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Va­ri­an­te 3

In­fo­box

Diese Seite ist Teil einer Ma­te­ria­li­en­samm­lung zum Bil­dungs­plan 2004: Grund­la­gen der Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung. Bitte be­ach­ten Sie, dass der Bil­dungs­plan fort­ge­schrie­ben wurde.


Al­ter­na­ti­ve zu Auf­ga­be 5 - Kom­pe­tenz­ori­en­tier­te, kri­te­ri­en­ge­stütz­te Lö­sungs­hin­wei­se


Kri­te­ri­um: In­di­ka­tor
gute Leis­tung aus­rei­chen­de Leis­tung
Prü­fen: eine Mei­nung, Aus­sa­ge, These, Ar­gu­men­ta­ti­on nach­voll­zie­hen Dem S/der S’in ge­lingt es, das „Le­bens­pro­gramm Jesu“ nach­zu­voll­zie­hen, indem er/sie

  • dar­auf hin­weist, dass die­ses aus den Tex­ten des NT zu er­he­ben sei, die als Glau­bens­zeug­nis zu ver­ste­hen sind.

  • unter die­sem Vor­be­halt das Le­bens­pro­gramm z.B. an fol­gen­den Bi­bel­stel­len dar­ge­stellt (eine Dar­stel­lung mit Rück­be­zug zur Bibel kann Grund­la­ge sein) :
    1. Jesus ver­kün­det den An­bruch des Rei­ches Got­tes (vgl. Mk 1, 14f.);
    2. es ist eine Zeit der Zu­wen­dung Got­tes zu den Men­schen (vgl. Lk 15, 11ff.);
    3. diese Zu­wen­dung gilt es unter den Men­schen, ge­ra­de auch den Aus­ge­sto­ße­nen, wei­ter­zu­ge­ben (vgl. Mt 9, 9-13);
    4. Men­schen wird immer wie­der die Mög­lich­keit der Um­kehr zum Reich Got­tes ein­ge­räumt (vgl. Mt 9, 9-13);
    5. Jesus kennt die Ver­hei­ßung an die, die im welt­li­chen Sinn an­stö­ßi­ge Hal­tun­gen zei­gen: z.B. die Frie­dens­stif­ter (vgl. Mt 5, 3-12);
    6. für Jesus be­ginnt die Ach­tung Jah­wes und der Men­schen in der der jü­di­schen Tora mit der in­ne­ren Hal­tung des Men­schen (vgl. Mt 5, 21-48, eine der An­ti­the­sen).
Dem S/der S’in ge­lingt es, das „Le­bens­pro­gramm Jesu“ in An­sät­zen nach­zu­voll­zie­hen, d.h.
  • es gibt kei­nen Ver­weis auf das NT als Glau­bens­zeug­nis

  • bei der Dar­stel­lung des Le­bens­pro­gramms Jesu gibt es kei­nen Rück­be­zug zur Bibel. Man­che Aus­sa­gen blei­ben un­klar (sprach­lich oder in­halt­lich).

 

Prü­fen: eine Mei­nung, Aus­sa­ge, These, Ar­gu­men­ta­ti­on kri­tisch be­fra­gen Dem S/der S’in ge­lingt es, kri­tisch zu be­fra­gen, ob das „Le­bens­pro­gramm Jesu“ dem Chris­ten­tum in der Welt von heute dazu ver­hel­fen kann, „seine ge­sell­schaft­li­che Bläs­se“ zu über­win­den, indem er/sie
  • auf heute ak­tu­ell ge­sell­schaft­li­che Fel­der ver­weist; sol­che ge­sell­schaft­li­che Fel­der könn­ten u.a. sein: Asyl­fra­ge, Markt und Ka­pi­tal, Öko­lo­gie, Krieg und Frie­den, Bio­tech­no­lo­gie
  • an einem Bei­spiel die kri­ti­sche Be­fra­gung ex­em­pli­fi­ziert: z.B. an­hand des ge­sell­schaft­li­chen Fel­des „Krieg und Frie­den“
    1. Mt 5, 9 „Selig, die Frie­den stif­ten; denn sie wer­den Söhne Got­tes ge­nannt wer­den.“ Von den „Söh­nen eures Va­ters im Him­mel“ wird eben­falls im Kon­text des Ge­bo­tes der Fein­des­lie­be (Mt 5, 44-48) ge­spro­chen. Jesu Bot­schaft in der Zu­sam­men­schau bei­der Text­stel­len ist fol­gen­de: Die Hoff­nung auf Frie­den und die Mah­nung, Frie­den zu hal­ten, sind Zei­chen der Got­tes­sohn­schaft und damit der Zu­ge­hö­rig­keit zum Reich Got­tes. Die Zu­ge­hö­rig­keit zum Reich Got­tes ist an die Be­reit­schaft ge­bun­den, mit Freund und Feind Frie­den zu schlie­ßen.

