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Kurzvorstellung des KMK-Projektes for.mat

Die folgende Kurzinformation möchte die Kolleginnen und Kollegen darauf aufmerksam machen, dass neben dem IQB (Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen) das KMK-Projekt for.mat als Informations- und Materialquelle zur Verfügung steht.
Wie der nachfolgende Auszug aus dem for.mat -Projektpapier zeigt, werden hier Unterlagen zum kompetenzorientierten Unterrichten verschiedener Fächer erstellt:

KMK-Projekt for.mat –
Fortbildungskonzepte und –materialien zur kompetenz- bzw. standardbasierten Unterrichtsentwicklung

 

Aufgabe des KMK-Projekts:

Sichtung bestehender und Erarbeitung neuer Materialien zur Fortbildung von kompetenzorientiertem Unterricht in Mathematik, den Fremdsprachen und den Naturwissenschaften.

Da sich die Bundesländer verpflichtet haben, die Bildungsstandards umzusetzen, entstand mit for.mat ein Projekt, in dem länderübergreifend gearbeitet wird.

Veränderungen und Neuerungen im Unterricht seit Einführung der Bildungsstandards:
  • Unterrichtsentwicklung
  • Unterrichtsqualität
  • Planung
  • Durchführung
  • Auswertung

 

Da nationale und internationale Vergleichsstudien (PISA, VERA, IGLU) und zentrale Vergleichsarbeiten bzw. Abschlussprüfungen zu einer stärkeren Testorientierung im Unterricht geführt haben, entsteht die Notwendigkeit, Unterricht stärker als Aufgabe der Fachgruppe und Fachkonferenz zu sehen. D.h. wir gehen weg von einem Unterricht, der individuell von der Lehrkraft gestaltet wird und hin zu einem Unterricht, der  durch die Bildungsstandards geprägt ist. Dazu müssen an den Schulen Qualitätsprogramme, Arbeitspläne und Schulcurricula erarbeitet werden, kurz gesagt gemeinsame Standards zur Erreichung der Bildungsstandards festgelegt werden.

 

Kompetenzorientierte Unterrichtsentwicklung in professionellen Fachgruppen in Bezug auf die modernen Fremdsprachen:

Im Rahmen des KMK-Projekts wurden fachliche Schwerpunkte definiert und bei der Erarbeitung von Fortbildungsmodulen zugrunde gelegt, um den Kolleginnen und Kollegen nach der Reformierung der Lern- zu Bildungsplänen bei der „kompetenz- und standardbasierten Unterrichtsentwicklung“ (Deutscher Bildungsserver, Bildung + Innovation, geschäftsführender Leiter Udo Klinger, 19.12.2008) zu helfen. Auf dem Innovationsportal des Deutschen Bildungsservers sind die Materialien für die Fortbildung der Fachgruppen / -konferenzen in digitaler Form einsehbar. Zusätzlich sind die Materialien ab Juni 2009 im Buchhandel unter dem Titel „Mit Kompetenz Unterricht entwickeln“ (Bildungsverlag EINS). (Zustimmung der Online-Redaktion von Bildung + Innovation einholen, wenn darauf verwiesen werden soll)

 

Bildungsstandards und kompetenzorientierter Unterricht in den Fremdsprachen

„Der Erwerb kommunikativer und interkultureller Kompetenzen in den Fremdsprachen ist eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Kommunikation in Europa und der Welt. Diese Kompetenzen sind die Basis für die weitere persönliche Entwicklung und den späteren beruflichen Erfolg der Schülerinnen und Schüler. Daher sind beim schulischen Fremdsprachenerwerb die Anwendungsbezüge, die Ausrichtung auf interkulturelle Handlungsfähigkeit und der Aufbau einer umfassenden Methodenkompetenz von hoher Bedeutung.
Der im Jahr 2000 veröffentlichte Gemeinsame europäische Referenzrahmen (GeR) des Europarats beschreibt mithilfe von Deskriptoren auf sechs Niveaustufen (A1-C2), was Lerner können müssen, um eine Fremdsprache erfolgreich anzuwenden. So wird eine europaweite Vergleichbarkeit des Sprachkönnens ermöglicht. Mit der Einbeziehung der interkulturellen Kompetenz wird das Umfeld berücksichtigt, in das Sprache eingebettet ist.
Im Kontext zunehmender internationaler Kooperation und globalen Wettbewerbs steht das Bildungsziel der Mehrsprachigkeit auch im Zentrum der 2003 und 2004 veröffentlichten KMK-Bildungsstandards für den Mittleren Abschluss bzw. Hauptschulabschluss zur ersten Fremdsprache (Englisch/Französisch). Sie umfassen die kommunikativen Kompetenzen Lesen und Hören (rezeptiv) sowie Sprechen und Schreiben (produktiv). Die Bereiche Sprachmittlung und interkulturelle Kompetenzen werden als integrale Bestandteile des Spracherwerbs gesehen und berücksichtigt.
"Kompetenzen geben Auskunft über das, was jemand kann, und zwar in dreifacher Hinsicht: im Blick auf seine Kenntnisse, seine Fähigkeit damit umzugehen, und seine Bereitschaft zu den Sachen und Fertigkeiten eine eigene Beziehung einzugehen. Kompetenzorientierter Unterricht zielt auf die Ausstattung von Lernenden mit Kenntnissen, Fähigkeiten/Fertigkeiten sowie die Bewusstmachung und Reflexion von Einstellungen/Haltungen." (Ziener: Bildungsstandards in der Praxis, 22008)
Für den Fremdsprachenunterricht bedeutet dies eine Umorientierung von reproduktivem zu anwendungsbezogenem Wissen - statt Input- nun Outcome-Orientierung . Der Kompetenzerwerb wird anhand authentischer und variabler Lern- und Unterrichtsszenarien (z.B. durch task-based learning) gefördert. Schüler erwerben Können, nicht nur Wissen . Die Lernergebnisse und die erworbenen Kompetenzen rücken in den Mittelpunkt des Sprachlernprozesses . Dabei vollzieht sich dieser Lernprozess nicht in linearer Progression, sondern kumulativ. "Die sprachlichen Mittel Wortschatz, Grammatik, Aussprache, Intonation und Orthografie sind funktionale Bestandteile der Kommunikation. Anzustreben ist ihre höchstmögliche Verfügbarkeit, allerdings haben sie grundsätzlich dienende Funktion." (Bildungsstandards, S. 16) Damit einher geht ein veränderter Umgang mit Fehlern. Fehler werden in diesem Kontext als integrativer Bestandteil des Spracherwerbsprozesses und learning tool betrachtet (M. Rinvolucri). Im Vordergrund der Sprachbetrachtung steht das Gelingen kommunikativer Absichten .

Weitere Informationen und Materialien zum kompetenzorientierten Unterricht in den Fremdsprachen finden Sie unter http://www.kmk-format.de/

 

Kurzvorstellung des KMK-Projektes for.mat: Herunterladen [pdf] [96 KB]

Gabriele Franke