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5.1 Schritte der moralischen Urteilsbildung in Klasse 7/8 (entwicklungsgemäß angepasst)

 

Damit die SuS am Ende von Klasse 10 zentrale moralische Aussagen der Bibel in eine normenkritische Urteilsbildung einbeziehen können, sind im aufbauenden Lernprozess zwei Kompetenzlinien sukzessiv, kumulativ und unter Berücksichtigung der entwicklungs- und lernpsychologischen Grundgegebenheiten vernetzend im Blick zu behalten:

  • die Sachkompetenz: „Schülerinnen und Schüler kennen zentrale ethische Aussagen der Bibel (Dekalog; wichtige Abschnitte der Bergpredigt wie z.B. Goldene Regel und Doppelgebot der Liebe)”
  • die ethische Kompetenz : das moralische Lernen, das sich sukzessiv auch zur ethischen, normenkritischen Urteilsbildungs­kompetenz entwickelt.

In Klasse 7/8 können die SuS moralisch relevante Situationen und Handlungen bereits kognitiv durchdringen, so dass mögliche Problemlösungen entwickelt und entwicklungsgemäß normativ begründet werden können:

  1. SuS können die Situation beschreiben.
  2. SuS können das Problem erkennen und analysieren.
  3. SuS können die Problemlösung beschreiben.
  4. SuS können die Handlungsoption(en) bewerten und ihre Bewertung altersgemäß normativ be­gründen.


Hier ein Beispiel für Lk 10:

1. Die Situation beschreiben: Was ist los?

„Ein Mann liegt ausgeraubt und zusammengeschlagen schwer verletzt am Straßenrand. Der Mann ist in Not und braucht Hilfe.“

2. Das Problem erkennen und analysieren: Wo liegt das Problem?

„Der Mann leidet und ist in Lebensgefahr, er braucht dringend Hilfe. Diejenigen, von denen man Hilfe erwartet hätte, ein Priester und ein Tempeldiener/Levit, gehen vorbei und helfen nicht. Vielleicht stehen sie unter Zeitdruck oder befürchten eine Falle. Da der Mann am Boden auch Jude ist, hätten sie ihm doch auch helfen müssen, aber es hilft der Samariter. Die Juden mögen das Volk der Samariter jedoch nicht.“

3. Die Problemlösung beschreiben: Wie wird das Problem gelöst?

„Der Samariter sieht den Mann in Not und hat Mitleid. Daher hilft er ohne An­sehen der Person. Er leistet Erste Hilfe, versorgt die Wunden, bringt den Mann in eine Herberge und zahlt für die entstehenden Kosten.“

4. Die Handlungsoptionen bewerten: Wer handelt gut und warum?

„Der Samariter handelt gut, denn er hilft. Wenn er verletzt wäre, würde er ja auch wollen, dass man ihm hilft.“ [Goldene Regel]
„Der Samariter hilft, denn man soll seinen Nächsten lieben wie sich selbst.“ [Doppelgebot]

„Der Samariter hilft, denn sonst wäre es unterlassene Hilfeleistung, und das ist strafbar. Man muss in Notsituationen also helfen, denn das fordert das Gesetz.“ [Gesetze, Konventionen]

„Der Samariter hilft, weil ihm das sein Gewissen sagt. Würde er nicht helfen, hätte er bestimmt ein schlechtes Gewissen.“ [Internalisierung in der Gesellschaft geltender Gebote und Gesetze]


5. Der aufbauende Lernprozess in Klasse 7/8
5.2 Vorbildlernen

6. Der aufbauende Lernprozess in Klasse 9/10


Aufbauendes Lernen in der Sekundarstufe I: Ethische Kompetenz
Moralisches und ethisches Reflektieren: Herunterladen [pdf] [441 KB]