  • an­fragt, ob mit den ge­nann­ten Aus­sa­gen aus dem Le­bens­pro­gramm Jesu heu­ti­ge Chris­ten etwas in der Welt von heute be­wir­ken kön­nen; und das zum ge­nann­ten Bei­spiel von „Krieg und Frie­den“
Dem S/der S’in ge­lingt es, ru­di­men­tär zu be­fra­gen, ob das „Le­bens­pro­gramm Jesu“ dem Chris­ten­tum in der Welt von heute dazu ver­hel­fen kann, „seine ge­sell­schaft­li­che Bläs­se“ zu über­win­den, indem er/sie
  • auf heute ak­tu­ell ge­sell­schaft­li­che Fel­der ver­weist
  • die kri­ti­sche Be­fra­gung nicht an einem Bei­spiel aus­führt.
  • im All­ge­mei­nen bleibt (ohne kon­kre­tes Bei­spiel), was die An­fra­ge an­geht, ob mit dem Le­bens­pro­gramm Jesu heu­ti­ge Chris­ten etwas in der Welt von heute be­wir­ken kön­nen.
Prü­fen: eine Mei­nung, Aus­sa­ge, These, Ar­gu­men­ta­ti­on auf der Grund­la­ge er­wor­be­ner Fach­kennt­nis­se be­grün­det be­ur­tei­len Dem S/der S’in ge­lingt es, an­hand des an­ge­spro­che­nen Bei­spiels („Krieg und Frie­den“ ) be­grün­det zu be­ur­tei­len, ob das „Le­bens­pro­gramm Jesu“ dem Chris­ten­tum in der Welt von heute dazu ver­hel­fen kann, „seine ge­sell­schaft­li­che Bläs­se“ zu über­win­den , indem er/sie
  • Ar­gu­men­te gegen und für diese These auf­zeigt
    1. Ei­ner­seits gibt es die An­sicht, wie sie der Po­li­ti­ker Hel­mut Schmidt ver­tre­ten hat. Schmidt meint, es sei naiv, die Berg­pre­digt (und dazu ge­hö­ren die ge­nann­ten Bi­bel­stel­len) un­mit­tel­bar auf die Po­li­tik eines Staa­tes zu über­tra­gen; was hätte es dem Frie­den ge­nutzt, wenn ein Staat als Frie­dens­stif­ter Hit­ler oder Sta­lin ent­ge­gen­ge­kom­men wäre.
    2. An­de­rer­seits gibt es die Neu­jahrspre­digt 2010 der evan­ge­li­schen Theo­lo­gin Mar­got Käß­mann, die im Geist des Frie­den­stif­tens der Berg­pre­digt den Krieg beim Namen nennt („Nichts ist gut in Af­gha­nis­tan“) und damit in der Po­li­tik mas­si­ve Kri­tik aus­ge­löst, zu­gleich aber auch eine brei­te De­bat­te über den Af­gha­nis­tan-Ein­satz der Bun­des­wehr an­ge­sto­ßen hat.

