Strukturierte Klassenführung
Geographisches Lernen findet in einer sehr komplexen sozialen Struktur, dem Klassengefüge statt. Es ist durch Eigenschaften wie Multidimensionalität, Simultanität, Unvorhersagbarkeit, Öffentlichkeit und Vorgeschichte geprägt. Das bedeutet, dass der Unterricht von der Lehrkraft unmittelbare Reaktionen auf eine Vielzahl an Reizen erfordert, die oft gleichzeitig, unvorhersehbar und in schneller Abfolge auftreten. Dies geschieht in der Regel unter der Beobachtung der gesamten Klasse. Auch bauen die Ereignisse aufeinander auf, werden also immer vor dem Hintergrund vorheriger Ereignisse in früheren Stunden interpretiert. Die Koordination und Steuerung dieses komplexen Geschehens wird als Klassenführung („Classroom Management“) bezeichnet.
Effektive Klassenführung hat das Ziel, die zur Verfügung stehende Lernzeit optimal zu nutzen und Zeitverluste durch nicht lernbezogene Aktivitäten zu vermeiden. Diese Basisdimension bildet den Sammelbegriff für alle Maßnahmen, die dazu dienen, in der Klasse die Bedingungen für ein störungsfreies und zielgerichtetes Lernen herzustellen. Je störungsärmer der Geographieunterricht ist und je mehr effektive Lernzeit zur Verfügung steht („Time on Task“), umso höher sind die Leistungen der Schülerinnen und Schüler.
Der Schwerpunkt der Klassenführung sollte auf einer proaktiven störungspräventiven Unterrichtsführung liegen, die Unruhe bereits im Vorfeld verhindert. Zentrale Aspekte hierbei sind u.a. die frühe Einführung von Regeln und Routinen, die flüssige Gestaltung von Übergängen im Unterrichtsgeschehen, die gut geplante Bereitstellung der Unterrichtsmaterialien und die Allgegenwärtigkeit der Lehrkraft („Augen im Hinterkopf“).
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