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Transkription

Zwischen Anden und Amazonien – Teil 1 - Transkription

https://www.youtube.com/watch?v=_CGGV-Flnkg (26:08-30:19)


Ecuador gilt als Paradies für Ökotouristen, nicht nur auf den Galapagos-Inseln. Der kleine Anden-Staat hat viele Naturschönheiten zu bieten. Doch Tourismus allein kann das Land nicht ernähren.
Wir sind auf dem Río Napo, am Rande des Yasuni-Nationalparks, zwei Fahrtschnellbootstunden von der nächsten größeren Ortschaft entfernt. Die dünn besiedelten Regenwälder Ecuadors sind einer der größten Schätze Amazoniens, sie bedecken ein Drittel des Landes. Die grüne Lunge der Erde, Heimat zahlreicher, seltener Tier- und Pflanzenarten….

…und Heimat indigener Stämme wie der Kichwa. Sie führen in eigener Regie eine Ecolodge, setzten auf sanftem Tourismus. Maximal 30 Gäste können hier wohnen. Naturnah, einfach aber durchaus komfortabel. Oberhaupt der Sani-Isla-Gemeinde ist Patricio Munch-Jipa:
Patricio:
Die Beziehung, die wir zu unserem Hotel haben, ist philosophisch zu sehen: wir als indigenes Volk müssen versuchen, den Einfluss der modernen Welt zu steuern; das ist es, was wir mit dieser Ecolodge versuchen. Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde, sie gibt uns die finanziellen Mittel, mit denen wir nicht nur unsere Kinder ausbilden, sondern auch die negativen Einflüsse der modernen Welt bekämpfen können.

Denn ihre alte Welt ist bedroht. Die Yasuni-Initiative der Regierung ist gescheitert. Ecuador wollte auf die Erdölförderung in diesem sensiblen Gebiet verzichten, wenn die internationale Gemeinschaft im Gegenzug Geld für die  Entwicklung des Landes zahlen würde. Daraus wurde nichts. Jetzt sollen hier neue Ölfelder erschlossen werden. Darauf könnte ein so armes Land wie Ecuador nicht verzichten, argumentiert die Regierung. Mit der Ölförderung haben die Quechuas allerdings schon bittere Erfahrungen gemacht.
Patricio:
Wir, die indigenen Gemeinden, die hier leben und das Wasser des Flusses trinken, müssen immer wieder die Folgen tragen. Wer hier nicht lebt, hat keine Ahnung, wie schädlich das ist.
Durch eine geplatzte Pipeline war Öl in ihren Fluss gelaufen. Monatelang war das Wasser verseucht.

Die Sani-Isla Gemeinde lebt mitten im Dschungel. Sie pflegen ihre Traditionen, die enge Verbindung zur Familie und Natur. Auch wenn die Moderne bei ihnen Einzug gehalten hat, ist es  immer noch der Wald, der sie ernährt und die alten Riten, die ihren Lebensrhythmus bestimmen.
Eine Frau:
Alles, was vom Außen kommt, schadet unserer Kultur und unserem Leben. Wir wollen mit dieser ganzen Erdölförderung nichts zu tun haben, und dabei bleiben wir auch, das ist unsere Haltung.
Patricio:
Wir haben sogar erfahren, dass die Erdölkonzerne Leute töten lassen wollen, mich an erster Stelle und auch einen Freund von mir, weil wir die Gemeinde führen und die Erdölausbeutung abgelehnt haben. Aber wir lassen uns keine Angst einjagen. Vergessen Sie nicht: wir sind Kichwa, wir sind als Krieger geboren, wir waren immer Krieger und wir sind bereit, als Krieger für unser Land zu sterben.
Der Kampf gegen fremde Mächte, Ausbeutung und Unterdrückung prägt viele Teile Südamerikas bis heute (…)

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