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2. Doppelstunde: Üben und zweite Vorentlastung

Die Ergebnisse der Lernstandsdiagnose zu Beginn der Unterrichtseinheit werden in vielfacher Weise genützt: In der zweiten Doppelstunde erhalten die Schüler Übungen zu den Arbeitsbereichen, in denen sie bei der Lernstandsdiagnose Schwächen zeigten, in der dritten und fünften Doppelstunde sind die Übersetzungstexte mit individuell angepassten Hilfen ausgestattet und auch die Beratung der Schüler und Eltern kann sich auf die Ergebnisse der Diagnose-Tests stützen. Die diagnoseabhängigen Übungen sind hier in Wortwahl und Grammatikphänomenen auf den Germanenexkurs ausgerichtet, grundsätzlich könnten aber beliebigen Übungen zu Wortschatz, Satz- und Formenlehre herangezogen werden.

In der zweiten Vorentlastungsphase soll den Schülern methodische Kompetenz zur Erschließung neuer Vokabeln vermittelt. Dabei gibt es vor allem zwei Möglichkeiten: Wortanalyse und Lexikongebrauch.

Ein Vergleich der Wörter in den ersten zwei Kapiteln des Germanenexkurses mit dem Wortschatz von adeo ergibt, dass nach Abzug der Eigennamen nur 37 von 208 Wörtern bleiben, deren Bedeutung erschlossen werden muss. Die Kenntnis typischer Prä- und Suffixe sowie Lehnwörter ermöglichen es, die Bedeutung von etwa 22 dieser 37 Wörter zu erschließen. Somit sind nur noch 15 Wörter mittels Lexikon zu erschließen.

Methodische Bedeutungserschließung durch Wortanalyse setzt das Wissen von Prä- und Suffixen voraus. Die Schüler erhalten deshalb zunächst ein Arbeitsblatt mit den wichtigsten Wortbildungselementen. Diese Elemente versuchen sie in unbekannten Wörtern von Gall.6,21-22 zu erkennen und mit ihrer Hilfe die Bedeutung der unbekannten Vokabeln zu erschließen.

Wahrscheinlich zu schwer für die Bedeutungserschließung durch Wortanalyse sind occultatio, perluuntur und promiscue. Sie bleiben deshalb der Bedeutungserschließung mit Lexikon vorbehalten, die in der Vorentlastungsphase als methodisch durchzuführender Arbeitsgang erlernt werden soll. Ein Arbeitsblatt stellt zunächst die vier grundlegenden Schritte bei der Lexikonverwendung dar und dient dann der konkreten Einübung dieser Schritte.
Zu den umstrittensten Fragen des Lateinunterrichts zählt die der richtigen Übersetzungsmethode. In Konkurrenz stehen dabei vor allem die traditionelle Konstruktions- und die modernere Dreischrittmethode. Hinsichtlich der Methodenkompetenz ist allerdings weniger wichtig, welche Methode ein Lehrer empfiehlt, als vielmehr, dass der Schüler überhaupt eine oder in diesem Fall besser zwei Methoden anwenden kann. Wieder zeigt ein Arbeitsblatt die einzelnen Schritte der empfohlenen Übersetzungsmethode (eine Mischung aus Konstruktions- und Dreischrittmethode) und fordert dann zur Einübung an einem Beispielsatz auf.

Am Ende der Doppelstunde sollten die Schüler somit die grundlegenden Methoden zur Wort- und Satzerschließung wiederholt oder neu gelernt haben.

 

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