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Anforderungssituation II

 

(Klasse 5)
Es klingelt. Die letzte Stunde für heute, Religion, ist zu Ende. Martina hat sich mit ihrer türki­schen Klassenkameradin Ebru verabredet, die beiden wollen nach der Schule zusammen die Hausaufgaben machen. Auf dem Heimweg kommen sie an einem Antiquariat vorbei, und weil Martina eine echte Leseratte ist und an keinem Geschäft vorbeigehen kann, in dem Bü­cher angeboten werden, werfen sie rasch ei­nen Blick hinein. Während Martina an den Rega­len mit gebrauchten Büchern entlang geht, entdeckt Ebru in einer Ecke auf dem Boden ein altes schwarzes Buch, dessen Umschlag schon eingerissen und das von einer dicken Staub­schicht bedeckt ist. Als sie sich bückt und den Staub abwischt, taucht auf dem schwarzen Ein­band ein gol­denes Kreuz auf. Ebru fragt Martina: „Was mag das für ein Buch sein?“ Martina wirft einen Blick darauf und sagt: „Das ist eine Bibel.“ Ebru ist entsetzt: „Aber das ist doch euer heiliges Buch!“ „Na und?“ „Unser heiliges Buch, der Koran, liegt in der Moschee auf einem Hocker! Es dürfte niemals auf dem Fußboden liegen! Wie kommt es, dass die Bibel so behandelt wird? Bedeutet sie euch etwa nichts?“ Martina denkt daran, dass sie im Religions­unterricht gerade heute über die Bibel geredet haben – „das Buch der Bücher“ hat Herr Maier sie genannt ...

Aufgabe
Versetze dich in Martina hinein und überlege, was du an ihrer Stelle antworten könntest. Spiele mit deiner Nachbarin bzw. deinem Nachbarn, eine Fortsetzung des Gesprächs.


Kommentar

Die Anforderungssituation weist eine Nähe zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler auf und knüpft an den 3. Standard des Bildungsplans an: „Die Schülerinnen und Schüler können erklären, dass die Bibel für Christinnen und Christen ‚Heilige Schrift’ ist und damit besondere Bedeutung hat“. Im zu entwerfenden Dialog zwischen mit der muslimischen Mitschülerin könnte u. a. thematisiert werden, dass die Bibel für viele Menschen, die zwar offiziell Kirchenmitglieder sind, die Bibel „nur“ ein altes Buch ohne größere Bedeutung ist; das Gespräch könnte aber auch erste Hinweise darauf liefern, was im Religionsunterricht zur Sprache ge­kommen ist („Buch der Bücher“); hier könnten die Schülerinnen und Schüler auf das zurück­greifen, was sie im Religionsunterricht der Grundschule gelernt und behalten haben. Die Lehrperson erfährt auf diese Weise, von welchen Voraussetzungen sie in die Lerngruppe aus­gehen muss, und kann daran anknüpfen. Zusammen mit den Schülerinnen und Schülern kön­nen im Anschluss verschiedene Möglichkeiten bzw. Lernwege erwogen und geplant werden, die Bedeutung der Bibel zu erforschen: Was muss ich wissen, um einem Angehörigen einer anderen Religion erklären zu können, was die Bibel für Christen bedeutet? Lässt sich daraus auch eine Antwort auf die Frage ableiten, ob und warum dieses Buch in einem Antiquariat gelandet ist? Wo befindet sich die Bibel bei uns zu Hause, wo in einer Kirche? Usw.


Anforderungssituation III


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