  • be­grün­det, wel­cher Ar­gu­men­ta­ti­on er/sie sich an­schließt.
    z.B . Mar­got Käß­mann ist es zu einem Zeit­punkt ge­lun­gen, Frie­dens­über­le­gun­gen an­zu­mah­nen und po­li­ti­sche Lö­sun­gen zu for­dern, als der Krieg in Af­gha­nis­tan of­fi­zi­ell nicht als Krieg be­zeich­net wurde und In­fra­ge­stel­lun­gen des Kriegs­ein­sat­zes um­strit­ten waren.
Der S/die S’in führt keine be­grün­de­te Be­ur­tei­lung mit Ar­gu­men­ten gegen und für die These, ob das „Le­bens­pro­gramm Jesu“ dem Chris­ten­tum in der Welt von heute dazu ver­hel­fen kann, „seine ge­sell­schaft­li­che Bläs­se“ zu über­win­den.

Der S/die S’in schließt sich ohne Be­grün­dung der These an oder lehnt sie ab.


In­halt­lich aus­ge­rich­te­te Lö­sungs­hin­wei­se:

  • Das Le­bens­pro­gramm des his­to­ri­schen Jesus lässt sich aus Tex­ten des NT er­he­ben, die als Glau­bens­zeug­nis zu ver­ste­hen sind. Unter die­sem Vor­be­halt kann das Le­bens­pro­gramm u.a. an fol­gen­den Bi­bel­stel­len dar­ge­stellt wer­den (eine Dar­stel­lung mit Rück­be­zug zur Bibel kann Grund­la­ge sein) :
    • Jesus ver­kün­det den An­bruch des Rei­ches Got­tes (vgl. Mk 1, 14f.);
    • es ist eine Zeit der Zu­wen­dung Got­tes zu den Men­schen (vgl. Lk 15, 11ff.);
    • diese Zu­wen­dung gilt es unter den Men­schen, ge­ra­de auch den Aus­ge­sto­ße­nen, wei­ter­zu­ge­ben (vgl. Mt 9, 9-13);
    • Men­schen wird immer wie­der die Mög­lich­keit der Um­kehr zum Reich Got­tes ein­ge­räumt (vgl. Mt 9, 9-13);
    • Jesus kennt die Ver­hei­ßung an die, die im welt­li­chen Sinn an­stö­ßi­ge (vgl. Mt 5, 3-12);
    • für Jesus be­ginnt die Ach­tung Jah­wes und der Men­schen in der der jü­di­schen Tora mit der in­ne­ren Hal­tung des Men­schen (vgl. Mt 5, 21-48, eine der An­ti­the­sen).

  • Ge­sell­schaft­li­che Fel­der, in denen das Chris­ten­tum auf­grund der Rück­be­sin­nung auf das Le­bens­pro­gramm des his­to­ri­schen Jesus der Welt von heute etwas Be­deut­sa­mes zu sagen hätte und damit seine ge­sell­schaft­li­che Bläs­se über­win­den könn­te, sind u.a.: Asyl­fra­ge, Markt und Ka­pi­tal, Öko­lo­gie, Krieg und Frie­den, Bio­tech­no­lo­gie.

    Ein Bei­spiel der Prü­fung zu Krieg und Frie­den könn­te fol­gen­der­ma­ßen aus­se­hen ( dies ist auch in der ta­bel­la­ri­schen Struk­tu­rie­rung der Lö­sungs­hin­wei­se zu „Al­ter­na­ti­ve zu Auf­ga­be 5“ auf­ge­nom­men ):

