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Caesars Germanenexkurs

Einführung in die kompetenzorientierte Unterrichtseinheit

„Caesars Germanenexkurs“

Neben dem Bellum Helveticum gehört der Germanenexkurs zu der traditionellen Caesar­lektüre. Ausschlaggebend dafür war zum einen schon immer die sprachliche Klarheit der Commentarii und zum anderen ein sich im Laufe der Zeit wandelndes geschichtliches Interesse. Dieses richtete sich noch vor nicht allzu langer Zeit auf den Germanenexkurs als Quelle über die Germanen, inzwischen dagegen eher auf den Germanenexkurs als Quelle über Caesar.

Als Gegenstand der Veranschaulichung kompetenzorientierten Unterrichts bietet sich der Germanenexkurs aus mehreren Gründen an: Erstens lässt er gerade als traditioneller Unterrichtsinhalt neue Unterrichtsmethoden besonders deutlich erkennbar machen, zweitens ermöglicht die Beschäftigung mit der Wahrnehmung von Fremden die Einbeziehung aller vier Dimensionen des Kompetenzbegriffs und drittens ist der bescheidene Umfang von nur vier Kapiteln einfach praktisch für den Versuch einer prägnanten Darstellung.

Worin besteht die Besonderheit  kompetenzorientierten Unterrichts? Die Individualität jedes Schülers, das Üben im Unterricht und die Ergebnisse des Lernprozesses finden deutlich stärkere Beachtung als im traditionellen Unterrichtsgeschehen. Konkret bedeutet dies in der vorliegenden Unterrichtseinheit: Lernstandsdiagnosen am Anfang und Ende, methodische Vorentlastung, diagnoseabhängiges Üben, hilfendifferenziertes Übersetzen und themendifferenziertes Textverstehen. Die arbeitsintensive Vorbereitung einer solchen Unterrichtseinheit schließt aus, dass ein Lehrender den gesamten Lateinunterricht  nach diesem Modell strukturiert. Da es zudem jeden Lernenden in sehr intensiver Weise fordert, empfiehlt sich ein Wechsel zwischen Einheiten differenzierten und kollektiven Unterrichts.

Die vorgestellte Unterrichtseinheit wurde 2010 in einer 9. Klasse im Anschluss an die Lehrbuchphase erprobt. Die Lerngruppe von 17 Schülern besuchte jede Woche zwei Doppelstunden Latein. Diese Schüler hatten zuvor drei Jahre lang mit dem Lehrwerk „prima B“ gearbeitet und festigten nun ihren Wortschatz mit „adeo-NORM“, ein Grundwortschatz, der weitgehend dem Vokabular des Lehrwerks entspricht. Die hier präsentierte Unterrichtseinheit war somit in eine ganz bestimmte Situation eingebunden und kann nur mutatis mutandis auf andere Lernverhältnisse übertragen werden. Verbesserungen, die die praktische Erprobung nahelegten, sind in die hier vorgestellte Einheit bereits aufgenommen.

 

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