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Anforderungssituation IV

 

(Klasse 5)
In dem Jugendbuch „Moritz und der liebe Gott“ von J. H. Claussen zeigt Frau Schmidt dem 11jährigen Moritz ihre Familienbibel. „Wie alt ist die?“, fragt Moritz und erfährt, dass die Bibel fast 200 Jahre alt ist. „Ist so eine alte Bibel viel wert?“, will er wissen. „In Geld fast nichts. Aber für mich ist sie unbezahlbar. Das ganze Leben be­gleitet sie mich schon. (...) Sie ist das Einzige, was ich auf der Flucht gerettet habe.“ „Auf welcher Flucht?“, fragt Moritz. „Wir mussten fliehen, am Ende des Zweiten Weltkriegs. Unsere Heimat war weit im Osten, in Ostpreußen. Als die Russen kamen, mussten wir fort. Es war Winter und wir konnten nur mit­nehmen, was wir am Körper trugen. Wir zogen zusammen los, meine Mutter, meine ältere Schwester und ich. Die Männer waren im Krieg. Wochenlang durch die Kälte, meistens zu Fuß und mit Handwagen. Ich schob einen Kinderwagen. Da lag mein kleiner Neffe drin. Dem habe ich die Familienbibel in sein Körbchen unter die Decke gelegt. So habe ich sie geret­tet.“
Als Moritz fragt, ob Frau Schmidt die Bibel denn auch gelesen habe und was da drin stünde, fragt sie zurück: „Hast du das nicht im Religionsunterricht gelernt?“ Moritz antwortet: „Ha­ben wir nicht.“

Aufgabe
Stell dir vor: Frau Schmidt schreibt an Moritz einen Brief, in dem sie ihm erzählt, wie ihr die Bibel einmal geholfen hat. Schreibe diesen Brief.


Kommentar

Die Anforderungssituation nimmt den 3. Standard des Bildungsplans in den Blick: „Die Schülerinnen und Schüler können erklären, dass die Bibel für Christinnen und Christen ‚Hei­lige Schrift’ ist und damit besondere Bedeutung hat“. Der hier geforderte Perspektivenwech­sel ist anspruchsvoll, weil er die Einfühlung in eine sehr viel ältere Person voraussetzt. Zu erwarten ist, dass die Schülerinnen und Schüler in ihrem Brief an die Kriegs- und Fluchtsitua­tion anknüpfen und biblische Geschichten aufgreifen, die sie mit Trost und Rettung verbinden (Psalm 23, Josephsgeschichte, Wundergeschichten). Denkbar wäre auch, dass sie Frau Schmidt noch mehr aus ihrem Leben erzählen lassen: Situationen, in denen die Bibel Trost und Hilfe war, könnten im anschließenden Gespräch zu der Frage führen, was man eigentlich über die Bibel wissen muss, um sie richtig zu verstehen und in verschiedenen Lebenslagen „gebrauchen“ zu können.
Eine Möglichkeit, das Thema „Bibel“ zu unterrichten, bietet die gemeinsame Lektüre des oben angegebenen Jugendbuchs. Materialien zu einzelnen Kapiteln finden sich im Anhang.


Anforderungssituation V


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