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Concept Cartoons erstellen

Mit Hilfe von sogenannten Concept Cartoons lassen sich Vorstellungen von Schülern zu fachlichen Zusammenhängen und letztendlich das Verständnis dafür erkunden. H.-D. Barke hat diese Diagnosemethode zum ersten Mal 2008 beim MNU-Kongress in Kaiserslautern vorgestellt und 2009 in PdN-ChiS veröffentlicht [1]. Concept Cartoons eignen sich demnach besonders zur Ermittlung von Präkonzepten zu Beginn einer Unterrichtseinheit aber auch zur Diagnose von sogenannten hausgemachten Fehlvorstellungen , die sich durch den Unterricht selbst aufgebaut haben.

Was sind Concept Cartoons?

Concept Cartoons zeigen Personen, die miteinander über eine Sache diskutieren. Im Zentrum steht jeweils eine Fragestellung. Diese kann eine Alltagssituation widerspiegeln oder auch eine fachliche Frage darstellen. Die Aussagen der Personen stehen in Sprechblasen und können sowohl wissenschaftlich korrekte als auch falsche Aussagen enthalten. Anders als bei Multiple Choice Aufgaben geht es nun aber nicht darum die richtige Aussage herauszufinden. Vielmehr sollen die Schüler auf Grundlage ihrer Vorstellungen Argumente für und wider der Richtigkeit der jeweiligen Aussagen finden und formulieren.

Nach Barke kann man die Concept Cartoons im Wesentlichen in zwei Situationen einsetzen:

  1. cartoon1 Um die Präkonzepte der Schüler zu Beginn einer Unterrichtseinheit zu ermitteln, werden entsprechende Aussagen in die Sprechblasen der Charaktere eingetragen und den Schülern präsentiert. Im Folgenden werden die Lernenden aufgefordert, dazu Stellung zu beziehen. Ein Vergleichen der verschiedenen Aussagen kann dabei auch in eine Diskussion im Plenum münden. Die gedankliche Beschäftigung sensibilisiert und aktiviert die Schüler dabei, sich intensiv mit den Aussagen und deren Richtigkeit zu beschäftigen. Der Lehrer erhält einen Überblick über die Präkonzepte seiner Schüler. Rechts ist ein möglicher Concept Cartoon für die Begrifflichkeit „Oxidation“ dargestellt (Vorlage aus [5]).

Um hausgemachte Fehl vorstellungen anzugehen, braucht der Lehrer vorab das Wissen über die gängigen Fehlvorstellungen, die bei Schülern der jeweiligen Altersstufe vorhanden sein können. Meist wissen erfahrene Lehrerinnen und Lehrer um die Problemstellen des Chemieunterrichts sehr gut Bescheid, denn es sind oftmals immer wieder die gleichen „Fehler“, die die Schüler dann in den Klausuren machen bzw. die gleichen ungenauen oder gar falschen Antworten, die einem als Lehrperson begegnen. In der Literatur findet man hierzu Zusammenstellungen von gängigen Fehlvorstellungen, sogenannten Misskonzepten [2, 4].

  1. cartoon2 Vorgehen: Nach einer entsprechenden Unterrichts-einheit präsentiert der Lehrer seinen Schülern einen Concept Cartoon der solche fehlerhafte Aussagen auf der Basis der gängigen Fehlvorstellungen enthält. Die Schüler haben nun den Auftrag diese zum einen zu identifizieren und mit den gerade in der Unterrichtseinheit neu erarbeiteten Vorstellungen zu vergleichen. Dabei wird die wissenschaftlich korrekte Argumentation wiederholt und vertieft, indem die fehlerhaften Aussagen des Concept Cartoons diskutiert und entkräftet werden.

Concept Cartoons stärken die Argumentationskompetenz der Schüler und wecken oft die Wissbegierde bei den Schülern. Sie bieten neben anderen Diagnosemethoden die Möglichkeit, als Lehrer einen Einblick in die Vorstellungswelt seiner Schüler zu bekommen. Und das ist letztlich der Ausgangspunkt für einen an Schülervorstellungen orientierten Chemieunterricht, der zu einer entsprechenden Nachhaltigkeit führt. Voraussetzung für einen gewinnbringenden Einsatz ist ein wertschätzender Umgang des Lehrers mit allen Diskussionsbeiträgen, denn dieser vermittelt den Schülern, dass Sie ernst genommen werden und so Wissens- bzw. Verständnislücken nicht im Verborgenen bleiben. [3]

Diagnoseübungen: Herunterladen [doc] [3,2 MB]

Diagnoseübungen: Herunterladen [pdf] [1,6 MB]