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Ju­dith Her­mann: Rote Ko­ral­len

In­fo­box

Diese Seite ist Teil einer Ma­te­ria­li­en­samm­lung zum Bil­dungs­plan 2004: Grund­la­gen der Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung. Bitte be­ach­ten Sie, dass der Bil­dungs­plan fort­ge­schrie­ben wurde.


Thema:
Suche nach der ei­ge­nen Iden­ti­tät, Selbst­fin­dung

Kom­pe­tenz­auf­bau

Mög­li­cher Schwer­punkt der Be­hand­lung im Un­ter­richt   Die Struk­tur des Tex­tes (Vgl. Struk­tur in Peter Stamms Roman Agnes )

  • Zwei­glei­si­ge Hand­lungs­füh­rung
  • Zwei ver­schie­de­ne Zeit­ebe­nen

In der Ge­schich­te der Ur­groß­mut­ter spie­gelt sich die Lie­bes­ge­schich­te der Er­zäh­le­rin. Es be­steht eine Wech­sel­wir­kung zwi­schen bei­den Ge­schich­ten: Prin­zip der Er­gän­zung und des Kon­tras­tes.  

  • Beide Ge­schich­ten wer­den par­al­lel zu­ein­an­der er­zählt. (in­halt­li­che Par­al­lel­füh­rung)
  • Sie wer­den beide aus der Sicht der Ich-Er­zäh­le­rin ge­schil­dert.  (Ver­knüp­fung)

Schaubild: Rote Korallen


Struk­tur des Er­zäh­lens
An­fang: Der erste Satz (Rät­sel) er­zeugt Neu­gier beim Leser, Span­nung.
Schluss:  Das sur­rea­le Ende ver­weist auf das Thema, die er­folg­rei­che Selbst­fin­dung hin und gibt damit eine Lö­sung des Rät­sels, das durch den ers­ten Satz er­zeugt wird.

Fi­gu­ren

  • Haupt­fi­gu­ren: na­men­los, ty­pi­siert (meine Ur­groß­mut­ter, mein Ur­groß­va­ter, mein Ge­lieb­ter), abs­trakt, nur cha­rak­te­ri­siert durch das Ver­hält­nis zur Er­zäh­le­rin („mein“)

Die Er­zäh­le­rin

  • Er­zähl­form: Ich-Er­zähl­form
  • Er­zäh­le­rin wird als ver­läss­li­che In­stanz in Frage ge­stellt: „Ist das die Ge­schich­te,, die ich er­zäh­len will? Ich bin nicht si­cher. Nicht wirk­lich si­cher.“ (Vgl. Post­mo­der­ne: „Der Typ des un­zu­ver­läs­si­gen Er­zäh­lers, z.B. bei Stamm)  à  Suche nach der „rich­ti­gen“ Ge­schich­te, Suche nach der ei­ge­nen Iden­ti­tät.

Poe­ti­sche Mit­tel

Mo­ti­ve

    • Eman­zi­pa­ti­on und Selbst­fin­dung
    • Leit­mo­ti­visch ver­wen­de­te Sätze ver­wei­sen auf das Thema der Iden­ti­täts­su­che: „Ich in­ter­es­sie­re mich für mich selbst.“

Sym­bo­le

    • Ding­sym­bol: Ko­ral­len­arm­band (Sinn­lich­keit, Liebe, Wut, Pro­vo­ka­ti­on, Be­frei­ung, Eman­zi­pa­ti­on)
    • Was­ser­sym­bo­lik: Be­we­gung, Ver­än­de­rung, Zer­stö­rung  -  Stil­le, Ruhe, Tiefe  (Spie­ge­lung des The­mas: Eman­zi­pa­ti­on )
    • Farbsym­bo­lik („der graue Ge­lieb­te“; „fisch­graue Augen“, „der trieb mit dem fisch­grau­en Bauch nach oben“  – Leb­lo­sig­keit, Gleich­gül­tig­keit, Kälte)

Ver­glei­che (der Ge­lieb­te: „wie ein Fisch“)

Spra­che/Stil

be­son­de­re Wir­kung durch:

  • se­man­ti­sche Fel­der, se­man­ti­sches Zeug­ma                     
  • vor­wie­gend Pa­ra­ta­xe
  • Prin­zip ge­ne­rell: Ver­knap­pung
Die Sätze er­hal­ten da­durch eine be­son­de­re Be­deu­tung.


Ju­dith Her­mann: Rote Ko­ral­len: Her­un­ter­la­den [doc] [51 KB]