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M 11 Weitere Methoden

für den Werkvergleich im Unterricht

Im Folgenden sind einige weitere methodische Umsetzungsmöglichkeiten aufgelistet. Die Übersicht findet sich vollständig in der LS-Handreichung D-115, S. 160-162. Sie ist hier um jene Methoden gekürzt, die in den Fortbildungsmaterialien als Materialien enthalten sind. – Die Methoden selbst sind fett gedruckt, Kursivierung kennzeichnet die Möglichkeit zu binnendifferenzierendem Arbeiten.


1 Erarbeitung

Erarbeitungsaufgaben mit Vergleichsaufträgen An Erarbeitungsaufgaben zu den einzelnen Werken schließen sich Arbeitsaufträge zum Werkvergleich an. Dabei kann – oder sollte – je nach Klassensituation eine Zwischensicherung erfolgen. Teilaufgaben sind auch als Hausaufgabe möglich. Im Gruppenpuzzle können zunächst in Expertengruppen die Vergleichstexte jeweils separat erarbeitet werden, bevor in den Stammgruppen die Ergebnisse zusammen getragen und die Vergleichsaspekte untersucht werden. Die Arbeit in diesen Stammgruppen kann z. B. mit Hilfe der Placemat -Methode erfolgen.

Vergleichsaspekte selbst ermitteln Die Schülerinnen und Schüler ermitteln zunächst in Partnerarbeit sechs wichtige Vergleichsaspekte (nur die Aspekte, noch nicht die Ergebnisse des Vergleichs). In einer Pyramidendiskussion werden diese Listen in immer größerem Rahmen vorgestellt und diskutiert, bis sich am Ende der gesamte Kurs auf sechs Aspekte geeinigt hat. Die nicht ausgewählten Aspekte werden separat ergänzt. Erfahrungsgemäß werden hierbei bereits zahlreiche zentrale Aspekte genannt. Diese werden nun aufgeteilt und in individuellen Recherche-Aufträgen vorbereitet.

Kurzvorträge zu Vergleichsaspekten Alle Teilnehmer erhalten jeweils einen Vergleichsaspekt, den sie stichwortartig vorbereiten und in einem einminütigen Vortrag darstellen, und zwar für eines, zwei oder drei Werke . Doppelbelegungen sind möglich, es sollten aber mehrere Aspekte abgedeckt werden. Die Zuhörer machen Notizen, z. B. in eine vergleichende, nach Aspekten sortierte Tabelle. Auf Grundlage dieser Notizen fassen sie nachher, alleine oder arbeitsteilig , die Vergleichsaspekte zusammen – mündlich oder schriftlich. Diese Methode eignet sich zur Erarbeitung oder – mit kürzerer Vorbereitungszeit – zur Wiederholung.

Aspekte in anderen Bearbeitungen überprüfen Zentrale erarbeitete Aspekte zu einer Lektüre werden in einer Bearbeitung für ein anderes Medium überprüft, z. B. an Schlöndorffs Verfilmung von „Homo faber“ oder einer „Danton“-Inszenierung. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen dabei Beobachtungsaufträge , die sich auf Einzelaspekte oder auf mehrere Aspekte beziehen können. Abschließend leisten sie einen aspektorientierten Vergleich von Original und Bearbeitung.


2 Wiederholung, Verknüpfung, Vergleich

Kurzvorträge zu Vergleichsaspekten s. o., im Abschnitt „Erarbeitung“.

Begriffe vernetzen Ein Speicher mit zentralen Begriffen zu den einzelnen Lektüren wird bereitgestellt. Die Lernenden verbinden nun zwei dieser Begriffe ihrer Wahl zu sinnvollen Sätzen, die mindestens zwei der behandelten Werke betreffen. Anspruchsvoller wird diese Übung, wenn mehr als zwei Begriffe oder mehr als zwei der behandelten Werke berücksichtigt werden. Die Übung kann sowohl auf der Inhaltsebene ansetzen und Textkenntnis sichern, dann befinden sich z. B. Namen der Figuren, Schauplätze etc. im Speicher. Interessanter und für den Werkvergleich viel ergiebiger ist es aber, wenn die Übung auf der Interpretationsebene ansetzt und der Speicher abstrakte Begriffe enthält (‚Schuld’, ‚Erinnerung’, ‚Treue’, ‚Sexualität’, ‚Sprache’ ...).

