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Handlung

Dialoganalyse 2 - Sprache als Spiegel sozialer Verhältnisse - Selbsteinschätzung der Zwischendiagnose

Die folgenden Lösungen sind als Vorschläge gedacht und haben keinen Ausschließlichkeitsanspruch. Sie sollen einen Rahmen anbieten, der eine ungefähre Einschätzung des bei dieser Aufgabe realisierten Ausprägungsgrades der interpretatorischen Fähigkeiten ermöglicht. Weiterhin sollen sie bei der Erstellung eines individuellen Traingsprogrammes helfen. In Klammern [...] stehen Ergebnisse, die eine besondere Leistung darstellen und über das C-Niveau hinausgehen.

Teilaspekte

A

B

C

Handlung

Ich habe erkannt, dass Dantons Freunde ihn zum Handeln drängen. Sie lösen eine Auseinandersetzung aus, wie man sich in der aktuellen Situation verhalten soll.

Dantons Freunde wollen, dass er auf die wachsende Bedrohung durch Robespierre schnell reagiert (Camille Z. 4) und im Konvent durch eine Rede alle, die vor Robespierre und einer Jakobinerdiktatur Angst haben könnten, gegen Robespierre vereint (Lacroix Z. 15-19).

Weitere Argumente sind, dass er durch sein Zögern seine Freunde gefährde (Z. 14f.) und der Terror weiter gehe (Z. 53).

Danton verteidigt sein Zögern damit, dass er für seine Gruppe nicht genügend Rückhalt sieht, um Robespierre, „das Dogma der Revolution“ (Z. 35.), ausschalten zu können. Außerdem fühle er sich müde und wolle keine weiteren Menschenleben opfern (Z. 38f.). Auf den Fluchtvorschlag von Paris (Z. 69) entgegnet Danton, dass er sich ein Leben im Exil nicht vorstellen könne. Sein letztes und für ihn wichtigstes Argument ist, dass die Anhänger von Robespierre es nicht wagen würden, gegen ihn vorzugehen (Z. 71f.).

Ich habe außerdem erkannt, dass dieses Gespräch dem Typ des Entscheidungsgesprächs entspricht, aber es kommt am Ende zu keiner Entscheidung.

Die Sorge von Dantons Freunden ist berechtigt, denn sie beziehen sich auf Robespierres Drohrede im Jakobinerklub, bei der Lacroix anwesend war (I,3). Sie wollen, dass der äußere Konflikt zwischen den Anhängern von Robespierre und Danton ausgefochten wird, und zwar auf der politischen Bühne, auf der auch Robespierre kämpft. Und das bedeutet durch eine öffentliche Rede im Konvent. Sie vertrauen dabei auf die rhetorische Stärke ihres Anführers und können nicht verstehen, warum sich dieser von der politischen Bühne zurückgezogen hat und zögert.

Ich habe zusätzlich erkannt, dass Danton eine Entscheidung verhindert, weil er einer wirklichen Auseinandersetzung ausweicht.
Dantons Freunde erkennen nicht, dass es neben dem äußeren Konflikt um einen inneren Konflikt geht, den Danton mit sich herumträgt. Der Veteran der Revolution  ringt um Orientierung. Denn er scheint das Vertrauen verloren zu haben, dass man durch aktives Tun den Verlauf der Geschichte bestimmen kann (Z. 35f.). Er findet keinen Sinn mehr im revolutionären Kampf (Z. 39f). Außerdem vertritt er ein ausgesprochen pessimistisches Menschenbild (Z. 34-43). Camille, der ihn als einziger zu verstehen scheint, unterstützt ihn, indem er ein drastisches Bild von gewalttätigen, seelenlosen Menschenmassen zeichnet (Z. 43ff.), dem Danton sofort zustimmt.

Angesichts von I,6 muss Dantons Argument „sie werden`s nicht wagen“ (Z. 71 nud 72) als Folge eines starken Realitätsverlusts und als Selbsttäuschung eingeschätzt werden.
[Bei der Beschreibung von Dantons Welt- und Menschenbild könnte ich Begriffe wie „Melancholie“, „Fatalismus“, „Weltschmerz“ oder „Nihilismus“ aufgrund meines Hintergrundwissens einsetzen.] 

  Struktur

 

Selbsteinschätzung der Zwischendiagnose: Herunterladen [doc] [54 KB]