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Hinweise zur Erstellung und Bewertung der Tests

  1. Papierform oder Moodle-Plattform?
    Didaktisch spielt es kaum eine Rolle, ob die Tests in Papierform oder auf einer Moodle-Plattform durchgeführt werden. Für die Papierform spricht vor allem die Unabhängigkeit von der Technik, für die Moodle-Plattform aus Lehrersicht die teilweise automatisierte Bewertung und aus Schülersicht die Möglichkeit, sofort nach Abgabe des Tests die eigenen Eingaben mit den richtigen Lösungen vergleichen zu können.
  2. Aufgabenformen (entsprechend der Moodle-Typologie):
    1. FREITEXT / KURZANTWORT (besonders für Tests zum Wortschatz)
      Tätigkeit:
      Der Schüler formuliert selbst eine freie oder genau erwartete Antwort.
      Operatoren:
      Übersetze, Trage .. ein.
      Beispiel:
      Übersetze. Nonnulli contendunt linguam Latinam difficilem esse.
    2. ZUORDNUNG (besonders für Tests zu Texte / Antike Kultur)
      Tätigkeit:
      Der Schüler ordnet Ausgangswerten auf der linken Seite passende Lösungswerte auf der rechten Seite zu, wobei sich auf der rechten Seite auch unpassende Werte befinden können, die unzugeordnet bleiben.
      Operator:
      Ordne jeweils ...richtig zu.
      Beispiel:
      Ordne jeweils richtig zu: Iulia / Calpurnia / Cleopatra : Ehefrau Caesars / Geliebte Caesars / Tochter Caesars / Schwester Caesars
    3. LÜCKENTEXT (besonders für Tests zur Formenlehre)
      Tätigkeit:
      Der Schüler trägt nur wenige Buchstaben in eine vorgegebene Lücke ein.
      Operator:
      Ergänze ...
      Beispiel:
      Ergänze die richtige Endung: Cuncti Caesarem imperator... fuisse sciunt.
    4. MULTIPLE-CHOICE / ANKREUZBARE TABELLENZELLEN (besonders Texte / Antike Kultur)
      Tätigkeit:
      Der Schüler kreuzt eine oder mehrere richtige Lösungen an. Wenn der Schüler wissen soll, dass es nur eine Lösungsmöglichkeit gibt, verwendet man sogenannte radio-buttons ( Kreis ), wenn die Anzahl der Lösungsmöglichkeiten dagegen völlig offen sein soll, sogenannte check-boxes ( Quadrat ).
      Operatoren:
      Kreuze die richtige Aussage an, Kreuze die richtige(n) Aussage(n) an.
      Beispiel:
      Kreuze die richtige(n) Antwort(en) an. Unter welchem römischen Kaiser wurde der Limes errichtet? Kreis Augustus Kreis Domitian Kreis Hadrian
    5. WAHR/FALSCH
      Tätigkeit:
      Der Schüler entscheidet, ob eine Ausdage wahr oder falsch ist.
      Operator:
      Entscheide, ob die folgende Aussage wahr oder falsch ist.
      Beispiel:
      Entscheide, ob die folgende Aussage wahr oder falsch ist: Jedes der folgenden Verben gehört zu den Semideponentien: audere, confidere, gaudere, solere, reverti. Kreis Wahr Kreis Falsch
  3. Bewertung
    In jedem Test sind maximal 30 Punkte erreichbar. Bei jeder einzelnen Aufgabe steht die Zahl der jeweils erreichbaren Punkte, aber diese Zahl darf dem Schüler keinen Hinweis auf die Lösung der Aufgabe geben (besonders bei Multiple-Choice-Aufgaben).
    1. FREITEXT / KURZANTWORT
      Bei kontextgebundenen Wortschatzaufgaben beträgt die Zahl der maximal erreichbaren Punkte immer 2.
      Ein Schüler erhält diese zwei Punkte im Fall einer richtigen Übersetzung der gesamten Wendung, nur einen Punkt bei einer grundsätzlich möglichen Bedeutungsangabe der Vokabel, um deren Bedeutung es geht.
    2. ZUORDNUNG
      Die Zahl der maximal erreichbaren Punkte entspricht der Zahl der Ausgangswerte.
    3. LÜCKENTEXT
      Die Zahl der maximal erreichbaren Punkte entspricht der Zahl der Lücken.
    4. MULTIPLE-CHOICE MIT OFFENER ZAHL AN LÖSUNGSMÖGLICHKEITEN
      Die Zahl der maximal erreichbaren Punkte entspricht der Zahl der Lösungsmöglichkeiten.
      Dem sturen Ankreuzen aller Lösungsmöglichkeiten kann man durch eine Negativkorrektur begegnen, d.h. wenn z.B. zwei von vier Lösungsmöglichkeiten richtig sind und ein Schüler kreuzt alle vier an, erhält er 0 Punkte. Kreuzt er eine richtige Lösung an, erhält er 2 Punkte. Für Aufgaben mit Negativkorrekturen sind nur gerade Zahlen geeignet (z.B. vier Lösungsmöglichkeiten und zwei Lösungen).
    5. WAHR/FALSCH
      Es ist immer nur ein Punkt erreichbar.
  4. Objektivität, Reliabilität und Validität
    Die Güte eines Tests zeigt sich zunächst an der Objektivität des Tests, d.h. seiner Unabhängigkeit vom Tester. Wenn die Tests vom Computer ausgewertetet werden, ist dieses Gütekriterium zu 100 Prozent erfüllt.

    Die Reliabilität, d.h. die formale Messgenauigkeit, sollte nicht übertrieben werden. Wenn z.B. in einer Freitext- / Kurzantwort-Aufgabe ein Rechtschreibefehler auftaucht, wäre es nicht sinnvoll, deshalb eine sonst richtige Lösung nicht anzuerkennen.

    Das Kriterium der Validität, d.h. die Frage, ob ein Test auch wirklich das misst, was er messen soll, muss bei jeder Testerstellung und -durchführung sehr genau bedacht werden. Dies spricht z.B. dafür, die Operatoren zu standardisieren, damit eine Aufgabenlösung nicht am mangelnden Verstehen der Aufgabenstellung scheitert. Hinsichtlich der Zeit ist zu bedenken, dass man für die Bearbeitung eines Tests nicht einen zu engen Rahmen setzt, so dass Zeitmangel das Lösen von Aufgaben verhindert.

Literaturhinweis:
Paradies-Linser-Greving 2007, 84-109
(Zu Theorie und Praxis von Tests zur Lernstandsdiagnose)

URLs zur Moodle-Plattform:
moodle.org (Internetauftritt der Moodle-Entwickler mit den aktuellsten Downloads)

lehrerfortbildung-bw.de/moodle-info/
(Tipps der „Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen” in Baden-Württemberg zur Arbeit mit Moodle an Schulen)

oag-moodle.de
(Lernstandsdiagnose-Tests der hier vorgestellten Unterrichtseinheit auf der Moodle-Plattform des Ostalb-Gymnasiums)

 

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