Die Übung kann mündlich oder schriftlich durchgeführt werden. In beiden Fällen – aber auf unterschiedlichem Niveau – wird neben der inhaltlichen Verknüpfung der Inhalte auch deren sprachliche Verknüpfung geübt. Sportlich orientierte Germanisten können die Übung als Wettbewerb durchführen: Wer schafft einen sinnvollen Satz mit fünf oder mehr Begriffen, der sich auf alle drei Lektüren sinnvoll bezieht? (Danach dann aber auch: Wie löst man den siegreichen Schachtelsatz in guten Stil auf?) Der Begriffsspeicher kann von der Lerngruppe / von einem Teil der Lerngruppe erstellt werden. Denkbar sind auch mehrere Wortspeicher: In Partnerarbeit erstellen die Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig Wortspeicher und bearbeiten diese im Anschluss.

Zahlreiche weitere Varianten und Spielregeln sind denkbar, z. B. die Vorschrift, jeweils einen Namen und einen abstrakten Begriff aus dem Wortspeicher miteinander zu verbinden.

Kartenspiel Zwei Schüler spielen mit- bzw. gegeneinander, ein dritter fungiert als Schiedsrichter. Vor ihnen liegen, mit der Textseite nach unten, mehrere Karten mit Vergleichsaspekten. Abwechselnd drehen die Spieler je eine Karte um. Nach kurzer Besinnung stellt der Umdrehende kurz dar, was es mit seinem Aspekt in den drei (oder zwei) Werken auf sich hat. Ist er dazu nicht oder nur teilweise in der Lage, so darf sich sein Gegenüber versuchen. Nur wer den Aspekt für alle Werke dargestellt hat, darf die Karte behalten. Dann wird die nächste Karte umgedreht. Gewonnen hat, wer die meisten Karten ergattert hat. Eine dritte Person kann als Schiedsrichter fungieren.

Autorengespräch Die drei Autoren treffen sich in einer moderierten Runde, um über Einzelaspekte ihrer Texte zu sprechen und Vergleiche anzustellen. Annahme: Jeder kennt die Werke der anderen. Falls dies zu weit hergeholt erscheint, so kann die Gesprächsrunde auch mit Experten für die jeweiligen Werke durchgeführt werden. Die Zuhörer machen Notizen, z. B. in eine vergleichende, nach Aspekten sortierte Tabelle. Auf Grundlage dieser Notizen fassen sie nachher, alleine oder arbeitsteilig , die Vergleichsaspekte zusammen – mündlich oder schriftlich. Zur Vorbereitung der Gesprächsrunde wird eine Liste mit relevanten Aspekten zur Verfügung gestellt oder gemeinsam erarbeitet.

Aspektspaziergang Im Klassenzimmer (oder im Schulhaus, auf dem Schulgelände) sind Bereiche bzw. Zonen markiert, denen jeweils ein Vergleichsaspekt zugewiesen ist. Die Schülerinnen und Schüler gehen paarweise oder in kleinen Gruppen umher und unterhalten sich über jenen Aspekt, in dessen Zone sie sich gerade befinden. Diese Übung wird man sinnvollerweise erst spät, zur Wiederholung und Sicherung, durchführen. Dabei wird das Wissen erneut umgewälzt und mit bestimmten Orten verbunden. Das Gespräch während des Spaziergangs regt das Gespräch unter interessierten Leserinnen und Lesern an, wie es außerhalb schulischer Zusammenhänge stattfindet, und simuliert die flanierende Denkbewegung des Essays, die auch für den Werkvergleich nützlich ist. Dabei sind unterschiedliche Geschwindigkeiten möglich, doch wäre Hast gewiss kontraproduktiv.

 

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