff. in der Berg­pre­digt davon, dass selbst schon eine böse Ab­sicht einer bösen Tat ent­spricht. Das ver­kün­det er mit einem sehr gro­ßen Voll­machts­an­spruch („Ich aber sage euch“), wel­cher sich auch be­stä­tigt.

    Ein wei­te­rer As­pekt von der Bot­schaft des his­to­ri­schen Jesus ist das Spre­chen über das Reich Got­tes. Er spricht davon, das wir nicht auf Got­tes Reich war­ten sol­len, son­dern uns jetzt schon dar­auf ge­fasst ma­chen sol­len. Denn wir selbst bauen mit beim Reich Got­tes, Gott voll­endet es. Wir leben jetzt schon in Got­tes Reich. „Die Zeit ist er­füllt, das Reich Got­tes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evan­ge­li­um.“ (Mk 1, 15).


Auf­ga­be 3a.

  • Die In­stal­la­ti­on „Ta­bu­la salt­an­di“, zu Deutsch „Sprung­brett“ von dem ös­ter­rei­chi­schen Künst­ler Wer­ner Hof­meis­ter (geb. 1951) stellt die Er­gän­zung zu den 12 Kreuz­weg­sta­tio­nen dar. Die In­stal­la­ti­on steht auf dem Kal­va­ri­en­berg in Graz, di­rekt neben einem wei­ßen Häus­chen, eine der 12 Kreuz­weg­sta­tio­nen. Das Kunst­werk be­steht aus einem oran­ge far­be­nen Kreuz aus Kunst­stoff­ge­fer­tigt, wel­ches auf dem Quer­bal­ken die In­schrift „Ta­bu­la salt­an­di“ ein­ge­zeich­net hat. Es blickt vom Kreuz aus ge­se­hen di­rekt zum Fuße des Kal­va­ri­en­bergs auf ein Um­spann­werk. Am Kreuz je­doch hängt der Leich­nam Jesu nicht wie nor­mal daran, son­dern er hängt nach oben hin, ist nur an den Füßen be­fes­tigt und nimmt eine Art Ab­sprung­hal­tung vom Kreuz weg ein. Er sieht so aus als ob er jeden Mo­ment vom Kreuz Rich­tung Fuß des Berg sprin­gen würde. Die Figur Jesus formt dabei die Arme etwas nach oben, was an einen Kopf­sprung er­in­nert.

    Der zen­tra­le As­pekt des Kunst­werks ist die Dar­stel­lung der Auf­er­ste­hung. Jesus springt vom Kreuz weg, hin­auf in den Him­mel. Au­ßer­dem springt er damit vom Tod weg. Die Form des Sprin­gens zeigt eben, dass er Gott ent­ge­gen kommt, nie­mand außer ihm kann die­sen Sprung sonst be­strei­ten.

    Ein wei­ter In­ter­pre­ta­ti­ons­punkt ist, dass er Rich­tung Fuß des Ber­ges springt, wel­chen er mit dem Kreuz am Rü­cken schon hin­auf­ge­gan­gen ist. Oben am Berg hat der Tod ge­war­tet, unten sind die Le­ben­den. Er springt also wie­der zu­rück zu den Le­ben­di­gen, den Le­ben­den. Vom Tod steht er auf zu ewi­gem Leben, so steht es ge­schrie­ben. Das Kunst­werk drückt dies auch aus. Das zu Deutsch auf dem Quer­bal­ken ste­hen­de Wort „Sprung­brett“ drückt eben genau diese Hürde der Auf­er­ste­hung aus. Die­sen Sprung den man be­ge­hen muss. Da­durch wurde seine Bot­schaft in die Welt ge­tra­gen, der Sprung von Jesu Bot­schaft in die Welt hin­aus.


Auf­ga­be 3b.

  • Der auf­er­stan­de­ne ver­kün­de­te Jesus ist dar­ge­stellt durch mein Kunst­werk. Würde es also den ver­kün­de­ten Jesus Chris­tus nicht geben würde auch etwas feh­len. Es wür­den die vie­len Ver­an­schau­li­chun­gen sei­ner Auf­er­ste­hung feh­len, die vie­len Kunst­wer­ke, die ihn als Sohn Got­tes dar­stel­len. Mei­ner Mei­nung nach darf der ver­kün­de­te Chris­tus auf kei­nen Fall feh­len, er ist ge­nau­so wich­tig wie der his­to­ri­sche Chris­tus.

    Ohne den his­to­ri­schen Chris­tus hät­ten wir zwar gar keine An­halts­punk­te zur Exis­tenz oder zu dem Leben des Jesus, aber würde es nur ihn, den his­to­ri­schen Jesus geben, so wäre die­ser wie laut Peter Klie­mann nur eine sym­pa­thi­sche Ge­stalt der Welt­ge­schich­te. Sie hätte nichts Au­ßer­or­dent­li­ches mit Gott zu tun. Die Auf­er­ste­hungs­er­zäh­lung ist die wohl wich­tigs­te ver­kün­de­te Ge­schich­te, wel­che zwar his­to­risch nicht be­gründ­bar ist. Daran glaubt man aber erst, wenn es davor An­halts­punk­te für die Exis­tenz und das Leben Jesu ge­ge­ben hat. Also sind beide Sei­ten wich­tig, um das Ge­samt­bild sei­nes Glau­bens zu for­men.

 

S-Pro­duk­ti­on 3


Jesus Chris­tus IV: Her­un­ter­la­den [pdf] [544 KB]