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Station 7: intertextuelle Bezüge berücksichtigen:

„Dantons Tod“ – Dialoganalyse 3 – Station 7, AB 1:
intertextuelle Bezüge berücksichtigen

A → B

Ausschnitt aus Szene II.3




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Ein Zimmer – Camille, Danton
Camille . Ich sage euch, wenn sie nicht alles in hölzernen Kopien bekommen,
verzettelt in Theatern, Konzerten und Kunstausstellungen, so haben sie weder
Augen noch Ohren dafür. Schnitzt einer eine Marionette, wo man den Strick
hereinhängen sieht, an dem sie gezerrt wird und deren Gelenke bei jedem Schritt in
fünffüßigen Jamben krachen - welch ein Charakter, welche Konsequenz! Nimmt
einer ein Gefühlchen, eine Sentenz, einen Begriff und zieht ihm Rock und Hosen an,
macht ihm Hände und Füße, färbt ihm das Gesicht und läßt das Ding sich drei Akte
hindurch herumquälen, bis es sich zuletzt verheiratet oder sich totschießt - ein Ideal!
Fiedelt einer eine Oper, welche das Schweben und Senken im menschlichen Gemüt
wiedergibt wie eine Tonpfeife mit Wasser die Nachtigall - ach, die Kunst!
Setzt die Leute aus dem Theater auf die Gasse: die erbärmliche Wirklichkeit! - Sie
vergessen ihren Herrgott über seinen schlechten Kopisten. Von der Schöpfung, die
glühend, brausend und leuchtend, um und in ihnen, sich jeden Augenblick neu
gebiert, hören und sehen sie nichts. Sie gehen ins Theater, lesen Gedichte und
Romane, schneiden den Fratzen darin die Gesichter nach und sagen zu Gottes
Geschöpfen: wie gewöhnlich! - Die Griechen wußten, was sie sagten, wenn sie
erzählten, Pygmalions Statue sei wohl lebendig geworden, habe aber keine Kinder
bekommen.
Danton . Und die Künstler gehn mit der Natur um wie David, der im September die
Gemordeten, wie sie aus der Force auf die Gasse geworfen wurden, kaltblütig
zeichnete und sagte: ich erhasche die letzten Zuckungen des Lebens in diesen
Bösewichtern. ( Danton wird hinausgerufen. )

(C) Text "Dantons Tod" Text mit freundlicher Genehmigung der Zenodot Verlagsgesellschaft mbH
  http://www.zeno.org/Literatur/M/B%C3%BCchner,+Georg/Dramen/Dantons+Tod


Camille und Danton wenden sich in diesem Ausschnitt jeweils gegen eine bestimmte Art von Kunstverständnis. Beschreiben Sie (in ganzen Sätzen) das jeweilige Kunstverständnis.

Der Operator „beschreiben“ verlangt eine genaue, sachliche, auf Wertung verzichtende Darstellung in eigenen Worten.

Markieren Sie zuerst die Schlüsselwörter bzw. Schlüsselaussagen in den beiden Redebeiträgen. Finden Sie dann für das jeweilige Kunstverständnis einen Begriff und erläutern Sie diesen Begriff in ganzen Sätzen und in eigenen Worten. Versuchen Sie bei der Wiedergabe von Camilles Redebeitrag ein oder zwei kurze Zitate einzubauen.


Fortbildungsmaterial zum standardbasierten und kompetenzorientierten Unterricht im Fach Deutsch (Kursstufe)

  Station 7 A2

 

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