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Lö­sung

In­fo­box

Diese Seite ist Teil einer Ma­te­ria­li­en­samm­lung zum Bil­dungs­plan 2004: Grund­la­gen der Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung. Bitte be­ach­ten Sie, dass der Bil­dungs­plan fort­ge­schrie­ben wurde.


1. Struk­tur des Ro­mans

Chro­no­lo­gie der Er­eig­nis­se
Be­ginn mit dem zwei­ten Ka­pi­tel – Ers­tes Tref­fen zwi­schen dem Er­zäh­ler und Agnes.
Dann ent­wi­ckelt sich die Lie­bes­ge­schich­te. Er­zähl­tem­pus: Prä­te­ritum
In­te­griert wer­den Text­tei­le der Ge­schich­te „Agnes“. (im Kur­siv­druck, mit we­ni­gen Aus­nah­men) Im Ge­spräch mit Agnes oder den Be­richt des Er­zäh­lers wer­den Epi­so­den der Ver­gan­gen­heit in­te­griert.
Das letz­te Ka­pi­tel endet in der Er­zäh­ler­ge­gen­wart. Er­zähl­tem­pus: Prä­sens
Zwi­schen den ein­zel­nen Ka­pi­teln lie­gen kurze Zeit­sprün­ge. Die er­zähl­te Zeit um­fasst neun Mo­na­te.

Ring- oder Zir­kel­struk­tur
Das Ende schließt an den An­fang an (in­halt­lich, Text­stel­len, Tem­pus (Prä­sens)).
Vgl. S. 10 und S. 153


2. Er­zähl­wirk­lich­kei­ten des Ro­mans

Der Roman des 20. Jahr­hun­derts bie­tet neue Ge­stal­tungs­mög­lich­kei­ten.
Die Au­to­ren ver­zich­ten auf einen streng chro­no­lo­gi­schen Hand­lungs­ab­lauf, klare Er­zähl­per­spek­ti­ven und ganz­heit­li­che Fi­gu­ren­kon­zep­te.
Um die Kom­ple­xi­tät der Wirk­lich­keits­er­fah­rung dar­zu­stel­len, wer­den ver­schie­de­ne Mit­tel be­nutzt:

  • Mon­ta­gen
  • Per­spek­tiv­wech­sel
  • Mehr­strän­gig­keit der Hand­lung
  • Wie­der­ga­be des Un­be­wuss­ten

Die Er­fah­rung, dass eine ver­bind­li­che Deu­tung von Wirk­lich­keit und die Ein­deu­tig­keit von Wer­te­ver­mitt­lung nicht mehr mög­lich sind, zeigt sich in dem Spiel mit der

  • Rolle des Er­zäh­lers
  • Ver­schach­te­lung ver­schie­de­ner Zeit- und Er­zähl­ebe­nen

In Peter Stamms Roman Agnes fin­det eine Ver­zah­nung von Ro­man­welt und fik­ti­ver Welt statt, die beide in Wech­sel­wir­kung mit­ein­an­der ste­hen. Das Fas­zi­nie­ren­de ist das Spiel mit Fik­ti­on und Wirk­lich­keit in­ner­halb des Ro­mans, das die Frage nach dem, was Rea­li­tät ist, auf­wirft und das Pro­blem von Au­then­ti­zi­tät und Glaub­wür­dig­keit prä­sen­tiert. Dar­über hin­aus wer­den Be­zü­ge zur his­to­ri­schen Wirk­lich­keit des Le­sers her­ge­stellt. (z.B. Orts­an­ga­ben, Künst­ler, Pull­mann-Af­fä­re)

Die Kom­po­si­ti­on des Tex­tes ist dem Leser immer be­wusst.


3. Wech­sel­wir­kung von Ro­man­wirk­lich­keit und Fik­ti­on

Wechselwirkung von Romanwirklichkeit und Fiktion  


Die Wirk­lich­keit, in der die Fi­gu­ren leben, gibt den Stoff für die Fik­tio­nen. Die Fik­ti­on wie­der­um wirkt auf die Ro­man­wirk­lich­keit.
Bsp.:
Wirklichkeit und Fiktion

Das Ge­schrie­be­ne löst po­si­ti­ve und ne­ga­ti­ve Ge­füh­le aus.

An­fangs lau­fen Ro­man­wirk­lich­keit und Fik­ti­on par­al­lel, sie sind un­ge­fähr de­ckungs­gleich, dann ver­mi­schen sich beide Ebe­nen, die Fik­ti­on be­stimmt die Rea­li­tät oder beide Ebe­nen ver­lau­fen kon­trär. Im letz­te­ren Fall hat die Fik­ti­on kom­pen­sa­to­ri­schen Cha­rak­ter.

Agnes hat die Wir­kung von Tex­ten er­kannt: Sie ver­wei­gert die Lek­tü­re.

(Vgl. S. 120 – Agnes: „Ich lese nicht mehr viel“, sagte Agnes, … Weil ich nicht mehr woll­te, dass Bü­cher Ge­walt über mich haben. Es ist wie ein Gift. … Aber man wird nicht immun.“)


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