Zur Hauptnavigation springen [Alt]+[0] Zum Seiteninhalt springen [Alt]+[1]

4. Aufbauendes und vernetzendes Lernen im Fachcurriculum

 

Kompetenzorientiertes Lernen ist aufbauendes sowie vernetzendes Lernen über Jahre hin­weg. Dazu gehört vor allem die vertikale Vernetzung innerhalb des Faches und der Fach­inhalte, aber auch die horizontale Vernetzung über die Fächergrenzen hinweg.

  • Das Thema „Kirche im 3. Reich“ wird immer auf Lernergebnisse des Geschichtsunterrichts zurückgreifen, auf die Textarbeit auf Ergebnisse des Deutschunterrichts. Eine Bildbetrachtung kann auf den Kunstunterricht zu­rückgreifen oder für diesen einen Beitrag leiste (horizontale Vernetzung). Bei diesem Thema wird man aber immer wieder auch darauf zurückgreifen, was an Kirchengeschichte erarbeitet oder an Wissen über das Judentum aufgesammelt wurde (vertikale Vernetzung).

Dahinter steht die Einsicht, dass die im Religionsunterricht intendierten Kompetenzen über Jahre hinweg aufgebaut werden. Das kann man sich gerade an Ethik klar machen. Die Fähig­keit, zentrale ethischen Aussagen in eine normenkritische Urteilsbildung einzubringen, ist nicht das Ergebnis von sechs Wochen, sondern von mehreren Schuljahren.

Doch gerade das bereitet gegenwärtig Schwierigkeiten. Die Bildungsstandards 1 bis 4 und 5 bis 10 sind nicht explizit aufbauend bestimmt worden. Dennoch zeigen sich Ansätze eines aufbauenden Lernens (vertikale Vernetzung), die Beachtung verdienen. Ein weisheitliches Wissen um den Lernaufbau wird man dem Bildungsplan nicht bestreiten können.

Aufbauendes Lernen setzt die Entwicklung eines Aufbaumodelles vor. In dieses gehören fol­gende Elemente:

  1. Formulierung der Zielkompetenzen. In unserem Falle finden diese sich in dem Bil­dungsplan für die 10. Klasse. Die Frage ist: Was sollen die Schülerinnen und Schüler in einem bestimmten Bereich kennen, können und beherzigen?
  2. Definition, welche Kompetenzen an welchen Inhalten in den einzelnen Schulstufen erworben werden können und sollen. Leitend für diese Definition ist einmal der Bildungsplan für die Klassen 6 und 8, aber auch entwicklungspsychologische Erkennt­nisse sowie die Berufserfahrung.
  3. Hilfreich und anzuraten ist die Bestimmung von Etappenzielen in Verbindung mit Evaluationsformen, die erkennen lassen, wie es mit dem Lernfortschritt steht.
  4. Festlegung was in den einzelnen Schulstufen immer wieder wiederholt und eingeübt werden muss. Dazu gehört in der Regel auch die Sicherung von fundamentalen Inhal­ten oder Methoden.
  5. Schließlich gilt es festzulegen wie das Ergebnis eines solchen kumulativen Lernprozes­ses erhoben und gewürdigt werden kann. Das haben wir erreicht!

Die Entwicklung eines solchen Aufbaumodells bedarf sorgfältiger Überlegung. Teamarbeit ist deshalb hilfreich. Ganz entscheidend ist aber, dass sich die Fachkonferenz ein solches Modell zu eigen macht und es als verbindlich erklärt. Wenn es bei Schülerinnen und Schülern einen Lernvertrag gibt, so könnte es auf bei einer Fachkonferenz um gemeinsame Zielvereinbarun­gen geben.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.


Advance Organizer


Vortrag Kompetenzorientierter Religionsunterricht Kurzfassung:
Herunterladen [pdf] [175 KB]

Vortrag Kompetenzorientierter Religionsunterricht:
Herunterladen [pdf] [200 KB]

Vortrag Kompetenzorientierter Religionsunterricht Präsentation:
Herunterladen [pptx] [101 KB]

 


1   Mit dieser Frage nimmt der Bildungsplan Baden-Württemberg das Gespräch mit dem CI Papier und dem Kerncurriculum der EKD für die Sekundarstufe I auf.