  • Mt 5, 9 „Selig, die Frie­den stif­ten; denn sie wer­den Söhne Got­tes ge­nannt wer­den.“ Von den „Söh­nen eures Va­ters im Him­mel“ wird eben­falls im Kon­text des Ge­bo­tes der Fein­des­lie­be (Mt 5, 44-48) ge­spro­chen. Jesu Bot­schaft in der Zu­sam­men­schau bei­der Text­stel­len ist fol­gen­de: Die Hoff­nung auf Frie­den und die Mah­nung, Frie­den zu hal­ten, sind Zei­chen der Got­tes­sohn­schaft und damit der Zu­ge­hö­rig­keit zum Reich Got­tes. Die Zu­ge­hö­rig­keit zum Reich Got­tes ist an die Be­reit­schaft ge­bun­den, mit Freund und Feind Frie­den zu schlie­ßen.
  • Es lässt sich an­fra­gen, ob mit die­sen bei­den Aus­sa­gen aus dem Le­bens­pro­gramm Jesu heu­ti­ge Chris­ten etwas in der Welt von heute be­wir­ken kön­nen.
  • Ei­ner­seits gibt es die An­sicht, wie sie der Po­li­ti­ker Hel­mut Schmidt ver­tre­ten hat. Schmidt meint, es sei naiv, die Berg­pre­digt (und dazu ge­hö­ren die ge­nann­ten Bi­bel­stel­len) un­mit­tel­bar auf die Po­li­tik eines Staa­tes zu über­tra­gen; was hätte es dem Frie­den ge­nutzt, wenn ein Staat als Frie­dens­stif­ter Hit­ler oder Sta­lin ent­ge­gen­ge­kom­men wäre.
  • An­de­rer­seits gibt es die Neu­jahrspre­digt 2010 der evan­ge­li­schen Theo­lo­gin Mar­got Käß­mann, die im Geist des Frie­den­stif­tens der Berg­pre­digt den Krieg beim Namen nennt („Nichts ist gut in Af­gha­nis­tan“) und damit in der Po­li­tik mas­si­ve Kri­tik aus­ge­löst, zu­gleich aber auch eine brei­te De­bat­te über den Af­gha­nis­tan-Ein­satz der Bun­des­wehr an­ge­sto­ßen hat. Ihr ist es zu einem Zeit­punkt ge­lun­gen, Frie­dens­über­le­gun­gen an­zu­mah­nen und po­li­ti­sche Lö­sun­gen zu for­dern, als der Krieg in Af­gha­nis­tan of­fi­zi­ell nicht als Krieg be­zeich­net wurde und In­fra­ge­stel­lun­gen des Kriegs­ein­sat­zes um­strit­ten waren.
    Durch Käß­manns Rede hat das Chris­ten­tum alles an­de­re als ge­sell­schaft­li­che Bläs­se ge­zeigt.

    Ein ak­tu­el­les Bei­spiel der Prü­fung zu Markt und Ka­pi­tal könn­te fol­gen­der­ma­ßen aus­se­hen:
  • Zum Ab­schluss des „Jahr des Glau­bens“ 2013 hat Papst Fran­zis­kus das Apos­to­li­sche Schrei­ben „EVAN­GE­LII GAU­DI­UM“ ver­öf­fent­licht 1 . Papst Fran­zis­kus zeigt in die­sem Schrei­ben Per­spek­ti­ven für den zu­künf­ti­gen Weg der Kir­che auf.
  • Die­ses Apos­to­li­sche Schrei­ben wurde welt­weit in­ten­siv wahr­ge­nom­men, die Re­so­nanz auf das Schrei­ben war und ist groß. Im zwei­ten von ins­ge­samt fünf Ka­pi­teln, „In der Krise des ge­mein­schaft­li­chen En­ga­ge­ments“ S. 49–99), be­nennt Papst Fran­zis­kus „ei­ni­ge Her­aus­for­de­run­gen der Welt von heute". In deut­li­chen Wor­ten und Bil­dern zeigt er die Fol­gen un­ge­zü­gel­ten Ka­pi­ta­lis­mus auf, die sich in Aus­wüch­sen wie Fi­nanz­spe­ku­la­ti­on, Kor­rup­ti­on und Ego­is­men zeig­ten.
  • Aus­ge­hend von ein­dring­li­chen For­de­run­gen („Nein zu einer Wirt­schaft der Aus­schlie­ßung“, „Nein zur neuen Ver­göt­te­rung des Gel­des“, „Nein zu einem Geld, das re­giert, statt zu die­nen“, „Nein zur so­zia­len Un­gleich­heit, die Ge­walt her­vor­bringt“) legt Papst Fran­zis­kus seine Ar­gu­men­ta­ti­on dar.



1   Vgl. Apos­to­li­sches Schrei­ben Evan­ge­lii Gau­di­um des Hl. Va­ters Papst Fran­zis­kus. Über die Ver­kün­di­gung des Evan­ge­li­ums in der Welt von heute. (24.11.2013)


Theo­lo­gi­sches Ar­gu­men­tie­ren Ope­ra­to­ren


Jesus Chris­tus Ab­itur­klau­sur: Her­un­ter­la­den [pdf] [763 KB]