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Jenny Er­pen­beck: Haare

In­fo­box

Diese Seite ist Teil einer Ma­te­ria­li­en­samm­lung zum Bil­dungs­plan 2004: Grund­la­gen der Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung. Bitte be­ach­ten Sie, dass der Bil­dungs­plan fort­ge­schrie­ben wurde.

(Pro­zess der Iden­ti­täts­fin­dung er­ken­nen)

Im Bauch mei­ner Mut­ter sind mir lange schwar­ze Haare ge­wach­sen,…
… Mai­de­mons­tra­ti­on, aber zu Hause lie­gen fünf­zehn­Zen­ti­me­ter von mir im glä­ser­nen Sarg! An die­sem Mor­gen de­fi­lie­ren Tau­sen­de an mei­nem kurz­ge­scho­re­nen Kopf vor­über, sie zei­gen mir ihre Zähne, sie la­chen, nein, sie la­chen mich aus .

Als ich sech­zehn bin, ver­fängt sich der erste Mann in mei­nem Haar , und da, wie es scheint, haben die Fang­s­chnü­re ihren Zweck end­lich er­füllt. Es wan­delt mich eine Lust an, die ich bis dahin nicht kann­te: die­sen Flachs, der mir als Mäd­chen ge­wach­sen ist, von mir zu tren­nen .

Die Re­vo­lu­ti­on auf mei­nem Kopf sieht nicht rot oder lila aus wie bei mei­nen Al­ters­ge­nos­sin­nen – mich eman­zi­piert sie zum Weih­nachts­en­gel . Of­fe­ne Haare! Was bis­her Fei­er­tags­fri­sur war, er­lau­be ich mir jetzt für immer, na­tür­lich muss ich nun sel­ber käm­men. …

Es gibt aber nichts mehr, das sich ver­wir­ren könn­te.

Li­te­ra­ri­sche Kom­pe­tenz

  • Me­ta­pho­ri­sche und sym­bo­li­sche Aus­drucks­wei­se ver­ste­hen

Dr. Schmitt-Kauf­hold