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M 7b Werkvergleich - Umgang mit dem Tod


M 7b Vergleichsaspekte erarbeiten und einen Schreibplan entwerfen (Umgang mit dem Tod)

A

Vergleichen Sie, wie Danton, Walter Faber und die Hauptfiguren in Agnes über den Tod denken und wie sie mit ihm umgehen. Nutzen Sie die Vergleichsaspekte aus der Tabelle und erstellen Sie damit einen Schreibplan.

Kriterium

„Dantons Tod“

„Homo faber“

„Agnes“

In welchen Zusammen-hängen kommt der Tod vor?

  • Tod als Zeichen und Instrument der Schreckensherrschaft
  • belastet Dantons Gewissen (vgl. II.5)
  • Erzählung Marions (vgl. I.5)
  • Hinrichtung Dantons und seiner Anhänger
  • Diskussionen: erst Lebensüberdruss (vgl. z.B. II.1), dann Verzweiflung angesichts des bevorstehenden Todes (vgl. III.7, IV.3, IV.5)
  • Aufopferung Julies und Luciles
  • Verblüffende „Bildkorrespondenz“ (Olaf Hildebrand) der Todesereignisse in I.5 und IV.6
  • Danton und seine Anhänger fühlen sich als historische Figuren versteinert („Wir stanken bei Lebzeiten schon hinlänglich“, IV.5)
  • Tod als Metapher in der poetologischen Polemik gegen den Klassizismus: Camilles Klage über „hölzerne[ ] Kopien“, Dantons Gedanken an Davids Zeichnungen von Gemordeten; Pygmalion-Motiv (vgl. jew. II.3)
  • Faber erfährt die Natur als sterbend, verwesend, z.B. durch Geier (vgl. S. 53, 68)
  • der tote Joachim
  • Sabeths Tod und Walters Schuld
  • Walters Tod
  • Aufarbeitung / Bewältigung dieser Todeserfahrungen im „Bericht“
  • Faber scheitert mit dem Versuch, den Tod durch Filmen zu überwinden oder wenigstens zu dokumentieren
  • Metaphorik: Fäulnis, Verwesung
  • Der zweite Ausgang der Erzählung
  • Agnes’ Suizid
  • Pygmalion-Motiv: Autor erschafft seine Figur und kann ihr das Leben nehmen
  • Selbstmordgedanken des Erzählers
  • die tote Frau und das Gespräch über den Tod, den Agnes fürchtet (vgl. S. 23)
  • intertextuelle Anspielungen auf Todes-Texte, z.B. Gedicht von Robert Frost (S. 24), Kokoschka-Stück „Mörder, Hoffnung der Frauen“ (S. 39)
  • verlassene Siedlung und Friedhof im Nationalpark (vgl. Kap. 15 und 16)
  • Agnes erzählt von totem Mädchen in Zeltlager, vgl. S. 32f.
  • das verlorene Kind
  • Traum des Erzählers, in dem Agnes flüstert: „Du bist tot.“ (S. 81)

Umgang der Hauptfigur mit dem Tod

  • s.o.: erst Lebensüberdruss (z.B. II.1: „Ich habe es satt“), dann Angst und Verzweiflung angesichts des bevorstehenden Todes (vgl. III.7, IV.3, IV.5)
  • zunächst: Verdrängung und Versuch, durch Technik und Rationalität das Natürliche (und damit den Tod) zu leugnen; idealtypisch durch Statistik zur „Mortalität bei Schlangenbiß“, S. 130
  • später: euphorische Bejahung des Lebens, geht einher mit echter Auseinandersetzung mit Sabeths Tod, der eigenen Schuld und dem erwarteten Tod
  • Durch Filmen will sich Faber zunächst (auch) den Tod vom Leib halten; später stellt er fest, dass dies nicht geht.
  • Ich-Erzähler schreibt Agnes’ Tod in seiner Geschichte vor: lenkt Agnes, führt sie wie eine Figur: verantwortungsloser Umgang mit der zweiten, tödlichen Version
  • Schuldgefühle an Agnes’ Suizid erkennbar, aber weiterhin Versuche der Rechtfertigung
  • Rückkehr zu den Erinnerungen an Agnes, z.B. Ansehen des Films
  • Kein emotional intelligenter Zugang des Erzählers zum Tod (vgl. Gespräch in Kap. 4)

