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In­ter­pre­ta­ti­on

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Diese Seite ist Teil einer Ma­te­ria­li­en­samm­lung zum Bil­dungs­plan 2004: Grund­la­gen der Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung. Bitte be­ach­ten Sie, dass der Bil­dungs­plan fort­ge­schrie­ben wurde.

Ethi­sche Fra­ge­stel­lun­gen ge­hö­ren in den Ethik- bzw. Re­li­gi­ons­un­ter­richt. Den­noch bie­ten sich auch in vie­len an­de­ren Fä­chern Ge­le­gen­hei­ten, sol­che Fra­gen als wich­tig zu be­grei­fen und in den Un­ter­richt an­de­rer Fä­cher zu in­te­grie­ren. Ethik macht die Sitt­lich­keit zum Ge­gen­stand der Über­le­gun­gen: Werte, Wer­tun­gen, die Un­ter­schei­dung von Gut und Böse, die Pflicht, das Ge­wis­sen, das Ver­hält­nis von Sitt­lich­keit (Tu­gend) und Glück­se­lig­keit.
Das Ju­gend­al­ter wird von der Psy­cho­lo­gie als „zwei­te Ge­burt” be­zeich­net, in der sich hef­tig und mas­siv die Frage nach der Iden­ti­täts­ent­wick­lung und nach den per­sön­li­chen Wer­ten auf allen Ebe­nen stellt. Diese Ent­wick­lung zu be­glei­ten, wird immer mehr zu einer Auf­ga­be der Schu­le und damit eine Auf­ga­be für fast jedes Fach, vor allem Fä­cher, die mit Tex­ten ar­bei­ten.

Ge­dan­ken zur Ethik im La­tein­un­ter­richt:
  1. Die Lehr­bü­cher geben eine Fülle von The­men vor. Immer nur ei­ni­ge we­ni­ge Ka­pi­tel sind für die Ethik nutz­bar. Kon­se­quenz: Ethi­sche Fra­ge­stel­lun­gen wer­den zwar nie zen­tra­les Thema des La­tein­un­ter­richts sein, sie kön­nen aber in re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den in den Un­ter­richt ein­ge­streut wer­den. Diese Chan­ce soll­te man nut­zen! Diese The­men sind ein Ge­winn für die Schü­ler und ein Ge­winn für den Un­ter­richt.
  2. Die The­men eines ethik­be­zo­ge­nen La­tein­un­ter­richts sind im Lehr­plan/in den Stan­dards des Ethik­un­ter­richts zu fin­den. Nicht alle dort ge­nann­ten The­men und Lern­zie­le sind la­t­ein­kom­pa­ti­bel.

My­thi­sche Er­zäh­lun­gen, zu denen neben Niobe auch Da­e­da­lus und Ica­rus , Nar­cis­sus oder an­de­re My­then ge­hö­ren, bie­ten in hohem Maße ein Iden­ti­fi­ka­ti­ons­mo­dell für die Schü­ler, wenn es ihnen ge­stat­tet wird, mit dem Text zu ar­bei­ten, d. h. der Text muss Grund­la­ge zur Selbst­re­fle­xi­on wer­den. Quid ad me? Niobe ist eine Ge­stalt, deren Cha­rak­ter nicht ein­deu­tig zu be­stim­men ist. Hat sie einen so schlech­ten Cha­rak­ter, wie man auf den ers­ten Blick meint? Oder las­sen sich ei­ni­ge Züge ihres We­sens auch auf an­de­re Weise be­wer­ten? Ist sie nur macht­be­ses­sen und ar­ro­gant? Oder hat sie lie­bens­wer­te Sei­ten? In der Grup­pen­ar­beit be­ant­wor­ten die ein­zel­nen Grup­pen in ihrem je­wei­li­gen - leicht ver­än­der­ten - Text­ab­schnitt diese zahl­rei­chen Fra­gen und ler­nen somit auch hin­sicht­lich ihrer mut­ter­sprach­li­chen Kom­pe­tenz viele Ei­gen­schafts­wör­ter ken­nen, indem sie aus einer vor­ge­ge­be­nen Liste die ihnen zu­tref­fend er­schei­nen­de Be­schrei­bung aus­wäh­len. In der Über­schau wer­den sie er­ken­nen, dass neben ne­ga­ti­ven Cha­rak­termerk­ma­len auch po­si­ti­ve zu nen­nen sind. In­so­fern ist Niobe eine am­bi­va­len­te Per­son.

Am­bi­va­lenz ist das Thema des Wer­te­qua­drats. In der zur Ver­fü­gung ste­hen Power-Point-Prä­sen­ta­ti­on fin­den Sie einen kur­zen his­to­ri­schen Ab­riss der Ent­ste­hung die­ses wich­ti­gen Dif­fe­ren­zie­rungs­mo­dells. Ur­sprüng­lich stammt die Idee - al­ler­dings nur in einer Ebene - von Aris­to­te­les, der von der dy­na­mi­schen Ba­lan­ce spricht, wenn sich zwei Schwes­ter­tu­gen­den (z. B. Spar­sam­keit vs. Groß­zü­gig­keit) ge­gen­über ste­hen. Weder die eine noch die an­de­re Tu­gend kann sich voll ent­fal­ten, wenn nur sie al­lein wirkt. Beide Tu­gen­den kom­men zur Gel­tung, wenn zwi­schen ihnen eine Ba­lan­ce, die etwa in der Mitte an­ge­sie­delt ist, ent­steht. Diese Mitte ist keine feste Größe, son­dern va­ri­iert je nach Si­tua­ti­on. Die­ses Mo­dell wurde von Hel­wig und spä­ter von Schulz von Thun um eine zwei­te Di­men­si­on, die der Ent­wer­tung, er­wei­tert (siehe ppp). Das Wer­te­qua­drat eig­net sich nicht nur zur Selbst­re­fle­xi­on, son­dern ist auch in der Me­dia­ti­on, zum Bei­spiel bei Pro­ble­men in der Klas­se, hilf­reich.

Hin­weis:
Falls Sie in­ner­halb der Grup­pen­ar­beits­auf­trä­ge den Ar­beits­schritt 6 „Be­trach­tet die ver­schie­de­nen Bil­der der Bil­der­ga­le­rie: Wählt eine davon für euren Text­ab­schnitt aus!” be­ar­bei­ten wol­len, brau­chen Sie ver­schie­de­ne Frau­en­bil­der, die Sie bei www.​fo­to­se­arch.​de fin­den kön­nen. Ach­ten Sie dar­auf, die Bil­der nur zu zei­gen, nicht zu ver­brei­ten (Ur­he­ber­rech­te!).

Text­vor­la­ge für das Grup­pen­puz­zle: Text­puz­zle (In­ter­pre­ta­ti­on_­Text­puz­zle_6_1)

Ar­beits­auf­trä­ge für die Grup­pen­ar­beit: Ar­beits­auf­trä­ge (In­ter­pre­ta­ti­on_­Ar­beis­t­auf­trä­ge_6_2)

Folie - Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten: Folie (In­ter­pre­ta­ti­on_­Fo­li­e_6_3)

Power-Point-Prä­sen­ta­ti­on: Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung im La­tein­un­ter­richt (pp­p_Z­PG_­Mul­ti_­Fach­be­ra­ter_­Re­dak­ti­on)
Diese Prä­sen­ta­ti­on be­inhal­tet auch eine Un­ter­richts­ein­heit in der Sprach­er­werbs­pha­se sowie eine Aus­sa­ge zu Werte und Hal­tun­gen .