Zur Haupt­na­vi­ga­ti­on sprin­gen [Alt]+[0] Zum Sei­ten­in­halt sprin­gen [Alt]+[1]

Bau­stein 2 – So­zia­le Ver­hält­nis­se

In­fo­box

Diese Seite ist Teil einer Ma­te­ria­li­en­samm­lung zum Bil­dungs­plan 2004: Grund­la­gen der Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung. Bitte be­ach­ten Sie, dass der Bil­dungs­plan fort­ge­schrie­ben wurde.

"Dan­tons Tod": Dia­logana­ly­se 2 - Ver­laufs­skiz­ze

Er­ar­bei­tung 1: ho­mo­ge­ne PA mit AB 1

Die Schü­ler und Schü­le­rin­nen dür­fen sich ihre Part­ner sel­ber aus­su­chen. Sie be­kom­men aber das Ar­beits­blatt vom Leh­rer zu­ge­teilt, der dar­auf ach­tet, dass alle drei Ni­veaus gleich­mä­ßig ver­ge­ben wer­den und jedes Team eine ihm an­ge­mes­se­ne Auf­ga­be er­hält, ohne dass es zu Dis­kri­mi­nie­rungs­ef­fek­ten kommt. Am bes­ten holen sich die Schü­ler, so­bald sie ein Team ge­bil­det haben, ihr Ar­beits­blatt vorne beim Leh­rer ab.

Da es sich um eine PA han­delt, muss sie wäh­rend des Un­ter­richts er­fol­gen. Als HA kann aber die sorg­fäl­ti­ge Ver­schrift­li­chung der ent­spre­chen­den Ar­beits­an­wei­sun­gen (zum Bei­spiel 4 und 5) er­fol­gen.

Er­ar­bei­tung 2: he­te­ro­ge­ne GA mit AB 2

Es wer­den Drei­er-Grup­pen ge­bil­det, damit in jeder Grup­pe jedes Ni­veau ver­tre­ten und keine Grup­pe zu groß ist. Wenn es zah­len­mä­ßig nicht ganz auf­geht, müs­sen im schlimms­ten Fall zwei Grup­pen aus vier Schü­lern be­ste­hen und je­weils ein Ni­veau dop­pelt be­setzt wer­den. Dann muss aber dar­auf ge­ach­tet wer­den, dass das dop­pelt be­setz­te Ni­veau von zwei Schü­lern aus un­ter­schied­li­chen Teams re­prä­sen­tiert wird.

Auch in die­ser Phase kann die sorg­fäl­ti­ge Ver­schrift­li­chung (hier der Be­reich der Er­geb­nis­si­che­rung) in die häus­li­che Ar­beit ver­la­gert wer­den. Auch ein re­prä­sen­ta­ti­ves Er­geb­nis­pro­to­koll durch einen oder zwei Schü­ler, das für alle fo­to­ko­piert wird, wäre denk­bar, könn­te aber auch den Ef­fekt haben, dass auf die Er­geb­nis­si­che­rung in der GA zu wenig Wert ge­legt wird (der be­que­me­re Weg). Au­ßer­dem ist die in­di­vi­du­ell er­stell­te Er­geb­nis­si­che­rung viel lern­in­ten­si­ver (vgl. Neu­ro­bio­lo­gie), auch wenn die Er­geb­nis­se nicht hun­dert­pro­zen­tig sind.

Sehr viel Wert muss auf Form (Les­bar­keit) und Um­fang (kurz) der Ver­gleich­s­ta­bel­le ge­legt wer­den. Hier darf und soll der Leh­rer auch ge­ge­be­nen­falls ein­grei­fen, um die Qua­li­tät für den nächs­ten Schritt zu ge­währ­leis­ten.

Prä­sen­ta­ti­on der Ver­gleich­s­ta­bel­len:

Dies könn­te in einer Art Mu­se­ums­spa­zier­gang durch­ge­führt wer­den. Die Schü­ler bil­den klei­ne Teams (nicht mehr als 4 Per­so­nen), die von Pla­kat zu Pla­kat wan­dern. An jedem Pla­kat steht ein Ver­tre­ter der Grup­pe, die das Pla­kat er­stellt hat, und er­läu­tert in etwa zwei Mi­nu­ten die kurz ge­fass­ten Ein­tra­gun­gen. Bei sechs Durch­gän­gen kann eine ent­spre­chen­de Fes­ti­gung ge­währ­leis­tet wer­den, so­wohl bei den Prä­sen­ta­to­ren (jeder stellt sein Pla­kat zwei Mal vor, dann wird er ab­ge­löst), als auch bei den Zu­hö­rern (die in der Regel vier Vor­trä­ge hören).

Er­ar­bei­tung 3: EA + UG mit AB 3

Die erste Ar­beits­an­wei­sung eig­net sich gut für eine HA.

