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Aufgabenbeschreibung

Visita de España – Una tarde con Flor y Javier de Burgos
Eine Aufgabe zur Einführung und Übung von Sprachmittlungsstrategien

Von der schriftlichen Vorlage in der Muttersprache zum Sprechen in der Fremdsprache

Die im Folgenden vorgestellte Aufgabe ist für Lernende am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Lernjahres gedacht. Sie lässt sich an jedes der üblichen Lehrwerke anschließen. Die Namen Flor und Federico, die für diese Aufgabe gewählt wurden, können einfach durch die Namen der Lehrbuchfiguren ersetzt werden. Ebenso lässt sich mit dem Herkunftsort der beiden spanischen Jugendlichen verfahren.

Zu Beginn lernen die Schüler die Rahmenaufgabe 1 kennen. (M1)

Die Schüler 2 haben Besuch von einer bzw. zwei Lehrbuchfiguren (einem Mädchen und einem Jungen). Gemeinsam mit Klassenkameraden wollen sie etwas mit dem spanischen Besuch unternehmen und müssen sich dafür mit den Spaniern einig werden, was sie wann machen wollen. Ausgangsmaterial sind Informationen über verschiedene Aktivitäten auf Deutsch. Es geht also um ein erstes Mitteln von der Muttersprache in die Fremdsprache. Ziel ist ein Rollenspiel, in dem verschiedene Interessen dargestellt und Vorschläge gemacht werden und in dem die Schüler sich auf eine gemeinsame Unternehmung verständigen sollen, die möglichst das Interesse aller trifft. Die Deutschen überlassen den Spaniern aber höflich die endgültige Entscheidung. Dabei sind die Rollen des spanischen Besuches und der Schüler mit Spanisch als Fremdsprache zu besetzen. 3

Mit dieser Aufgabe werden einerseits bereits bekannte und geübte sprachliche Mittel reaktiviert, andererseits werden die Schüler an Sprachmittlungsstrategien sowie eine erste Sprachmittlungsaufgabe herangeführt. Dabei geht es vom Lesen in der Muttersprache zum Sprechen in der Zielsprache. Einleuchten soll auch, warum diese Strategien hilfreich und sinnvoll sind. Dazu gehört die Einsicht, dass Sprachmitteln nicht wörtliches Übersetzen meint und auch nicht braucht.

Wenn man davon ausgeht, dass es sich bei der Sprachmittlung insgesamt um eine komplexe Fertigkeit handelt, die unterschiedliche Strategien und Techniken erforderlich macht, ist es sicherlich sinnvoll, diese Fertigkeit nach und nach aufzubauen. Sprachmittlungsstrategien sind dabei zentral. So ist es für die Schüler hilfreich, diese Strategien systematisch kennzulernen, zu üben und anzuwenden. Im Zusammenhang mit vergleichsweise einfachen deutschen Texten befinden sie sich in einer für sie insofern alltäglichen Situation, als sie sich zwar nicht ständig mit Spaniern zu einer gemeinsamen Unternehmung verabreden, wohl aber mit ihren deutschen Freunden. 4

Nun zunächst zu den erforderlichen Voraussetzungen, die das Bewältigen der Aufgabe ermöglichen. Als bekannt werden folgende sprachliche Mittel vorausgesetzt:

  • Uhrzeit erfragen und angeben
  • etwas vorschlagen und darauf reagieren
  • den Grund für etwas nennen
  • sich verabreden
  • sagen, was man (nicht) mag

Im Bereich der grammatikalischen Strukturen müssen die Schüler das Verb gustar und die indirekten Objektpronomen kennen.

Auch ist davon auszugehen, dass sie bereits Dialoge miteinander erarbeitet haben und wissen, wie sie in den Dialogen aufeinander eingehen und für Dialoge typische Redemittel verwenden können. 5

Noch nicht bekannt sind den Schülern die Sprachmittlung sowie dazugehörige Strategien. In den meisten der gängigen Lehrbücher kommen zwar bereits im ersten Lernjahr Sprachmittlungsaufgaben vor, eine systematische Einführung der benötigten Strategien findet aber nicht statt. 6 Mit den hier vorgestellten Aufgaben werden die Schüler auf eine der möglichen Situationen der Sprachmittlung vorbereitet: Sie lernen, auf Deutsch schriftlich vorliegende Informationen mündlich auf Spanisch wiederzugeben und dies mit Hilfe des Einsatzes bestimmter Strategien vorzuentlasten. Die Schüler stehen dabei vor allem vor dem Problem, dass sie zwar alles Deutsche ohne Mühe verstehen, im Spanischen aber noch über einen vergleichsweise geringen Wortschatz und wenig komplexe Grammatikstrukturen verfügen. Gleichzeitig müssen sie sich überlegen, was einem Spanier nicht nur sprachlich, sondern auch kulturell unbekannt ist. Bevor sie die Rahmenaufgabe lösen können, müssen die Schüler zunächst solche Sprachmittlungsstrategien kennen lernen, die dazu dienen, aus der Muttersprache in die Fremdsprache zu mitteln, und zwar nicht nur rein sprachlich, sondern bei Bedarf auch kulturell. Ausgehend von Beispielen werden diese Strategien bewusst gemacht und anschließend geübt.

Da es zum einen um das grundsätzliche Einführen, Bewusstmachen und Üben von Sprachmittlungsstrategien und zum anderen um das Vorbereiten einer konkreten Situation geht, sind die vorbereitenden Aufgaben so angelegt, dass sie zwar grundsätzliche Strategien einüben, aber gleichzeitig die Bewältigung der tarea final inhaltlich vorbereiten. Die vorbereitenden Übungen sind in eine kleine Geschichte eingearbeitet, um stets einen realitätsnahen und kommunikativen Zusammenhang zu wahren. Um den Schülern die Arbeit zu erleichtern, lernen sie in Verbindung mit den Strategien auch hilfreiche sprachliche Mittel kennen.

Danach kann die Vorbereitung, Präsentation und Evaluation der gestellten Aufgabe erfolgen.

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1 Im Sinne eines aufgabenorientierten Unterrichts ist die Aufgabe so ausgestaltet, dass der Lernprozess der Schüler Beachtung findet. Außerdem versetzt sie die Schüler in eine Situation, in der sie sich in der Realität befinden könnten.
2 Hier und im Folgenden wird aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit lediglich das Maskulinum verwendet. Selbstverständlich sollten immer alle Geschlechter mitbedacht werden.
3 Wie diese Rollen besetzt werden könnten, wird noch erläutert.
4 Neben dieser Aufgabe, die das Mitteln von der Muttersprache in die Fremdsprache systematisch angeht, wäre es empfehlenswert, zu einem anderen Zeitpunkt eine Aufgabe zu stellen, die das erste Mitteln von der Fremdsprache in die Muttersprache ebenso planvoll angeht und beispielsweise zunächst Entschlüsselungsstrategien bekannt macht.
5 Dialoge in den neueren Lehrbüchern weisen solche typischen sprachlichen Mittel auf. Diese können die Schüler aus den Texten heraussuchen und systematisch zusammenstellen, wenn dies noch nicht geschehen ist.
6 Siehe zu diesem Thema auch: Zweck, Corinna: „Umschreiben, vereinfachen, Beispiele geben. Strategien zur Sprachmittlung trainieren“, in: Der fremdsprachliche Unterricht Französisch, 108, 2010, S. 8-17. Hier S. 8.