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Gründe für die Wahl der Rede Pro Sexto Roscio

Drei Gründe für die Wahl gerade dieses Textes stehen im Vordergrund:

1. Der Lateinunterricht muss bestimmte Fertigkeiten vermitteln, wenn den Schülern das Latinum zu Recht zuerkannt werden soll. Diese Anforderungen sind in einer Vereinbarung der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2005 festgehalten. (Wortlaut hier:
http://www.kmk.org/no_cache/bildung-schule/allgemeine-bildung/faecher-und-unterrichtsinhalte/fremdsprachen.html
bzw. hier:
http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2005/2005_09_22_VB_Latinum_Graecim.pdf)

Aus dieser Vereinbarung geht hervor, dass die Schüler in der Lage sein müssen, "lateinische Originaltexte im sprachlichen Schwierigkeitsgrad inhaltlich anspruchsvoller Stellen (bezogen auf Bereiche der politischen Rede, der Philosophie und der Historiographie) in Inhalt, Aufbau und Aussage zu erfassen." (Abschnitt 2 KMK-Vereinbarung).
Die Arbeit an den vorgeschlagenen Texten stellt sicher, dass dieses Ziel erreicht werden kann.

2.  Die Bildungsstandards für das Fach Latein, Klasse 10, führen unter den zu erreichenden Kompetenzen nicht nur das Übersetzen auf , sondern auch das Interpretieren, und sie binden diese Kompetenzen in ein ganzes Netz von Fertigkeiten ein:

"Arbeitsbereich 4: Texte
Die Schülerinnen und Schüler sind in der Lage
- Originaltexte zu erschließen, zu strukturieren, kursorisch zu lesen und zusammenzufassen, zu übersetzen, zu interpretieren und mithilfe deutscher Übersetzungen zu verstehen
...
- die Texte auf der Basis von vorgegebenen Interpretationskategorien und unter Einbeziehung der Textpragmatik zu interpretieren
- in historischen und politischen Texten (nach Wahl: ... Reden Ciceros...)  Bedingungen römischer Politik ... zu benennen
- bei der Bearbeitung eines Sachthemas ein Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu sehen, Zusammenhänge herzustellen und sich dabei in vernetztem Denken zu üben..."

(Bildungsstandards 2004, S. 167 f.)

Die hier vorgelegte Unterrichtseinheit soll es nicht nur ermöglichen, diese Kompetenzen zu vermitteln, sondern sie bezieht auch alle anderen Kompetenzen des Lateinunterrichts mit ein. Wie dies gemeint ist, kann an diesem Schaubild erkannt werden::

Die Kompetenzen in der Unterrichtseinheit Menschenrechte in der Antike am Beispiel Ciceros

Im Bereich der Sprachlehre liegt der Schwerpunkt auf der syntaktischen Kompetenz, weil es erfahrungsgemäß die Syntax ist, die den Schülern bei der Lektüre Ciceros die größten Schwierigkeiten bereitet.

3. Die Rede Pro Sexto Roscio wird hier vorgeschlagen, weil an ihr erkennbar ist,

  • …welche Rechte ein Angeklagter in Rom besaß
  •  … im Zusammenhang damit, wie wichtig es für einen Angeklagten war, vor Gericht gut vertreten zu sein
  •  … wie die Aufgabe eines Strafverteidigers durch die politischen Rahmenbedingungen behindert werden können
  • … welche Möglichkeiten es gibt, auch gegen diese politischen Hindernisse eine effektive Verteidigung zu gewährleisten
Auf diese Weise führt sie an einem praktischen und gut nachvollziehbaren Beispiel in die konkreten Konflikte ein, in denen einzelne Menschenrechte zur Disposition stehen und verteidigt werden.