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Lernaufgabe am Beispiel einer erweiterten Textaufgabe zu „Gott“ (Kursstufe)


II. Aufgabenstellung
1

  1. Stellen Sie die Gedanken Manuelas (M 1) mit eigenen Worten dar!

    (→ mindestens drei unterschiedliche Aspekte in entsprechender Reihenfolge nennen!)

  2. Auch in der Bibel gibt es Erfahrungen, in denen Menschen beklagen, dass Gott schweigt, nicht antwortet oder sich verbirgt.

    Vergleichen Sie Manuelas Gedanken mit den biblischen Sätzen aus Psalm 22 (M 2) und belegen Sie eine Gemeinsamkeit sowie einen Unterschied!

  3. Legen Sie einen weiteren biblischen Text aus, der zur Bearbeitung von Manuelas Problem hilfreich sein könnte!

  4. Entwerfen Sie einen möglichen Antwortbrief aus christlicher Sicht an Manuela, indem Sie zuhörend und deutend auf ihr Problem eingehen und dabei eine unterstützende Perspektive entwickeln!

 

(M 1)

Manuela erzählt:

Als ich klein war, erzählte man mir von Gott und seinen Wundern.
Wie er die Welt, die Menschen, die Tiere, die Erde, das ganze Weltall
geschaffen habe und wie wir dafür den Schöpfer loben und ihm danken müssten.

Als ich klein war, war ich überzeugt von Gott. Ich glaubte an ihn,
seine Macht. seine Güte, seine Gerechtigkeit.
Ich wurde größer und erkannte alle Not und alles Elend um mich -
da begann ich zu zweifeln.

Und heute?
Heute bin ich 17 und kann nicht mehr an die Märchen glauben,
die sie mir von Gott erzählt haben.
Wenn es Gott gibt. wenn es Gerechtigkeit gibt,
warum denn die große Ungerechtigkeit auf unserer Erde?

Warum leben wir in einem solchen Chaos?
Man sagte mir: Gott liebt die Menschen ...
Wenn Gott die Menschen liebt, warum hilft er uns dann nicht?
Warum zeigt er uns nicht den rechten Weg?
Ist es nicht besser, wenn wir nicht mehr auf Gottes Hilfe warten,
sondern selber versuchen, uns zu helfen?

Ich bin heute so weit, dass ich nicht mehr auf Gottes Hilfe warte.
Vielleicht ist es mir später wieder einmal möglich seine Güte
anzuerkennen. Aber heute lehne ich ihn ab. Meine Zweifel sind zu groß.
Vielleicht hilft mir einmal jemand, diese Zweifel zu beseitigen
und mich zu Gott zurückzuführen.

(M 2)

Aus Psalm 22
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
         Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.
Mein Gott, am Tage rufe ich, doch antwortest nicht;
         und auch nachts, doch finde ich keine Ruhe.

Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe,
         denn es ist hier kein Helfer.

Herr, höre meine Stimme,wenn ich rufe,
         sei mir gnädig und erhöre mich.

Verbirg dein Antlitz nicht vor mir,
         verstoße mich nicht im Zorn,
Denn du bist meine Hilfe; verlass mich nicht
         und tu die Hand nicht von mir ab,
         Gott mein Heil!

Gott hat nicht verachtet noch verschmäht
         das Elend des Armen
und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen;
         und als er zu ihm schrie, hörte er es.


Hinführung

Hinweise

Bildungsstandards / Kompetenzen im Fach Evang. Religionslehre


Aufgaben KompRU: Herunterladen [pdf] [471 KB]



1   In Anlehnung an einen Aufgabenvorschlag in: Grundlegende Kompetenzen religiöser Bildung – Zur Entwicklung des evangelischen Religionsunterrichts durch Bildungsstandards für den Abschluss der Sekundarstufe I, Münster 2006, S. 61-63