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Lösung


Bildungsplanbezug:

Die Schülerinnen und Schüler können

  • die wesentlichen Merkmale literarischer und nichtliterarischer Textarten benennen und ihre Funktion beschreiben.

Ein wesentliches Merkmal fiktionaler Texte ist die Konstruktion von Wirklichkeit.

Ein Konstruktionsprinzip in Peter Stamms Texten ist die Überlagerung kontrastierender Wirklichkeiten.


Arbeitsauftrag

  1. Untersuchen Sie, wie der Erzähler in den Textausschnitten auf die Ankündigung der Schwangerschaft seiner Geliebten reagiert. Notieren Sie kontrastive Schlüsselstellen auf einer Folie.
  1. Deuten Sie die unterschiedliche Darstellung.


Lösung

  • Die Figuren flüchten in eine Parallelwelt- => Funktion einer Ersatzrealität. (Zeit der zunehmenden Gefährdung der Beziehung)
  • Diese fiktive Welt hat eine kompensatorische Funktion- => Konflikte werden ausgespart, die Wirklichkeit wird überschrieben, Agnes wird zum Glücklichen „Geschöpf des Erzählers.
  • Erwartung des Lesers, gelebtes Leben zu erfahren, wird nicht erfüllt. Dadurch wird er zur Reflexion angeregt. Es eröffnet sich ein Deutungshorizont.
  • Die Brüchigkeit menschlicher Beziehungen wird deutlich.

Text 1: Romanwirklichkeit

Texte 2: Fiktion

»Nicht gerade, was ich mir vorgestellt habe.

»Agnes wird nicht schwanger«, sagte ich. »Das war nicht... Du liebst mich nicht. Nicht wirklich.«

(S. 89)

Ich dachte an das Kind, mit dem Agnes schwanger war. … Ich will wissen, wer es ist, wie es aussieht.

Am vierten Mai kam unser Kind zur Welt. Es war ein Mädchen. … Margaret … jeden Tag gingen wir mit ihm spazieren …. überlegten uns, welche Dinge wir Margaret kaufen würden, später, wenn sie älter sein würde. …

Wir schauten uns nach einer größeren Wohnung um.

Es war der glücklichste Sommer meines Lebens, und auch Agnes war so zufrieden wie selten zuvor.

 (S. 115)

Als müsse ich mich selbst überzeugen, sagte ich nur:  »Sie ist nicht schwanger.«

»Ich will kein Kind. Ich kann kein Kind gebrauchen.«

»Ich brauche kein Kind.«

»Man kann das ändern«, sagte ich leise.

 (S. 90)

den ganzen Nachmittag am Computer, und Agnes saß neben mir und diktierte mir oder korrigierte mich. …

Agnes und ich heirateten, dann bekamen wir ein zweites Kind, einen Jungen. Wir waren glücklich.

Alle schauen uns an, wenn wir Kindersachen kaufen. Alle wissen es. Es ist eine Lüge.« »Es ist doch nur eine Geschichte. Du wolltest ...«

»Ich habe nicht gewußt ...«, unterbrach mich Agnes, aber sie sprach nicht weiter.

»Du wolltest, daß ich sie so schreibe«, sagte ich, »wir haben sie zusammen geschrieben.«

(S. 118)

»Ich habe nicht gewußt, wie wirklich es wird. Und doch ist es eine Lüge. Es ist krank.«

… (S. 119)

 

 

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