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Agnes’ Ge­schich­te

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Diese Seite ist Teil einer Ma­te­ria­li­en­samm­lung zum Bil­dungs­plan 2004: Grund­la­gen der Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung. Bitte be­ach­ten Sie, dass der Bil­dungs­plan fort­ge­schrie­ben wurde.


Ich muß gehen. Ich stehe auf. Ich ver­las­se das Haus. Ich fahre mit dem Zug. Ein Mann starrt mich an. Er setzt sich neben mich. Er steht auf als ich auf­ste­he. Er folgt mir, als ich aus­stei­ge. Wenn ich mich um­dre­he, kann ich ihn nicht sehen, so nahe ist er mir. Aber er be­rührt mich nicht. Er folgt mir. Er spricht nicht. Er ist immer bei mir, bei Tag und in der Nacht. Er schläft mit mir, ohne mich zu be­rüh­ren. Er ist in mir, er füllt mich aus. Wenn ich in den Spie­gel schaue, sehe ich nur ihn. Ich er­ken­ne meine Hände nicht mehr, meine Füße nicht. Meine Klei­der sind zu klein, meine Schu­he drü­cken, mein Haar ist hel­ler ge­wor­den, meine Stim­me dunk­ler. Ich muß gehen. Ich stehe auf. Ich ver­las­se das Haus.
(S. 42) [1]

Ar­beits­auf­trag

  1. Deu­ten Sie Agnes’ Ge­schich­te im Kon­text des Ro­mans. Be­rück­sich­ti­gen Sie auch poe­ti­sche Mit­tel.


Agnes’ Ge­schich­te: Her­un­ter­la­den [doc] [29 KB]


[1] Peter Stamm: Agnes . S. Fi­scher Ver­lag 2009, 5. Auf­la­ge, Fi­scher (Tb) © 1998 by Peter Stamm