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Lösung


Die Dialoganalysen machen deutlich:

  • Kommunikationslosigkeit und eine sich daraus andeutende Beziehungsunfähigkeit.
  • Unterkühlte und distanzierte Beziehungen, Fremdheit 
  • Erfahrungs- und Identitätskrise: Ausdruck einer unerfüllten  Sehnsucht der heutigen Menschen nach Liebe und Geborgenheit.

Die Figur Agnes zeigt eine Identitätsproblematik, die repräsentativ für die postmoderne Subjekttheorie stehen kann. [1]

Postmoderne Subjekttheorie

Figur Agnes

Das Subjekt empfindet seine Existenz als sozial isoliert, orientierungslos, ohne sinnstiftendes mitmenschliches Miteinander oder gegenseitiges Verstehen. 

Gründe: z.B. Erfahrung der Großstadt [2]

Agnes: Wir denken, wir leben in einer einzigen Welt. Dabei bewegt sich jeder in seinem eigenen Stollensystem, … S. 127

…  machte ihr angst wie die Fenster, die man nicht öffnen kann, …. Sie mochte … überhaupt die ganze Innenstadt nicht. … daß die Angst immer da war … S. 12

Tod, Auslöschung als ständige Erfahrung

S. 24, Vgl. Motiv Tod

Versuch, einer als chaotisch empfundenen Welt das eigene Ich entgegenzusetzen

Vgl. Motive

  • Angst vor dem Tod
  • Spuren hinterlassen, Zeichen setzen
  • Verfassen der „Geschichte von Agnes“

Sehnsucht nach Ordnung,

nach einer Symmetrie der Dinge, nach Orientierung und Stabilität =>

Versuch, eine eigene Identität zu gewinnen, scheitert

Menschen:

Einsamkeit, beziehungsloses Nebeneinander

=>Subjekt ohne Identität

Agnes’ Ordnungsliebe, keine individuell eingerichtete Wohnung, keine Lebensspuren (S. 39, S. 112, S. 95)

Arbeit: Untersuchung der Symmetrie von kristallinen Gitterstrukturen

Dokumentation des eigenen Lebens durch Videoaufnahmen und Zeugen (Kap. 15 u. 16)

  • im Leben gibt es „immer Fehlordnungen und Gitterbaufehler“ (S. 123)

Sie versucht durch die Beziehung mit dem Erzähler Orientierung zu gewinnen und Gemeinsamkeit zu erfahren. (S. 12)

Die Geschichte von Agnes ist der Versuch, eine gelebte Gemeinschaft darzustellen, eine Spur zu setzen. Sie entsteht auf die Anregung von Agnes. Im Schlusskapitel (Version 2) stellt dieser Text die Vernichtung ihrer Person dar. „Der Text ist nicht mehr Helfer der Subjektivität, sondern wendet sich gegen sie, ist Handlanger ihrer Auslöschung.“  (Schwahl, a.a.O., s. 100)



[1] Markus Schwahl: Die Dissoziation des Subjekts. In: Ders.: Die Leere in der Mitte. Postmoderne Literatur im Unterricht. In: Literatur im Unterricht. 10. Jahrgang Heft 2, 2009, S. 97 ff

[2] Markus Gasser, Die Postmoderne. M&P Verlag für Wissenschaft und Forschung, Stuttgart 1997, S. 421


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