Umgang anderer Figuren mit dem Tod

  • Robespierre / St. Just glauben an die gesellschaftlich heilsame Kraft der Hinrichtungen
  • Julie / Lucile folgen ihren Gatten in den Tod: „Es ist so hübsch Abschied nehmen“ (Julie, IV.6); Luciles existenzielle Verzweiflung: „ich will [...] schreien“ (IV.8)
  • Tod des Jünglings ist für Marion „der einzige Bruch in meinem Wesen“ (I.5), d.h. der einzige Moment der Verunsicherung in ihrem unbedingten Sensualismus
  • Marcel als Gegenfigur, der die Kreatürlichkeit des Menschen auch im Tod akzeptiert: „Tu sais que la mort es femme! [...] et que la terre est femme!“ (S. 69)
  • Hanna als Gegenfigur, die Faber vorwirft, als typischer Techniker die Welt und den Tod zu leugnen (vgl. S. 169)
  • Agnes hat Angst vor dem Tod, „einfach, weil dann alles zu Ende ist“ (S. 24)
  • Dennoch hält Agnes das Erfrieren für einen „schöne[n] Tod“ (S. 78) – der Erzähler greift dies in seinem zweiten Ende der Geschichte auf (vgl. S. 152)
  • Agnes liefert sich selbst aus, indem sie sich dem Erzähler als Figur seiner Geschichte zur Verfügung stellt
  • Agnes lehnt es ab, auf einem Friedhof zu filmen (vgl. S. 77)

Auswirkungen

  • Nihilismus, Fatalismus
  • Individuelles Schicksal führt Danton zu fatalistischem Geschichtsbild
  • Verdrängung („Sie werdens nicht wagen“)
  • Sabeths Tod und die anschließende Konfrontation mit Hanna sind Schlüsselerlebnisse für Faber auf seinem Weg zur Veränderung / Öffnung / Einsicht
  • Am Ende: Hinwendung zum Leben und Bewusstsein des Todes, was zur Aufwertung des Augenblicks führt: „Ewigkeit im Augenblick. Ewig sein: gewesen sein.“ (S. 199)
  • Erzähler arbeitet sich an der Erinnerung an Agnes ab: Dieser Prozess und jener der Einsicht in seine Schuld sind aber noch nicht abgeschlossen.

B

Vergleichen Sie, wie Danton, Walter Faber und die Hauptfiguren in Agnes über den Tod denken und wie sie mit ihm umgehen. Ergänzen Sie die Vergleichsaspekte in der Tabelle und erstellen Sie einen Schreibplan.

Kriterium

„Dantons Tod“

„Homo faber“

„Agnes“

In welchen Zusammen-hängen kommt der Tod vor?

