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Phylogenetische Systematik


Wie sich die Systematik unter dem Blickwinkel der Deszendenztheorie verändert

Die Systematik ist ein Fachgebiet der Biologie. In der Systematik werden Organismen klassifiziert, indem sie in ihrer Vielfalt beschrieben und auf Grund definierter Merkmale zu Gruppen zusammengefasst und diese Gruppen (Taxa, Singular: Taxon) in einem hierarchischen System angeordnet werden.

In der vordarwinistischen Zeit ging man davon aus, dass alle Organismen durch einen einzigen Schöpfungsakt erschaffen worden waren. Vor allem die Stellung des Menschen innerhalb der Schöpfung, als Ebenbild Gottes, war ein durch kirchliche Autorität gestütztes Dogma. Als konsequenter Naturwissenschaftler hatte Carl von Linné den Menschen ebenfalls in das Tierreich eingeordnet und zwar innerhalb der Mammalia (Säugetiere) in eine Gruppe, welche er Anthropomorpha nannte. An die Stelle der sonst üblichen Gattungsmerkmale setzte Linné hinter Homo lediglich: Nosce te ipsum („erkenne dich selbst“). Dies führte schon zu Kontroversen, wie sie 100 Jahre später nach der Veröffentlichung von Darwins „Origin of species“ (1859) erneut und heftiger aufflammen sollten. Linné selbst war der festen Überzeugung, dass der Mensch aufgrund seines Körperbaus in die Gattung der Affen gehörte, meinte aber:

„... hätte ich den Menschen einen Affen genannt oder umgekehrt, so hätte ich sämtliche Theologen hinter mir her, nach kunstgerechter Methode hätte ich es wohl eigentlich gemusst .“

Trotzdem war seine Sichtweise der Systematik eine statische. Auch für Linné waren die rezenten Arten aus einem einzigen Schöpfungsakt heraus entstanden und damit konstant. Sie waren also in unveränderter Form seit der Schöpfung vorhanden. Veranschaulichen lässt sich dies in folgender Abbildung:

Aufgabe: Vervollständigen Sie die unten stehende Abbildung 1, indem Sie die Konstanz und Unveränderlichkeit der dargestellten Arten durch Pfeile darstellen.

Schöpfungsakt
Abb. 1: Entstehung der Arten aufgrund eines göttlichen Schöpfungsaktes bei wortwörtlicher Interpretation der Bibel.

Die Deszendenztheorie (Theorie der gemeinsamen Abstammung) nach Darwin und Wallace geht von etwas anderem aus. Systematik vor dem Hintergrund der Deszendenztheorie bekommt einen dynamischen Charakter. Ihre Kernaussage kann wie folgt formuliert werden:

Die heutige Vielzahl der Arten von Tieren und Pflanzen hat sich aus einer geringen Zahl von Arten, vielleicht nur einer einzigen, entwickelt. Alle heute lebenden Organismen stellen eine über Vorfahren– Nachfahrenbeziehungen verbundene Abstammungsgemeinschaft dar. Über lange Zeiträume hinweg kommt es durch Artaufspaltungen zur einer Vervielfältigung und Veränderung von Arten.

Evolutionsforschung im Sinne der Deszendenztheorie versucht also Fragen zu beantworten, die nach dem historischen Verlauf der Evolution auf unserem Planeten fragen. Ausdruck finden diese Antworten unter anderem in den Versuchen Verwandtschaftsverhältnisse zu rekonstruieren.
Wie ändert sich der Blickwinkel, unter dem man nun die Entstehung der einzelnen Arten und ihre Beziehungen zueinander betrachten muss?

Aufgabe: Vervollständigen Sie die unten stehende Abbildung 2, indem Sie, ausgehend von der hypothetischen Ausgangsart, die heute lebenden Arten über Vorfahren-Nachfahrenbeziehungen miteinander verbinden.

Evolution
Abb. 2: Entstehung der Arten aufgrund gemeinsamer Abstammung und Evolution im Sinne von Darwin und Wallace


Lösungen

Homologien begründen Verwandtschaft

Außengruppenvergleich

Lösungen

Quellen


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