Zur Haupt­na­vi­ga­ti­on sprin­gen [Alt]+[0] Zum Sei­ten­in­halt sprin­gen [Alt]+[1]

Stamm­baum­ana­ly­se und Ver­er­bungs­mus­ter

In­fo­box

Diese Seite ist Teil einer Ma­te­ria­li­en­samm­lung zum Bil­dungs­plan 2004: Grund­la­gen der Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung. Bitte be­ach­ten Sie, dass der Bil­dungs­plan fort­ge­schrie­ben wurde.

Stamm­baum­ana­ly­se

Bei den meis­ten Tie­ren und Pflan­zen lässt sich der Erb­gang eines Merk­mals in der Regel zwei­fels­frei durch mehr oder we­ni­ger um­fang­rei­che Kreu­zungs­ex­pe­ri­men­te er­he­ben. Bei Men­schen stellt sich dies weit­aus schwie­ri­ger dar. Sel­ten sind die Stamm­bäu­me um­fang­reich genug, um einen Erb­gang ein­deu­tig er­mit­teln zu kön­nen. Kreu­zungs­ver­su­che mit Men­schen ver­bie­ten sich aus ethi­schen Grün­den von vorn­her­ein.

Ziel der Stamm­baum­ana­ly­se ist es, an­hand von phä­no­ty­pi­schen Merk­ma­len auf den Ge­no­typ und die Art der Ver­er­bung zu schlie­ßen. Bei der Ana­ly­se wer­den be­stimm­te Ver­er­bungs­mus­ter ge­sucht, die das Auf­tre­ten von Merk­ma­len plau­si­bel er­klä­ren kön­nen. Vor allem bei un­zu­rei­chen­der Da­ten­la­ge be­sitzt die Stamm­baum­ana­ly­se meis­tens nur einen hy­po­the­ti­schen Cha­rak­ter, der durch wei­te­re Un­ter­su­chun­gen ab­ge­si­chert wer­den muss.

Im Fol­gen­den ist der Stamm­baum von Fa­mi­lie Schwarz dar­ge­stellt.

Stammbaum

Abb. 1: Stamm­baum Fa­mi­lie Schwarz

Bild­quel­le: Hand­reich LS 2010 Bio - 100 Um­set­zung der Bil­dungs­stan­dards Bio­lo­gie Klas­se 10

 

Fol­gen­de Ver­ein­ba­rung bei der Dar­stel­lung von Stamm­bäu­men wur­den fest­ge­legt: Per­so­nen einer Ge­ne­ra­ti­on sind in einer Zeile dar­ge­stellt (I), die Fol­ge­ge­ne­ra­ti­on ist eben­falls in einer Ebene dar­un­ter dar­ge­stellt (II) usw.

Zeichen

 

Um die Art der Ver­er­bung zu er­mit­teln, müs­sen zwei Ent­schei­dun­gen ge­trof­fen wer­den.

  1. Wird das Merk­mal do­mi­nant oder re­zes­siv ver­erbt?
  2. Wird das Merk­mal go­no­so­mal oder au­to­so­mal ver­erbt?

 

Wel­che In­di­zi­en spre­chen nun je­weils für eine do­mi­nan­te bzw. re­zes­si­ve und eine go­no­so­ma­le bzw. au­to­so­ma­le Ver­er­bung?

Tipps :

  1. Um Frage 1 zu be­ant­wor­ten, hilft fol­gen­de Frage: Hat die be­trof­fe­ne Per­son zu­min­dest einen be­trof­fe­nen El­tern­teil? Wenn ja, wird die Krank­heit ver­mut­lich do­mi­nant ver­erbt, wenn nein, re­zes­siv.
  2. Um Frage 2 zu be­ant­wor­ten, hel­fen fol­gen­de Fra­gen: Be­trifft die Krank­heit beide Ge­schlech­ter glei­cher­ma­ßen? Kann sie von jedem El­tern­teil auf Jun­gen und Mäd­chen über­tra­gen wer­den? Wer­den diese Fra­gen mit „ja“ be­ant­wor­tet, han­delt es sich wahr­schein­lich um eine au­to­so­ma­le Ver­er­bung.

 

Wel­che Schlüs­se las­sen sich aus fol­gen­dem Stamm­baum zie­hen?

Rezessiv

In der Par­en­tal­ge­ne­ra­ti­on sind beide El­tern keine Merkmals­träger, ihr Kind ist aber krank. Würde die Krank­heit do­mi­nant ver­erbt wer­den, müss­te min­des­tens ein El­tern­teil eben­falls krank sein. Hier­aus muss man auf einen re­zes­si­ven Erb­gang schlie­ßen. Bei re­zes­si­ver Ver­er­bung kön­nen die El­tern phä­no­ty­pisch ge­sund sein und ge­no­ty­pisch he­te­ro­zy­got sein. Beide El­tern müs­sen he­te­ro­zy­got sein.

 

 

Stamm­baum­ana­ly­se und Ver­er­bungs­mus­ter: Her­un­ter­la­den [doc] [1,2 MB]

Stamm­baum­ana­ly­se und Ver­er­bungs­mus­ter: Her­un­ter­la­den [docx] [1,5 MB]

Stamm­baum­ana­ly­se und Ver­er­bungs­mus­ter: Her­un­ter­la­den [pdf] [1,2 MB]

 

 

Wei­ter zu Auf­ga­be 1