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Hand­lung

In­fo­box

Diese Seite ist Teil einer Ma­te­ria­li­en­samm­lung zum Bil­dungs­plan 2004: Grund­la­gen der Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung. Bitte be­ach­ten Sie, dass der Bil­dungs­plan fort­ge­schrie­ben wurde.

Dia­logana­ly­se 2 - Spra­che als Spie­gel so­zia­ler Ver­hält­nis­se - Selbst­ein­schät­zung der Zwi­schen­dia­gno­se

Die fol­gen­den Lö­sun­gen sind als Vor­schlä­ge ge­dacht und haben kei­nen Aus­schließ­lich­keits­an­spruch. Sie sol­len einen Rah­men an­bie­ten, der eine un­ge­fäh­re Ein­schät­zung des bei die­ser Auf­ga­be rea­li­sier­ten Aus­prä­gungs­gra­des der in­ter­pre­ta­to­ri­schen Fä­hig­kei­ten er­mög­licht. Wei­ter­hin sol­len sie bei der Er­stel­lung eines in­di­vi­du­el­len Tra­ings­pro­gram­mes hel­fen. In Klam­mern [...] ste­hen Er­geb­nis­se, die eine be­son­de­re Leis­tung dar­stel­len und über das C-Ni­veau hin­aus­ge­hen.

Teil­as­pek­te

A

B

C

Hand­lung

Ich habe er­kannt, dass Dan­tons Freun­de ihn zum Han­deln drän­gen. Sie lösen eine Aus­ein­an­der­set­zung aus, wie man sich in der ak­tu­el­len Si­tua­ti­on ver­hal­ten soll.

Dan­tons Freun­de wol­len, dass er auf die wach­sen­de Be­dro­hung durch Ro­bes­pierre schnell re­agiert (Ca­mil­le Z. 4) und im Kon­vent durch eine Rede alle, die vor Ro­bes­pierre und einer Ja­ko­bi­ner­dik­ta­tur Angst haben könn­ten, gegen Ro­bes­pierre ver­eint (La­croix Z. 15-19).

Wei­te­re Ar­gu­men­te sind, dass er durch sein Zö­gern seine Freun­de ge­fähr­de (Z. 14f.) und der Ter­ror wei­ter gehe (Z. 53).

Dan­ton ver­tei­digt sein Zö­gern damit, dass er für seine Grup­pe nicht ge­nü­gend Rück­halt sieht, um Ro­bes­pierre, „das Dogma der Re­vo­lu­ti­on“ (Z. 35.), aus­schal­ten zu kön­nen. Au­ßer­dem fühle er sich müde und wolle keine wei­te­ren Men­schen­le­ben op­fern (Z. 38f.). Auf den Flucht­vor­schlag von Paris (Z. 69) ent­geg­net Dan­ton, dass er sich ein Leben im Exil nicht vor­stel­len könne. Sein letz­tes und für ihn wich­tigs­tes Ar­gu­ment ist, dass die An­hän­ger von Ro­bes­pierre es nicht wagen wür­den, gegen ihn vor­zu­ge­hen (Z. 71f.).

Ich habe au­ßer­dem er­kannt, dass die­ses Ge­spräch dem Typ des Ent­schei­dungs­ge­sprächs ent­spricht, aber es kommt am Ende zu kei­ner Ent­schei­dung.

Die Sorge von Dan­tons Freun­den ist be­rech­tigt, denn sie be­zie­hen sich auf Ro­bes­pierres Droh­re­de im Ja­ko­bi­ner­klub, bei der La­croix an­we­send war (I,3). Sie wol­len, dass der äu­ße­re Kon­flikt zwi­schen den An­hän­gern von Ro­bes­pierre und Dan­ton aus­ge­foch­ten wird, und zwar auf der po­li­ti­schen Bühne, auf der auch Ro­bes­pierre kämpft. Und das be­deu­tet durch eine öf­fent­li­che Rede im Kon­vent. Sie ver­trau­en dabei auf die rhe­to­ri­sche Stär­ke ihres An­füh­rers und kön­nen nicht ver­ste­hen, warum sich die­ser von der po­li­ti­schen Bühne zu­rück­ge­zo­gen hat und zö­gert.

Ich habe zu­sätz­lich er­kannt, dass Dan­ton eine Ent­schei­dung ver­hin­dert, weil er einer wirk­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung aus­weicht.
Dan­tons Freun­de er­ken­nen nicht, dass es neben dem äu­ße­ren Kon­flikt um einen in­ne­ren Kon­flikt geht, den Dan­ton mit sich her­um­trägt. Der Ve­te­ran der Re­vo­lu­ti­on  ringt um Ori­en­tie­rung. Denn er scheint das Ver­trau­en ver­lo­ren zu haben, dass man durch ak­ti­ves Tun den Ver­lauf der Ge­schich­te be­stim­men kann (Z. 35f.). Er fin­det kei­nen Sinn mehr im re­vo­lu­tio­nä­ren Kampf (Z. 39f). Au­ßer­dem ver­tritt er ein aus­ge­spro­chen pes­si­mis­ti­sches Men­schen­bild (Z. 34-43). Ca­mil­le, der ihn als ein­zi­ger zu ver­ste­hen scheint, un­ter­stützt ihn, indem er ein dras­ti­sches Bild von ge­walt­tä­ti­gen, see­len­lo­sen Men­schen­mas­sen zeich­net (Z. 43ff.), dem Dan­ton so­fort zu­stimmt.

An­ge­sichts von I,6 muss Dan­tons Ar­gu­ment „sie wer­den`s nicht wagen“ (Z. 71 nud 72) als Folge eines star­ken Rea­li­täts­ver­lusts und als Selbst­täu­schung ein­ge­schätzt wer­den.
[Bei der Be­schrei­bung von Dan­tons Welt- und Men­schen­bild könn­te ich Be­grif­fe wie „Me­lan­cho­lie“, „Fa­ta­lis­mus“, „Welt­schmerz“ oder „Ni­hi­lis­mus“ auf­grund mei­nes Hin­ter­grund­wis­sens ein­set­zen.] 

  Struk­tur

 

Selbst­ein­schät­zung der Zwi­schen­dia­gno­se: Her­un­ter­la­den [doc] [54 KB]