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Hintergrundinformationen

Hintergrundinformationen zu Büchners Kunstkonzept

Historisch gesehen gehört Büchner in die Zeit des „Vormärz“, also in die Jahre zwischen der Juli-Revolution 1830 und der März-Revolution 1848, als Teile des Besitz- und Bildungsbürgertums die restaurativen Verhältnisse in Deutschland kritisierten und liberale Reformen in Wirtschaft und Gesellschaft sowie einen Nationalstaat forderten.

Literarisch gesehen gehört Büchner gemeinsam mit zum Beispiel Heine und Gutzkow zu einer Gruppe von Autoren, die nach dem Ende der sog. Kunstperiode mit Goethes Tod 1832 sich vom klassischen Idealismus abwenden und – im Gegensatz zur Romantik und Vertretern des Biedermeiers – eine Öffnung der Literatur zur außer-literarischen Lebenswelt anstreben und ihre Werke in politischen, sozialen, historischen und ideologischen Kontexten verorten. Ein Mittel dazu ist auch der Einbau von Zitaten in größerem Umfang (→ Intertextualität). Hintergrund bleibt eine aufklärerische Absicht, die aber nicht durch direkte moralische Belehrung stattfindet, sondern dem Leser oder Zuschauer bleibt es frei, sich selbst ein Urteil zu bilden. In „Dantons Tod“ geht es um die Möglichkeit des richtigen politischen Handelns in der Ausnahmesituation der radikalen Phase der Französischen Revolution, der Zeit des „terreurs“. Im „Woyzeck“ werden die Determinanten eines fremdbestimmten Lebens dargestellt. „Leonce und Lena“ ist eine beißende Gesellschaftssatire.

Viele Literaturwissenschaftler verwenden für diese Strömung der deutschen Literatur den Begriff des „Frührealismus“ und grenzen sie so von der Epoche des Realismus ab, die erst nach der Märzrevolution beginnt und zu der Autoren wie Fontane, Raabe, Keller oder Storm gehören.

 

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