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Lösung


1. Struktur des Romans

Chronologie der Ereignisse
Beginn mit dem zweiten Kapitel – Erstes Treffen zwischen dem Erzähler und Agnes.
Dann entwickelt sich die Liebesgeschichte. Erzähltempus: Präteritum
Integriert werden Textteile der Geschichte „Agnes“. (im Kursivdruck, mit wenigen Ausnahmen) Im Gespräch mit Agnes oder den Bericht des Erzählers werden Episoden der Vergangenheit integriert.
Das letzte Kapitel endet in der Erzählergegenwart. Erzähltempus: Präsens
Zwischen den einzelnen Kapiteln liegen kurze Zeitsprünge. Die erzählte Zeit umfasst neun Monate.

Ring- oder Zirkelstruktur
Das Ende schließt an den Anfang an (inhaltlich, Textstellen, Tempus (Präsens)).
Vgl. S. 10 und S. 153


2. Erzählwirklichkeiten des Romans

Der Roman des 20. Jahrhunderts bietet neue Gestaltungsmöglichkeiten.
Die Autoren verzichten auf einen streng chronologischen Handlungsablauf, klare Erzählperspektiven und ganzheitliche Figurenkonzepte.
Um die Komplexität der Wirklichkeitserfahrung darzustellen, werden verschiedene Mittel benutzt:

  • Montagen
  • Perspektivwechsel
  • Mehrsträngigkeit der Handlung
  • Wiedergabe des Unbewussten

Die Erfahrung, dass eine verbindliche Deutung von Wirklichkeit und die Eindeutigkeit von Wertevermittlung nicht mehr möglich sind, zeigt sich in dem Spiel mit der

  • Rolle des Erzählers
  • Verschachtelung verschiedener Zeit- und Erzählebenen

In Peter Stamms Roman Agnes findet eine Verzahnung von Romanwelt und fiktiver Welt statt, die beide in Wechselwirkung miteinander stehen. Das Faszinierende ist das Spiel mit Fiktion und Wirklichkeit innerhalb des Romans, das die Frage nach dem, was Realität ist, aufwirft und das Problem von Authentizität und Glaubwürdigkeit präsentiert. Darüber hinaus werden Bezüge zur historischen Wirklichkeit des Lesers hergestellt. (z.B. Ortsangaben, Künstler, Pullmann-Affäre)

Die Komposition des Textes ist dem Leser immer bewusst.


3. Wechselwirkung von Romanwirklichkeit und Fiktion

Wechselwirkung von Romanwirklichkeit und Fiktion  


Die Wirklichkeit, in der die Figuren leben, gibt den Stoff für die Fiktionen. Die Fiktion wiederum wirkt auf die Romanwirklichkeit.
Bsp.:
Wirklichkeit und Fiktion

Das Geschriebene löst positive und negative Gefühle aus.

Anfangs laufen Romanwirklichkeit und Fiktion parallel, sie sind ungefähr deckungsgleich, dann vermischen sich beide Ebenen, die Fiktion bestimmt die Realität oder beide Ebenen verlaufen konträr. Im letzteren Fall hat die Fiktion kompensatorischen Charakter.

Agnes hat die Wirkung von Texten erkannt: Sie verweigert die Lektüre.

(Vgl. S. 120 – Agnes: „Ich lese nicht mehr viel“, sagte Agnes, … Weil ich nicht mehr wollte, dass Bücher Gewalt über mich haben. Es ist wie ein Gift. … Aber man wird nicht immun.“)


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