  • Tod als Zeichen und Instrument der Schreckensherrschaft
  • belastet Dantons Gewissen (vgl. II.5)
  • Erzählung Marions (vgl. I.5)
  • Hinrichtung Dantons und seiner Anhänger
  • Diskussionen: erst Lebensüberdruss (vgl. z.B. II.1), dann Verzweiflung angesichts des bevorstehenden Todes (vgl. III.7, IV.3, IV.5)
  • Aufopferung Julies (IV.6) und Luciles (IV.9)
  • Verblüffende „Bildkorrespondenz“ (Olaf Hildebrand) der Todesereignisse in I.5 und IV.6
  • Danton und seine Anhänger fühlen sich als historische Figuren versteinert („Wir stanken bei Lebzeiten schon hinlänglich“, IV.5)
  • Tod als Metapher in der poetologischen Polemik gegen den Klassizismus: Camilles Klage über „hölzerne[ ] Kopien“, Dantons Gedanken an Davids Zeichnungen von Gemordeten; Pygmalion-Motiv (vgl. jew. II.3)
  • Faber erfährt die Natur als sterbend, verwesend, z.B. durch Geier (vgl. S. 53, 68)
  • der tote Joachim
  • Sabeths Tod und Walters Schuld
  • Walters Tod
  • Aufarbeitung / Bewältigung dieser Todeserfahrungen im „Bericht“
  • Faber scheitert mit dem Versuch, den Tod durch Filmen zu überwinden oder wenigstens zu dokumentieren
  • Metaphorik: Fäulnis, Verwesung
  • Der zweite Ausgang der Erzählung (S. 150-152)
  • Agnes’ vermutlicher Suizid (S. 9, S. 153)
  • Pygmalion-Motiv: Autor erschafft seine Figur und kann ihr das Leben nehmen
  • Selbstmordgedanken des Erzählers (S. 9)
  • die tote Frau und das Gespräch über den Tod, den Agnes fürchtet (S. 23)
  • intertextuelle Anspielungen auf Todes-Texte, z.B. Gedicht von Robert Frost (S. 24), Kokoschka-Stück „Mörder, Hoffnung der Frauen“ (S. 39)
  • verlassene Siedlung und Friedhof im Nationalpark (vgl. Kap. 15 und 16)
  • Agnes erzählt von totem Mädchen in Zeltlager, vgl. S. 32f.
  • das verlorene Kind (S. 111): „es ist in mir gestorben“ (S. 131)
  • Traum des Erzählers, in dem Agnes flüstert: „Du bist tot.“ (S. 81)

Umgang der Hauptfigur mit dem Tod

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Umgang anderer Figuren mit dem Tod

  • Robespierre / St. Just ...

    (vgl. z.B. I.6)
  • Julie / Lucile ...

    (vgl. IV.6 und IV.8)
  • Marion: ...

    (vgl. I.5)
  • Marcel ...

    (vgl. S. 69)
  • Hanna ...

    (vgl. S. 169f.)
  • Agnes hat Angst vor dem Tod, „einfach, weil dann alles zu Ende ist“ (S. 24)
  • Dennoch hält Agnes das Erfrieren für einen „schöne[n] Tod“ (S. 78) – der Erzähler greift dies in seinem zweiten Ende der Geschichte auf (vgl. S. 152)
  • Agnes liefert sich selbst aus, indem sie sich dem Erzähler als Figur seiner Geschichte zur Verfügung stellt (z.B. S. 63f.)
  • Agnes lehnt es ab, auf einem Friedhof zu filmen (vgl. S. 77)

Auswirkungen

  • Nihilismus, Fatalismus (z.B. IV.3, IV.5) als Ergebnis des eigenen Schicksals
  • Verdrängung („sie werden’s nicht wagen“, II.4)
  • Sabeths Tod und die anschließende Konfrontation mit Hanna sind Schlüsselerlebnisse für Faber auf seinem Weg zur Veränderung / Öffnung / Einsicht
  • Am Ende: Hinwendung zum Leben und Bewusstsein des Todes, was zur Aufwertung des Augenblicks führt: „Ewigkeit im Augenblick. Ewig sein: gewesen sein.“ (S. 199)
  • Erzähler arbeitet sich an der Erinnerung an Agnes ab: Dieser Prozess und jener der Einsicht in seine Schuld sind aber noch nicht abgeschlossen (vgl. z.B. Kap. 1, 36)

C

Vergleichen Sie, wie Danton, Walter Faber und die Hauptfiguren in Agnes über den Tod denken und wie sie mit ihm umgehen. Sammeln Sie in der Tabelle Vergleichsaspekte und erstellen Sie einen Schreibplan.

Kriterium

„Dantons Tod“

„Homo faber“

„Agnes“

In welchen Zusammen-hängen kommt der Tod vor?

     

Umgang der Hauptfigur mit dem Tod

     

Umgang anderer Figuren mit dem Tod

     

Auswirkungen

     

C*

Vergleichen Sie, wie Danton, Walter Faber und die Hauptfiguren in Agnes über den Tod denken und wie sie mit ihm umgehen. Sammeln Sie Vergleichsaspekte und erstellen Sie einen Schreibplan.

 

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