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Agnes’ Geschichte


Ich muß gehen. Ich stehe auf. Ich verlasse das Haus. Ich fahre mit dem Zug. Ein Mann starrt mich an. Er setzt sich neben mich. Er steht auf als ich aufstehe. Er folgt mir, als ich aussteige. Wenn ich mich umdrehe, kann ich ihn nicht sehen, so nahe ist er mir. Aber er berührt mich nicht. Er folgt mir. Er spricht nicht. Er ist immer bei mir, bei Tag und in der Nacht. Er schläft mit mir, ohne mich zu berühren. Er ist in mir, er füllt mich aus. Wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich nur ihn. Ich erkenne meine Hände nicht mehr, meine Füße nicht. Meine Kleider sind zu klein, meine Schuhe drücken, mein Haar ist heller geworden, meine Stimme dunkler. Ich muß gehen. Ich stehe auf. Ich verlasse das Haus.
(S. 42) [1]

Arbeitsauftrag

  1. Deuten Sie Agnes’ Geschichte im Kontext des Romans. Berücksichtigen Sie auch poetische Mittel.


Agnes’ Geschichte: Herunterladen [doc] [29 KB]


[1] Peter Stamm: Agnes . S. Fischer Verlag 2009, 5. Auflage, Fischer (Tb) © 1998 by Peter Stamm