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M3 Mittlungstext

M3 :     El texto alemán

Das Museo de la Paz in Guernica – ein besonderes Museum

In den letzten Sommerferien besuchten wir das Baskenland und unter anderem die Stadt Guernica. Es war eine zufällige Entdeckung, denn nach einigen Tagen im schönen Badeort Mundaka begann es in Strömen zu regnen, und wir suchten nach einer Alternative zum Strand. Als wir in Guernica ankamen, hatte Spanien leider mal wieder geschlossen, auch Museum und Touristenbüro hatten zu, und die Stadt an sich ist schon ziemlich langweilig. So schlugen wir in einer Bar bei etlichen cafés con leche die Zeit tot. Wir unterhielten uns über die Freundlichkeit der Menschen, die wir nach dem Weg fragten, über das schreckliche Schicksal dieses Ortes und die Beteiligung der Deutschen an seiner Zerstörung, von der jedoch heute äußerlich nichts mehr zu sehen ist bis auf ein Keramikrelief mit dem berühmten Werk von Picasso, dessen Original ja in Madrid zu sehen ist.

Dann öffnete um 16 Uhr das Guernica Museoa, auch Museo de la Paz genannt. Es liegt an der Foru Plaza 1, nicht weit vom Touristenbüro. Wir betraten die Räume und sahen uns zunächst die Plakate, Stellwände und Vitrinen mit Bildern, Dokumenten und Gegenständen an, auf denen das ganze Grauen des Terrorangriffs auf die Stadt gezeigt wird. Ausgestellt sind Pistolen, Gewehre, Helme, Wappen, Uniformen, Abzeichen, Minen, nicht explodierte Bomben usw. Ausgemergelte Gestalten und verweinte Gesichter, tote oder verletzte Kinder und Erwachsene auf den Fotos; aus Lautsprechern hört man Aufrufe und Befehle in deutscher Sprache. Unter dem Fußboden, der teilweise aus Glas ist, liegt der Zivilisationsschutt einer zerstörten Stadt: verbrannte Haushaltsgegenstände, Bücher, Spielzeug, Töpfe … Dann betreten wir einen Raum, der aussieht wie ein Wohnzimmer. Die Einrichtung ist einfach, aber intakt: ein helles Fenster, Blumen auf dem Tisch, Stühle, ein Bücherregal; eine Wanduhr tickt. Als wir auf einer Bank an der Wand Platz nehmen, schließen sich die Türen und eine Frauenstimme ertönt. Etwa 5 Minuten lang erzählt sie vom Leben in der Stadt, und davon, was die Leute so taten, als plötzlich Sirenen aufheulen. Das Licht flackert, geht aus, wir sitzen überrascht im Dunkeln, hören das Krachen der Bomben; ein fürchterliches Durcheinander von Detonationen, Schreien, dem Lärm brennender und zusammenstürzender Gebäude umgibt uns – wir befinden uns mitten in einem Bombenangriff! Der Spuk dauert nicht lange, dann ist alles vorbei, und als es wieder hell wird sehen wir das gleiche Wohnzimmer wie zu Beginn, aber nun ist die Decke mit der Lampe heruntergebrochen, die Uhr hängt schief an der Wand, Tisch und Regal liegen unter Balken vergraben, Rauch steigt auf.

Wie gelähmt bleiben wir sitzen, obwohl wir eigentlich nur noch weg wollen. Alles ist totenstill und plötzlich beginnt eine helle Kinderstimme zu singen. Die Melodie klingt fast hoffnungsvoll in all den Trümmern. Als die Türen wieder aufschnappen, verlassen wir wie befreit und wortkarg den Raum. Wir haben schon viele Museen besucht, doch das Mueo de la Paz werden wir nicht vergessen. Wir sind tief beeindruckt und voller Mitleid mit den vielen unschuldigen Opfern, die ihr Leben in einem sinnlosen Krieg lassen mussten.

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