Zur Hauptnavigation springen [Alt]+[0] Zum Seiteninhalt springen [Alt]+[1]

Umsetzung des GeR in den Bildungsplänen

Der vom Europarat ausgearbeitete GeR wurde bereits 1989 von der KMK als Grundlage für das Sprachenlernen anerkannt. Die veränderte Sichtweise des Sprachenlernens im GeR im Vergleich zu den traditionellen Lehrplänen musste bei der Umsetzung im Bildungswesen der Bundesrepublik Deutschland weit reichende Konsequenzen haben. Bildungs-und Unterrichtstraditionen wurden nicht nur hinterfragt, sondern durch den GeR auch in Frage gestellt.

Welche Funktion hat der GeR nun für die Bildungspläne?

Er ist in seinem Wesen die gemeinsame Basis

"für die Entwicklung von zielsprachlichen Lehrplänen, curricularen Richtlinien, Prüfungen, Lehrwerken usw. in ganz Europa. Er beschreibt umfassend, was Lernende zu tun lernen müssen, um eine Sprache für kommunikative Zwecke zu benutzen, und welche Kenntnisse und Fertigkeiten sie entwickeln müssen, um in der Lage zu sein, kommunikativ erfolgreich zu handeln. Die Beschreibung deckt auch den kulturellen Kontext ab, in den Sprache eingebettet ist. Der Referenzrahmen definiert auch Kompetenzniveaus, sodass man Lernfortschritte lebenslang und auf jeder Stufe des Lernprozesses messen kann." 14

D.h. das Globalziel ist es,

  • die länderübergreifende Vergleichbarkeit sprachlicher Qualifikationen zu ermöglichen und zu erleichtern und

  • die Basis für die Entwicklung von Lehrplänen, Prüfungen und Lehrwerken zu schaffen.

Im November 1998 beschloss die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder eine Rahmenvereinbarung zur Zertifizierung von Fremdsprachenkenntnissen in der beruflichen Bildung auf der Basis des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens der Sprachen. Seitdem wird das KMK Zertifikat Fremdsprachen von den Bundesländern angeboten.

Baden-Württemberg hat mit dem Bildungsplan 2004 ein Dokument vorgelegt, das die Vorgaben der KMK und länderspezifische Ziele umsetzt.

Expressis verbis heißt es in den Leitgedanken zum Kompetenzerwerb für Moderne Fremdsprachen:

"Die vorliegenden Bildungsstandards für die modernen Fremdsprachen orientieren sich am Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen des Europarates, der erstellt wurde, um das Lehren und Lernen von Sprachen in Europa zu koordinieren und vergleichbar zu machen. Die Bildungsstandards Baden-Württembergs stützen sich auf diese detaillierten Beschreibungen der einzelnen Kompetenzstufen. Von den sechs Niveaustufen werden im schulischen Fremdsprachenunterricht bis zum Abitur die ersten vier Stufen erreicht. In diesem Gesamtkonzept werden die einzelnen Niveaus an zentralen Schnittpunkten dem schulischen Spracherwerb zugeordnet (…)." 15

Die Leitgedanken zum Kompetenzerwerb im Fach Französisch am Gymnasium nehmen diese Einteilung wieder auf und präzisieren:

"Die Schülerinnen und Schüler erreichen am Ende der Klasse 10 in den kommunikativen Fertigkeiten, in der Beherrschung der sprachlichen Mittel (gemessen am Ausdrucksvermögen und an der Korrektheit) und in der interkulturellen Kompetenz weitgehend das Niveau B1. Die in den Bildungsstandards unter den sprachlichen Mitteln aufgelisteten Strukturen erfassen kumulativ alle bis zum Ende dieser Stufe erarbeiteten Strukturen. Frequente, einfachere Strukturen sollen produktiv, komplexere, erst gegen Ende der Sekundarstufe I erarbeitete Strukturen rezeptiv verfügbar sein. Der korrekte Gebrauch ist Ziel des Spracherwerbs, bei der individuellen Anwendung in der Sprachproduktion ist jedoch von einer größeren Fehlertoleranz auszugehen. Es wird darauf verzichtet, den Umfang der Lexik durch Richtzahlen zu bestimmen, da der erschließbare Verstehenswortschatz weitaus umfangreicher ist als der sprachproduktiv verfügbare Wortschatz. Gerade die Entwicklung der Erschließungs-und Memorierungstechniken ist ein wesentlicher Bestandteil der fachspezifischen Methodenkompetenz." 16

 

Gemeinsam Sprachenlernen in Europa: Herunterladen [pdf] [210 KB]

 


14 Landesinstitut für Schulentwicklung, abrufbar unter
www.bildung-staerkt-menschen.de/service/downloads/Niveaukonkretisierung/Gym/Tuerk/@@niveau.2007-0705.7702067709
15 Bildungsplan 2004 : 105
16 Bildungsplan 2004 : 129