Die Pla­ka­te kön­nen nach dem Prin­zip der wach­sen­den Grup­pe zu­erst in Vie­rer-, dann in Ach­ter-Grup­pen und schließ­lich im UG be­spro­chen, ge­ord­net und ein­grup­piert wer­den. Ein vor­läu­fi­ges Er­geb­nis sowie noch of­fe­ne Fra­gen als Aus­gangs­punkt für das wei­te­re Vor­ge­hen soll­ten be­spro­chen und dann von den Schü­le­rin­nen und Schü­lern fest­ge­hal­ten wer­den.

Ver­tie­fung 1 mit AB 1a-c zu Ro­bes­pierre (ho­mo­ge­ne PA + GA) mit AB 4

Die Ver­tei­lung der Ni­veau­stu­fen kann aus der Phase der Er­ar­bei­tung 1 über­nom­men wer­den. Da gegen Ende die­ser Phase sich je­weils zwei ho­mo­ge­ne Part­ner-Grup­pen zu Vie­rer-Teams zu­sam­men­schlie­ßen sol­len, ist es sinn­voll, wenn auch etwas will­kür­lich, eine gleich­mä­ßi­ge Ver­tei­lung der Ni­veaus bei­zu­be­hal­ten. Die Bil­dung der Vie­rer-Grup­pen dient auch einer ers­ten Er­geb­nis-si­che­rung, da der In­for­ma­ti­ons­aus­tausch eine Vor­aus­set­zung für die er­folg­rei­che Be­ar­bei­tung der letz­ten An­wei­sung dar­stellt.

Er­geb­nis­si­che­rung und  Ver­tie­fung 2 (he­te­ro­ge­ne GA) mit AB 5

Die Vie­rer-Grup­pen stel­len zu­nächst ihr Er­geb­nis der letz­ten (pro­duk­ti­ven) Auf­ga­be vor. Im UG kön­nen Rück­mel­dun­gen und Fra­gen be­spro­chen wer­den.

 An­schlie­ßend wer­den wie­der – wie beim zwei­ten Schritt (Er­ar­bei­tung 2) – he­te­ro­ge­ne Drei­er-Grup­pen ge­bil­det, die ge­mein­sam AB 5 be­ar­bei­ten.

Die wäh­rend der GA er­stell­ten  Steck­brie­fe wer­den aus­ge­hängt. Die Ler­nen­den sol­len in EA die Steck­brie­fe ver­glei­chen und sich No­ti­zen dazu ma­chen, die an­schlie­ßend im UG be­spro­chen wer­den, um die bis­her ge­won­ne­nen Ein­drü­cke von Ro­bes­pierre und Dan­ton ge­gen­ein­an­der ab­zu­wä­gen, nicht-be­leg­ba­re Ein­schät­zun­gen aus­zu­schlie­ßen und even­tu­ell be­ste­hen­de Wi­der­sprü­che oder Fra­gen für die wei­te­re Un­ter­richts­ar­beit fest­zu­hal­ten.

AB 6 kann ent­we­der in PA wäh­rend des Un­ter­richts er­le­digt oder als HA aus­ge­la­gert wer­den. Mit Hilfe der bei­den Brief-Aus­schnit­te soll der Fokus noch ein­mal auf die Funk­ti­on der Volks­sze­nen und die teils derb-ge­walt­tä­ti­ge, teils re­li­gi­ös über­höh­te Spra­che ge­lenkt wer­den.

Zwi­schen­dia­gno­se

Die Zwi­schen­dia­gno­se schließt den zwei­ten Bau­stein ab. Die Ler­nen­den sol­len das in Bau­stein 1 und 2 Ge­lern­te auf eine neue Si­tua­ti­on über­tra­gen, näm­lich die Szene II,1, in der man be­ob­ach­ten kann, wie der in­ne­re Kreis um Dan­ton mit­ein­an­der die ge­fähr­li­che po­li­ti­sche Si­tua­ti­on ana­ly­siert und dis­ku­tiert. Dabei wer­den in geis­tes­ge­schicht­li­cher Hin­sicht Dan­tons Skep­sis und Zwei­fel hin­sicht­lich der Re­sul­ta­te der Re­vo­lu­ti­on und sei­ner ei­ge­nen Rolle dabei deut­lich, die sich in den For­men einer pas­si­ven Be­ob­ach­ter­po­si­ti­on im Rah­men des Welt­schmer­zes äu­ßern. Sprach­lich spielt dabei die Thea­ter-Me­ta­pher eine be­son­de­re Rolle. Die Auf­ga­be ent­spricht einem mitt­le­ren Ni­veau, ent­hält aber durch den welt­an­schau­li­chen As­pekt und die Be­deu­tung der Bil­der­spra­che einen Be­reich, der für eine an­ge­mes­se­ne Er­schlie­ßung ein C-Ni­veau vor­aus­setzt.

