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Jenny Er­pen­beck: Haare

In­fo­box

Diese Seite ist Teil einer Ma­te­ria­li­en­samm­lung zum Bil­dungs­plan 2004: Grund­la­gen der Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung. Bitte be­ach­ten Sie, dass der Bil­dungs­plan fort­ge­schrie­ben wurde.


Aus der Rück­schau er­zählt die Ich-Er­zäh­le­rin ihre Ent­wick­lung zu einer rei­fen Per­sön­lich­keit.

Thema: Ent­wick­lungs-, Rei­fe­pro­zess

Kom­pe­tenz­auf­bau

Mög­li­cher Schwer­punkt der Be­hand­lung im Un­ter­richt: Sym­bol­ver­ste­hen (Rea­lis­ti­sche Er­zähl­ebe­ne, Sprach­bil­der)

Hin­weis

Durch das ex­pli­zit Ge­sag­te kommt ein sym­bo­li­scher Sinn zum Aus­druck. Bei der Deu­tung muss der Kon­text be­rück­sich­tigt wer­den, in den der bild­haf­te Aus­druck ein­ge­bet­tet ist.

Übun­gen für Schü­ler:

  • bild­haf­te Ver­glei­che
  • zu Be­grif­fen As­so­zia­tio­nen, Ana­lo­gi­en her­stel­len

Wenn Schü­ler an­hand von Ver­glei­chen oft genug Par­al­le­len zwi­schen zwei Be­deu­tungs­be­rei­chen her­ge­stellt haben, fällt es ihnen leich­ter, auch bei pa­ra­bo­li­schen Tex­ten den Sinn des bild­haft Dar­ge­stell­ten zu ver­ste­hen.

Pro­ble­me: Es feh­len Kon­text­wis­sen, Le­bens­er­fah­rung, Welt­wis­sen.

Die „Haare“ als Be­deu­tungs­trä­ger.

Die Er­zäh­le­rin trägt un­ter­schied­li­che Haar­trach­ten, sie hat wech­seln­de Vor­stel­lun­gen von ihren Haa­ren: Stu­fen ihres Rei­fe­pro­zes­ses wer­den deut­lich.  

Mit dem Sym­bol „Haare“ sind Fi­gu­ren und ihr Tun ver­bun­den.

Die ein­zel­nen Fi­gu­ren haben für die Er­zäh­le­rin un­ter­schied­li­che Be­deu­tung auf dem Weg ihrer Ent­wick­lung.

  • Die Mut­ter be­han­delt sie als Kind - Mäd­chen­rol­le
  • Heike: schmerz­li­che Er­fah­rung – Fremd­be­stim­mung
  • Der Punk weckt in ihr den Wunsch, er­wach­sen zu sein
  • Der Vater:  Vor­bild

Haare als Zei­chen für Er­le­ben in ver­schie­de­nen Le­bens­pha­sen
Vor der Ge­burt – Die Haare sind von An­fang an mit der Er­zäh­le­rin ver­bun­den: Merk­mal, Ei­gen­schaft
Die Mut­ter schnei­det die Haare ab , sie wer­den auf­be­wahrt: Zwang, De­mü­ti­gung  
Der Fri­seur schnei­det die Haare: Selbst­be­stim­mung der Er­zäh­le­rin, Macht­ge­fühl,
se­xu­el­le Be­deu­tung; Ge­fühl von Lust

Mai­de­mons­tra­ti­on: Sie fühlt sich ver­spot­tet ( Kon­trast: mein Kopf – sie)
die ganze Stadt­beugt sich über mich und streicht mir über den Kopf und lacht,
selbst die Fah­nen la­chen, sie nei­gen sich über mich […]                                                 Per­so­ni­fi­ka­ti­on: an­schau­lich
[…]  ihr lan­ges rotes Haar in Wel­len […]                                            .                            Me­ta­pher: ein­dring­lich

Das erste Ren­dez­vous:

  • Per­sön­li­che Wei­ter­ent­wick­lung: zu­nächst Ver­le­gen­heit, dann Re­ak­ti­on auf die Nicht­be­ach­tung durch den Punk: Eman­zi­pa­ti­on. Dar­aus er­wächst die Über­nah­me von Pflich­ten.

An­stren­gung zu ge­fal­len: Er­kennt­nis: Über­trie­be­ner Auf­wand (Miss­ver­hält­nis von Auf­wand und Ef­fekt durch Zeit­an­ga­ben ver­deut­licht)
„Für fünf se­li­ge Mi­nu­ten im Fahrt­wind hin­ten auf einem Moped reiße ich mir hin­ter­her eine halbe Stun­de am Schopf herum.“

Wört­li­che und über­tra­ge­ne Be­deu­tung (Abs­trak­ti­ons­ver­mö­gen)
„Es gibt aber nichts mehr, das sich ver­wir­ren könn­te.“

Die­ser Satz hat eine wört­li­che Be­deu­tung.
Dar­über hin­aus hat der Satz eine über­tra­ge­ne Be­deu­tung, die sich auf den Sinn des ge­sam­ten Tex­tes be­zieht.

  • Die Haare, die ver­fil­zen kön­nen, exis­tie­ren nicht mehr.
  • Selbst­be­stim­mung, Selbst­fin­dung der Er­zäh­le­rin – Sie hat zu ihrer Iden­ti­tät ge­fun­den.

Er­zähl­stra­te­gie

  • Ver­gleich: Vor­bild der Cou­si­ne
  • Sprach­bild: Phan­tas­ti­sche Mög­lich­kei­ten
  • sach­li­cher Be­richt: Fak­ten
  • Über­trei­bung: sub­jek­ti­ve Sicht wird deut­lich
  • Kom­men­tar: Per­sön­li­che Ein­stel­lung


Jenny Er­pen­beck: Haare: Her­un­ter­la­den [doc] [55 KB]