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Lö­sung

In­fo­box

Diese Seite ist Teil einer Ma­te­ria­li­en­samm­lung zum Bil­dungs­plan 2004: Grund­la­gen der Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung. Bitte be­ach­ten Sie, dass der Bil­dungs­plan fort­ge­schrie­ben wurde.


Bil­dungs­plan­be­zug:

Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler kön­nen

  • die we­sent­li­chen Merk­ma­le li­te­ra­ri­scher und nicht­li­te­ra­ri­scher Text­ar­ten be­nen­nen und ihre Funk­ti­on be­schrei­ben.

Ein we­sent­li­ches Merk­mal fik­tio­na­ler Texte ist die Kon­struk­ti­on von Wirk­lich­keit.

Ein Kon­struk­ti­ons­prin­zip in Peter Stamms Tex­ten ist die Über­la­ge­rung kon­tras­tie­ren­der Wirk­lich­kei­ten.


Ar­beits­auf­trag

  1. Un­ter­su­chen Sie, wie der Er­zäh­ler in den Text­aus­schnit­ten auf die An­kün­di­gung der Schwan­ger­schaft sei­ner Ge­lieb­ten re­agiert. No­tie­ren Sie kon­tras­ti­ve Schlüs­sel­stel­len auf einer Folie.
  1. Deu­ten Sie die un­ter­schied­li­che Dar­stel­lung.


Lö­sung

  • Die Fi­gu­ren flüch­ten in eine Par­al­lel­welt- => Funk­ti­on einer Er­satz­rea­li­tät. (Zeit der zu­neh­men­den Ge­fähr­dung der Be­zie­hung)
  • Diese fik­ti­ve Welt hat eine kom­pen­sa­to­ri­sche Funk­ti­on- => Kon­flik­te wer­den aus­ge­spart, die Wirk­lich­keit wird über­schrie­ben, Agnes wird zum Glück­li­chen „Ge­schöpf des Er­zäh­lers.
  • Er­war­tung des Le­sers, ge­leb­tes Leben zu er­fah­ren, wird nicht er­füllt. Da­durch wird er zur Re­fle­xi­on an­ge­regt. Es er­öff­net sich ein Deu­tungs­ho­ri­zont.
  • Die Brü­chig­keit mensch­li­cher Be­zie­hun­gen wird deut­lich.

Text 1: Ro­man­wirk­lich­keit

Texte 2: Fik­ti­on

»Nicht ge­ra­de, was ich mir vor­ge­stellt habe.

»Agnes wird nicht schwan­ger«, sagte ich. »Das war nicht... Du liebst mich nicht. Nicht wirk­lich.«

(S. 89)

Ich dach­te an das Kind, mit dem Agnes schwan­ger war. … Ich will wis­sen, wer es ist, wie es aus­sieht.

Am vier­ten Mai kam unser Kind zur Welt. Es war ein Mäd­chen. … Mar­ga­ret … jeden Tag gin­gen wir mit ihm spa­zie­ren …. über­leg­ten uns, wel­che Dinge wir Mar­ga­ret kau­fen wür­den, spä­ter, wenn sie älter sein würde. …

Wir schau­ten uns nach einer grö­ße­ren Woh­nung um.

Es war der glück­lichs­te Som­mer mei­nes Le­bens, und auch Agnes war so zu­frie­den wie sel­ten zuvor.

 (S. 115)

Als müsse ich mich selbst über­zeu­gen, sagte ich nur:  »Sie ist nicht schwan­ger.«

»Ich will kein Kind. Ich kann kein Kind ge­brau­chen.«

»Ich brau­che kein Kind.«

»Man kann das än­dern«, sagte ich leise.

 (S. 90)

den gan­zen Nach­mit­tag am Com­pu­ter, und Agnes saß neben mir und dik­tier­te mir oder kor­ri­gier­te mich. …

Agnes und ich hei­ra­te­ten, dann be­ka­men wir ein zwei­tes Kind, einen Jun­gen. Wir waren glück­lich.

Alle schau­en uns an, wenn wir Kin­der­sa­chen kau­fen. Alle wis­sen es. Es ist eine Lüge.« »Es ist doch nur eine Ge­schich­te. Du woll­test ...«

»Ich habe nicht ge­wußt ...«, un­ter­brach mich Agnes, aber sie sprach nicht wei­ter.

»Du woll­test, daß ich sie so schrei­be«, sagte ich, »wir haben sie zu­sam­men ge­schrie­ben.«

(S. 118)

»Ich habe nicht ge­wußt, wie wirk­lich es wird. Und doch ist es eine Lüge. Es ist krank.«

… (S. 119)

 

 

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