Die Ler­nen­den sol­len dazu an­ge­hal­ten wer­den, für die Be­ar­bei­tung der Auf­ga­be ge­zielt die Worter­läu­te­run­gen ihrer Text­aus­ga­be zu nut­zen.

Die Zwi­schen­dia­gno­se will vor allem den Ler­nen­den selbst Ge­le­gen­heit geben, ihren au­gen­blick­li­chen Stand zu über­prü­fen und dar­aus Schwer­punk­te für ein selbst­be­stimm­tes Trai­ning im Rah­men des drit­ten Bau­stei­nes ab­zu­lei­ten. Sie sol­len sich dabei auch der Ver­ant­wor­tung für ihren Lern­fort­schritt be­wusst wer­den und gleich­zei­tig Hil­fen an­ge­bo­ten be­kom­men, wo sie bei ihrem in­di­vi­du­el­lem Trai­ning an­set­zen kön­nen. Um dies prak­tisch zu er­mög­li­chen, soll kein kom­plet­ter Auf­satz er­stellt, son­dern nur ein Teil­as­pekt stich­wort­ar­tig be­ar­bei­tet wer­den. Neben dem Zeit­fak­tor spielt dabei be­son­ders die Über­le­gung mit, eine ent­spre­chen­de Trenn­schär­fe durch Re­duk­ti­on zu ge­währ­leis­ten.

Der Leh­rer kennt in die­ser Phase der Kurs­stu­fe seine Schü­le­rin­nen und Schü­ler schon sehr genau und kann als Lern­coach jedem eine in­di­vi­du­el­le und pass­ge­naue Auf­ga­be zu­ord­nen, indem er den ent­spre­chen­den Teil­as­pekt (vgl. den Aus­wer­tungs­bo­gen) in die Auf­ga­ben­stel­lung ein­fügt. Die Be­ar­bei­tung soll­te in EA er­fol­gen. Die Aus­wer­tung kann als Selbst­ein­schät­zung mit Hilfe des ent­spre­chen­den Bo­gens, der in der Form eines stär­ken­ori­en­tier­ten Kom­pe­tenz­ras­ters an­ge­legt ist, durch die Schü­ler selbst er­fol­gen. Die Ler­nen­den ent­schei­den da­nach selbst­stän­dig, ob sie an dem vor­ge­ge­be­nen Teil­as­pekt in der an­schlie­ßen­den Trai­nings­pha­se noch wei­ter  ar­bei­ten wol­len. In jedem Fall sol­len sie zwei Teil­as­pek­te für die Trai­nings­pha­se aus­wäh­len, wobei hier auch wie­der der Leh­rer be­ra­tend zur Seite ste­hen kann. Wei­ter­hin ist die Sta­ti­on 7 ein Pflicht­bau­stein für alle Ler­nen­den, da hier etwas wich­ti­ges Neues ein­ge­führt wird, näm­lich der As­pekt der In­ter­textua­li­tät. Auf diese Weise er­gibt sich eine Mi­schung aus Wahl- und Pflicht­teil, die dafür sorgt, dass ei­ner­seits die Ler­nen­den mit in die Ver­ant­wor­tung ein­ge­bun­den wer­den und an­de­rer­seits alle einen wich­ti­gen neuen As­pekt er­ar­bei­ten. Auf jeden Fall müss­te noch eine Phase der Be­spre­chung und Rück­mel­dung ein­ge­plant wer­den, da die Schü­ler auch von den Er­geb­nis­sen aus den Sta­tio­nen, die sie nicht be­ar­bei­tet haben, pro­fi­tie­ren kön­nen.

Als Er­gän­zung und Ab­schluss des zwei­ten Bau­stei­nes bie­tet sich der sog. Fa­ta­lis­mus-Brief Büch­ners an, mit des­sen Hilfe die welt­an­schau­li­che Po­si­ti­on von Dan­ton ver­tieft und auch noch ein­mal ge­gen­über der Hal­tung von Ro­bes­pierre ab­ge­grenzt wer­den kann. Der Ver­gleich mit Ro­bes­pierre kann aber auch in­ner­halb des Bau­steins 4 vor­ge­nom­men wer­den, falls eine Rede von Ro­bes­pierre (und nicht von St. Just) für die Ana­ly­se aus­ge­wählt wird. Der Büch­ner-Brief kann ar­beits­tei­lig vor­be­rei­tet und tra­di­tio­nell im UG aus­ge­wer­tet wer­den.

  Volks­sze­nen Ar­beits­blatt 1a

 

Ver­lauf - Bau­stein 2: Her­un­ter­la­den [doc] [28 KB]